Handballer erreichen den EHF-Cup

MT Melsungen gegen TBV Lemgo: Michael Allendorf mit bärenstarker Leistung

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Mann des Spiels: Melsungens Michael Allendorf.

Beim 31:27-Erfolg gegen den TBV Lemgo Lippe tat sich im Team des Handball-Bundesligisten MT Melsungen insbesondere Linksaußen Michael Allendorf hervor. 

Michael Allendorf fand offene Worte. Als der erste Jubel über den 31:27 (16:13)-Sieg gegen Lemgo, über Platz fünf in der Abschlusstabelle der Handball-Bundesliga und damit das endgültige Erreichen des Europapokals abgeebbt war, da sagte der Linksaußen: „Ganz ehrlich, es war eine durchwachsene Saison. Platz fünf ist deshalb fast schon überraschend.“

Dass es so kommen würde, dazu hatte Allendorf auf der Zielgeraden der Saison einiges beigetragen. Dem späten Siegtor in Erlangen ließ er gegen Lemgo eine bärenstarke Leistung und sieben Treffer folgen. Und fasste anschließend die Gemütslage der Mannschaft zusammen: „Jetzt freuen wir uns unglaublich auf Europa.“ Im Herbst wird die MT nach 2014/15 und 2016/17 zum dritten Mal im EHF-Cup antreten.

MT Melsungen erreicht EHF-Cup

Tobias Reichmann, immerhin dreimaliger Champions-League-Gewinner, betritt dann Neuland. An diesem Wettbewerb nahm der 31-Jährige noch nicht teil. „Es bedeutet mir sehr viel, dass wir dieses Ziel erreicht haben“, erklärte der Rechtsaußen freudestrahlend.

Er hätte noch mehr gejubelt, hätte er sich nicht im letzten Saisonspiel verletzt. Lemgos Robin Hübscher hatte ihm eine Viertelstunde vor Ende im wahrsten Sinne des Wortes ein Bein gestellt. „Es scheint nicht so schlimm zu sein, aber der Fuß tut immer noch sehr weh“, sagte Reichmann. Am Pfingtsmontag musste er seine Teilnahme am EM-Qualifikationsspiel am Mittwoch in Israel absagen. Er hofft jedoch noch, in Nürnberg (Sonntag) gegen den Kosovo mitspielen zu können. 

Von der MT wird auf jeden Fall Yves Kunkel dabei sein – sogar ausgeruht. Er war gegen die Lipper einziger Melsunger Akteur ohne Einsatzzeit. Was nicht an ihm selbst, sondern nur an Allendorf lag. „Eigentlich sollte jeder eine Halbzeit spielen. Aber Michi war sehr gut, und dann bin ich doch auch nicht böse darum, wenn ich mal nicht reinkomme“, sagte Kunkel.

MT Melsungen gegen TBV Lemgo: Entschlossenheit am letzten Spieltag

Spätestens in der 21. Minute dürfte der Ex-Leipziger geahnt haben, dass es mit einem Einsatz eng werden könnte. Nach einem eigentlich zu weit geratenen Pass des glänzend disponierten Torwarts Nebojsa Simic traf Allendorf dennoch mit einem spektakulären Dreher. Kurz zuvor hatte der erfahrene Angreifer schon einen Abpraller gekonnt verwertet: in höchster Not per Heber über TBV-Keeper Piotr Wyszomirski (9:6, 18.). Es waren Szenen wie diese, die die Entschlossenheit der Gastgeber am letzten Spieltag dokumentierten.

Nur beim 0:1 lagen die Nordhessen einmal zurück. Zwar nutzten sie längst nicht jede Chance, gerieten aber auch nicht ernsthaft in Gefahr. Der Rückraum tat sich gegen die aggressive Lemgoer Deckung mit Abschlüssen schwer. Doch vor allem die drei scheidenden MT-Akteure Michael und Philipp Müller sowie Simon Birkefeldt setzten einige Akzente. Zudem überzeugten die Kreisspieler Marino Maric und Felix Danner – und natürlich Allendorf und seine Kollegen auf den Außenbahnen. Bezeichnend, dass Reichmann-Ersatz Dimitri Ignatow mit dem 29:25 (57.) die letzten Zweifel am Erfolg beseitigte.

Dementsprechend zufrieden blickte auch Trainer Heiko Grimm auf den abschließenden Auftritt seiner Mannschaft. „Wir haben gezeigt, dass wir ein gutes Team haben. In diesem Wissen hast du eine gewisse Sicherheit: Da macht nicht jeder, was er will.“

Quelle: HNA

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