19 Uhr, Rothenbach-Halle

MT Melsungen gegen Magdeburg: Trotzreaktion gegen Spitzenreiter?

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So muss es auch heute sein: Beim Sparkassen-Cup Anfang August besiegte die MT den SCM 25:24 nach Siebenmeterwerfen. Finn Lemke (Mitte) setzte sich dabei gegen Filip Kuzmanovski (links)Erik Schmidt (rechts) durch. 

Ein einziger Blick auf die Tabelle reicht aus, um die Bedeutung dieses Spiels zu erfassen: Nur mit einem Heimsieg gegen den SC Magdeburg kann die MT Melsungen am heutigen Donnerstag (19 Uhr, Rothenbach-Halle Kassel) den Absturz in den Tabellenkeller der Handball-Bundesliga vermeiden.

Nur mit einem Punktgewinn bleiben die Nordhessen wenigsten einigermaßen in Reichweite vorderer Tabellenregionen.

Wie aber kann eine Mannschaft den mit makelloser Bilanz und nach dem Sieg gegen Kiel breiter Brust kommenden Tabellenführer schlagen? Eine Mannschaft, für die Selbstvertrauen derzeit ein Fremdwort ist? Die bei der 13-Tore-Klatsche bei Neuling Balingen den sportlichen und kämpferischen Offenbarungseid geleistet hat?

„Indem wir alle Welt überraschen und unser wahres Gesicht zeigen“, sagt Kapitän Finn Lemke. Wissend, dass die MT in diesem Duell selbst in Bestform nicht der Favorit wäre und dass selbst eine kollektive starke Trotzreaktion für einen Sieg gegen diesen Gegner nicht ausreichen könnte. „Das Wir-Gefühl ist elementar“, mahnt Lemke Zusammenhalt an. „Wir müssen die Zweikämpfe annehmen und gewinnen. Klar ist, dass wir das nur alle gemeinsam schaffen können.“

Dass so etwas möglich ist, hat der Melsunger Abwehrchef selbst bereits erlebt und mitgestaltet – ausgerechnet im Trikot des SC Magdeburg. „Im November 2016 haben wir in eigener Halle 22:37 gegen Hannover mit Kai Häfner verloren. Das war auch nicht so witzig“, blickt Lemke zurück. Aber: „Danach haben wir mit einem 31:24 beim Bergischen HC eine sensationelle Siegesserie gestartet.“ Von den nachfolgenden 20 Spielen verloren Lemke und der SCM nur noch das in Kiel (24:28), holten insgesamt noch 37:5 Punkte und beendeten die Saison auf Rang fünf.

Ein Hoffnungsschimmer für die MT, ein gutes Omen gar nach einem reinigenden Gewitter am Montag? An desen Ende hatte Manager Axel Geerken Trainer Heiko Grimm das Vertrauen ausgesprochen und erklärt: „Das hat die Mannschaft zu verantworten, nicht der Trainer.“ Zumindest beim Kapitän Lemke ist das offenbar angekommen. Und zumindest ein gutes Omen gibt es ja auch. Vor der Saison gewannen die Melsunger eines ihrer Vorbereitungsturniere, den Sparkassencup. Im Siebenmeter-Werfen. Der Gegner hieß Magdeburg.

Gespannt auf diese Partie ist offenbar auch der Bundestrainer. Nach HNA-Informationen hat sich Christian Prokop angesagt, um fünf Melsunger und drei Magdeburger Nationalspieler zu beobachten.

Service: An der Abendkasse ab 17.30  Uhr gibt es noch Eintrittskarten.

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Update vom 12. September - Es ist vollbracht: Nach der 23:36-Klatsche in Balingen kippten die Handballer der MT Melsungen den Spitzenreiter SC Magdeburg mit 31:29 (16:13) vom Thron des Bundesliga-Tabellenführers. 

Quelle: HNA

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