Handballer heute zu Gast in Mannheim

MT Melsungen: Gibt es das nächste Kunststück bei den Löwen?

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Auf seine Tore hoffen die Melsunger in Mannheim: Julius Kühn. Rechts: Löwen-Routinier Alexander Petersson. Foto: Dieter Schachtschneider

In der vergangenen Saison lief für die Handballer der MT nicht alles nach Wunsch. Allerdings brachten die Melsunger ein Kunststück fertig: zwei Siege gegen den Meister Rhein-Neckar Löwen.

Nun gibt es das erste Duell in der neuen Saison: Heute ab 19 Uhr (Sky) treten die Melsunger in Mannheiman.

Die Aussichten

„Die Löwen werden durchaus Respekt vor uns haben“, sagt Finn Lemke. Der MT-Kapitän hofft, dass daraus eine Chance für seine Mannschaft erwächst: „Der Gastgeber kann nicht so locker in dieses Spiel gehen, das müssen wir nutzen.“

Das Leistungsniveau

Allerdings sind die Melsunger leistungsmäßig noch nicht da, wo sie hinwollen. „Wir sind weit entfernt davon, zufrieden zu sein“, erklärt Coach Heiko Grimm. Tatsächlich mangelt es seinem Team noch an der nötigen Konsequenz im Abschluss, und die 6:0-Deckung stand beim 33:24-Sieg am Sonntag in Bietigheim auch nur eine Halbzeit lang sicher.

RNL-Erfolgstrainer Nikolaj Jacobsen

„Wir werden ein bisschen was riskieren“, verrät Grimm vor dem Gastspiel beim amtierenden Pokalsieger. Beim Erfolg im Mai überraschte der Vorjahressiebte mit einer Angriffsformation, bei der Lemke als dritter Kreisläufer in einer 7:6-Konstellation eingesetzt wurde. Damals kamen die Badener nicht wirklich mit der MT zurecht. „Wir hatten einen Plan, und an den haben wir uns von der ersten Sekunde an gehalten“, sagt Lemke rückblickend. Zudem war Nebojsa Simic ein hervorragender Rückhalt. „Wir werden auf alles, was die Melsunger machen, vorbereitet sein“, verspricht RNL-Erfolgstrainer Nikolaj Jacobsen.

Der Gegner

„Es ist immer besser, am Anfang oder am Ende einer Saison gegen die Löwen zu spielen“, weiß der montenegrinische Keeper Simic. Also entweder dann, wenn die Mannheimer noch nicht perfekt eingespielt sind oder wenn sie aufgrund der Mehrfachbelastung kräftemäßig abbauen. Nun trifft Ersteres zu. Spielmacher Andy Schmid muss sich erst noch an das Zusammenspiel mit seinem neuen Nebenmann Steffen Fäth (aus Berlin) sowie Kreisläufer Jannik Kohlbacher (aus Wetzlar) gewöhnen. „Wir haben fünf Spieler und damit viel Qualität geholt, wir sind auf einem guten Weg, können aber noch um einiges besser werden“, stellt der Däne Jacobsen fest.

Die beiden Nationalspieler Kohlbacher und Fäth kennen die MT-Akteure Lemke, Julius Kühn und Tobias Reichmann aus vielen gemeinsamen Übungseinheiten mit dem DHB-Team. 2016 holten sie zusammen in Polen den EM-Titel. „Die Löwen haben zwei starke Spieler dazubekommen, das macht es erst mal nicht leichter“, betont Lemke, „zumindest wissen wir aber, wie Jannik am liebsten seine Sperren stellt.“

Das Spiel

„Die Melsunger spielen sehr körperbetont. Ich erwarte eine Begegnung mit viel Kampf“, sagt Jacobsen. Die Gäste reisen heute Morgen nach Mannheim und beziehen am Neckar im selben Tageshotel wie vor dem Triumph Ende Mai Quartier. Grimm kann nach dem Erfolg in Bietigheim personell erneut aus dem Vollen schöpfen.

Auch wenn es nur ein Pflichtsieg bei den Schwaben war, so hat er den Nordhessen spürbar gutgetan. „Wir haben Selbstvertrauen getankt“, erklärt Simic. Noch dazu war es ein doppelter Punktgewinn gegen ein Team aus dem unteren Tabellendrittel. „Letzte Saison“, so Simic, „hatten wir gerade vor allem mit Teams wie Stuttgart und Hüttenberg große Probleme. Deswegen ist dieser Erfolg besonders wichtig für uns.“

Nun möchte die MT indes einen anderen Trend fortsetzen: die Reihe der guten Spiele gegen die Löwen.

Quelle: HNA

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