Morgen kommt der Ex-Klub

MT Melsungen: Kai Häfner ist der Mann, der fast kein Spiel verpasst

+
Schon 35 Pflichtspiele in dieser Saison bestritten: Kai Häfner erwartet mit Melsungen morgen Stuttgart.

Wenn die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen am Donnerstag Stuttgart empfangen (19 Uhr, Rothenbachhalle), steht Kai Häfner im Fokus.

Das Europacupspiel gegen Oppeln erlebte MT-Profi Kai Häfner komplett von der Ersatzbank aus – ein Novum in dieser Handball-Saison. Denn wenn der Linkshänder auf dem Spielberichtsbogen stand, dann kam er immer auch zum Einsatz.

Das gilt für 27 Melsunger Pflichtspiele sowie acht EM-Partien mit der deutschen Nationalmannschaft. Der Rückraumstratege verpasste seit Saisonbeginn überhaupt nur eine einzige Begegnung. Im Dezember fiel er krankheitsbedingt für das Kräftemessen mit dem TVB Stuttgart aus. Zum Rückspiel am morgigen Donnerstag ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle ist Häfner fest eingeplant. Dafür wurde er gegen den polnischen Vertreter auch geschont.

Beim Sieg zuvor gegen die Rhein-Neckar Löwen hatte der 30-Jährige einen Schlag auf die Hand bekommen – sein linker Daumen war lädiert. „Es wäre aber sicher auch mit Verletzung gegangen“, sagt Häfner. Doch Trainer Heiko Grimm verzichtete auf ihn genauso wie auf den ebenfalls leicht angeschlagenen Tobias Reichmann.

„Das ist absolut okay. Wir müssen bei diesem knackigen Programm die Belastung verteilen“, erklärt Häfner. Dafür bekam Stefan Salger auf Halbrechts viele Spielanteile. Als der Hüne eine Zwei-Minuten-Strafe kassierte, wollte sich Häfner gewohnheitsmäßig für einen Einsatz bereitmachen. Doch Grimm schickte den Nationalspieler sofort wieder auf seinen Platz – die Situation wurde anders gelöst. Timm Schneider rückte kurzerhand vom Kreis in den rechten Rückraum.

„Als Profi willst du natürlich immer spielen. Aber ich kann mich auch nicht beschweren“, stellt Häfner klar. Keine Frage: Wenn einer gebrummt hat, dann ist es der gebürtige Schwabe. Als sich etliche MT-Kollegen kurz vor dem Jahreswechsel in den Kurzurlaub verabschiedeten, hatte er nur drei Tage Zeit zum Entspannen. Dann ging es zusammen mit Julius Kühn und Reichmann wieder zur Nationalmannschaft. Bis zum 26. Januar war der Ex-Hannoveraner anschließend unterwegs. Der Bundesliga-Spielplan ließ es zu, dass er sich danach eine Woche erholen konnte. Häfner sagt: „Das war wichtig für mich.“

Denn die nächsten Monate haben es in sich. Nicht einmal 48 Stunden nach dem Duell mit Stuttgart gastiert der Dauerbrenner mit der MT im EHF-Cup bei Benfica Lissabon. In der portugiesischen Hauptstadt war er in der vergangenen Europapokal-Saison zu Gast – er schaltete mit der TSV Hannover-Burgdorf in der dritten Qualifikationsrunde Benfica aus.

„Wir tun gut daran, nicht so weit voraus zu planen“, verdeutlicht Häfner. Soll heißen: Der Blick geht nur auf die Begegnung mit den Stuttgartern. „Wenn du das Heimspiel gewinnst, dann fällt dir das nächste Training gleich viel leichter. Außerdem kommst du immer mehr in einen Rhythmus.“

Als früherer Bittenfelder hat er eine besondere Beziehung zum nächsten Gegner: „Da ging meine Reise los.“ Die Vorfreude auf diese Partie hat aber einen anderen Grund: Max Häfner agiert in der Stuttgarter Aufbaureihe. „Wenn der jüngere Bruder dort spielt, dann beobachtest du den Bundesliga-Verein noch etwas mehr“, erklärt der Melsunger Angreifer. Zuletzt getroffen haben sie sich an Silvester in Kassel. Als Dauerbrenner hat Kai Häfner nicht viele freie Termine.

Quelle: HNA

Kommentare