MT startet in die Saison

MT Melsungen ist heiß auf den Saisonstart gegen Magdeburg

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Da kribbelt die Oberschenkel-Muskulatur: MT-Neuzugang Simon Birkefeldt macht sich im Abschlusstraining am Mittwoch mit der Blackroll warm – der Gesichtsausdruck des Halbrechten aus Dänemark spricht Bände.

Kassel. Das Warten hat ein Ende: Am Donnerstagabend steigt Bundesligist MT Melsungen in die Handball-Saison ein. Ab 19 Uhr ist der SC Magdeburg in der Rothenbach-Halle zu Gast.

Genug der Vorbereitung. Genug der Vorrede. Genug des Vorgeplänkels. Ab heute zählt’s. Mit dem Heimspiel gegen den SC Magdeburg beginnt für die MT Melsungen die Saison in der Handball-Bundesliga. Anwurf in der Kasseler Rothenbach-Halle ist um 19 Uhr. Die passende Einstimmung liefert Neuzugang Yves Kunkel: „Wer vor solch einem Auftakt gegen Magdeburg kein Kribbeln spürt, der lebt unseren Sport nicht“, sagt der Linksaußen.

Kribbeln muss es – bei den Fans, den Verantwortlichen und natürlich bei den Spielern selbst. Einer, dem es besonders leicht fällt, auf Betriebstemperatur zu kommen, heißt Nebojsa Simic. Er könne es nicht mehr erwarten, sagt der MT-Schlussmann: „Ich will unbedingt spielen.“ Magdeburg sei zwar eine schwere Prüfung. Da gäbe es immer viel Provokation, da herrsche Stress auf dem Feld. „Aber mit den Fans im Rücken sind wir Favorit.“

Logisch, dass auch beim MT-Trainer der Puls langsam hochfährt. „Die Spannung steigt“, sagt Heiko Grimm. Die Vorfreude auf den Saisonstart sei enorm. Zum Thema Aufregung sagt er nur: „Natürlich weiß keiner so genau, wo er steht. Das macht den Reiz eines Auftaktspiels aus. Aber wenn wir defensiv schnell umschalten und dann unsere Abwehr stellen können, werden wir gewinnen.“ So klingt Zuversicht.

Brennt auf das Spiel gegen Magdeburg: MT-Schlussmann Nebojsa Simic kann den Saisonstart nicht mehr erwarten.

Außerdem spricht MT-Trainer Heiko Grimm über:

Druck: „Nee. Zumindest nicht mehr als sonst. Okay, es ist die erste Begegnung und gleich ein Spitzenspiel gegen einen direkten Konkurrenten, und wir werden alles geben, vor allem um unsere Fans zu begeistern, und natürlich wollen wir mit einem Sieg in die Serie starten – da erwarte ich automatisch ein Kribbeln bei den Spielern. Aber diese Einstellung erhoffe ich mir auch am 20. Spieltag.“

Vorbereitung: „Die ist perfekt gelaufen. Wir haben sehr intensiv trainiert. Und abgesehen von Michael Allendorf hatten wir keine größeren Verletzungen zu beklagen. Bei den Turnieren in der Vorbereitung haben wir zwar nicht optimal abgeschnitten, aber darauf kam es nicht an. Es mag komisch klingen, aber in diesen Begegnungen haben wir selten auf Sieg gespielt, sondern taktisch sehr viel ausprobiert. Jetzt sind wir gefestigt. Ich blicke wirklich optimistisch auf die Saison.“

Neuzugänge: „Das sind klasse Jungs. Bei Yves Kunkel ist in Sachen Effektivität am Sonntag der Knoten geplatzt. Domagoj Pavlovic kann in engen Phasen den Unterschied ausmachen. Simon Birkefeldt hat einen super Sprungwurf, ist in der Abwehr einsetzbar und kann Michi Müller prima entlasten. Und Dimitri Ignatow ist ein junger, ehrgeiziger und wissbegieriger Spieler – ein Traum für jeden Trainer.“

Varianten: „In der Deckung beherrschen wir zwei Systeme. Zuletzt haben wir die 6:0-Formation noch mal verfeinert und Automatismen eingeschliffen. Ich habe einen Plan, den hat jeder Trainer. Worauf ich besonderen Wert lege: Wir können wechseln, ohne dass sich das System ändert. So können wir durchweg Tempo spielen.“

Saisonziele: „Der siebte Platz aus der Vorsaison ist nicht unser Anspruch. Rang fünf oder besser ist das erklärte Ziel. Wenn wir es schaffen, in einen Lauf zu kommen – wer weiß? In einer Saison kann viel passieren.“

Magdeburg: „Der Gegner wird versuchen, über Gegenstöße zum Erfolg zu kommen. Zumal Top-Torjäger Michael Damgaard wohl ausfallen wird. Umso mehr gilt für uns, dass wir nach eigenem Angriff den schnellen Rückzug antreten. Wir haben es selbst in der Hand und sind in der Lage, 60 Minuten Vollgas zu gehen.“

Zum Abschluss stand für die MT-Profis am Mittwoch ein Videostudium des Gegners auf dem Programm sowie eine Trainingseinheit, „um schon mal die nötige Aggressivität zu wecken“, wie es Grimm ausdrückt. Die Mannschaft sei extrem weit und eingespielt, lobt der Trainer. Jetzt muss es nur noch kribbeln.

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Magdeburger treten in Kassel nicht in Bestbesetzung an 

Es ist noch gar nicht lange her, dass sie sich gegenüberstanden. Beim Sparkassencup Anfang August verloren die Handballer der MT Melsungen das Finale gegen den SC Magdeburg 28:30. Auch wenn es nur ein Vorbereitungsspiel war, blieb danach vor allem ein Satz von SCM-Coach Bennet Wiegert im Gedächtnis. „Ich möchte bei meinen Spielern eine gewisse Gewinnermentalität sehen – und das habe ich heute.“ So war die Begegnung für die Melsunger durchaus ein Vorgeschmack auf das, was sie heute ab 19 Uhr beim Punktspielauftakt in der Rothenbach-Halle erwarten dürfte. Die MT trifft auf ein Team, das bis zur letzten Sekunde keinen Deut nachlassen wird – auch wenn...

  • die personelle Situation beim SCM nicht optimal ist: Torjäger Michael Damgaard (Knieverletzung) fehlt schon einige Zeit – und seine Rückkehr ist noch komplett offen. Auch Linksaußen Lukas Mertens steht nicht zur Verfügung. Zudem waren die Rückraumstrategen Marko Bezjak (Ellbogen) und Christian O’Sullivan (Schulter) sowie Torwart Dario Quenstedt (Hexenschuss) zuletzt nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. „Wir wissen aus eigener Erfahrung, dass die Magdeburger auch ohne Damgaard sehr gefährlich sind“, betont MT-Spielmacher Lasse Mikkelsen. Umso mehr, als die Bördestädter in Mads Christiansen einen erfahrenen Mann aufbieten können. Eine Entdeckung der Eingewöhnungsphase war der erst 22 Jahre alte, spanische Mittelmann Juan Munoz de la Pena.
  • die Vorbereitung der Magdeburger Höhen und Tiefen hatte: Zwar triumphierte der Klub aus Sachsen-Anhalt beim Sparkassencup in Rotenburg, musste sich aber dann ausgerechnet beim Heimturnier in Ilsenburg mit dem dritten Platz zufriedengeben. Im Pokal gab sich der SCM in Hildesheim keine Blöße und gewann beide Partien haushoch: 35:18 gegen den Gastgeber, 31:17 gegen Lübeck-Schwartau.
  • der Vorjahresvierte zwei Neue integrieren musste: Der Schwede Albin Lagergren, Nachfolger des nach Göppingen gewechselten Nemanja Zelenovic, stellt eine große Bereicherung für die Liga dar. „Er ist ein Typ wie der frühere Kieler Kim Andersson: ein guter Vorbereiter, aber auch ein guter Schütze, der sehr geduldig auf seine Chance wartet und vor allem von neun Metern sehr gefährlich ist“, lobt MT-Torwart Nebojsa Simic den Halbrechten. Zwei Jahre lang waren die Beiden Mannschaftskameraden beim schwedischen Spitzenklub Kristianstad. Erst vor einer Woche nahm der SCM noch Ignacio Jimenez Plaza unter Vertrag. Der Kreisläufer war bis zum Frühling bei den Füchsen Berlin.

Quelle: HNA

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