MT Melsungen gastiert in Magdeburg

MT Melsungen: Finn Lemkes Rückkehr - Vorfreude auf WG-Kumpel Weber

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Das war im Hinspiel: Finn Lemke (rotes Trikot) möchte sich den Magdeburger Mads Christiansen vom Leib halten. Links im Hintergrund: SCM-Torjäger Robert Weber.

Kassel. Beim letzten Saisonspiel des Handball-Bundesligisten MT Melsungen am Sonntag ab 15 Uhr beim SC Magdeburg steht Rückkehrer Finn Lemke besonders im Blickpunkt. 

Genau vor einem Jahr hatte Finn Lemke bereits seine Wohnung in Magdeburg gekündigt – und das, obwohl noch einige Bundesliga-Spiele mit dem SCM auf dem Plan standen. Doch da der Rückraum-Hüne bereits ein neues Domizil in Kassel bezogen hatte, musste er bis zu seinem Abschied aus der Stadt an der Elbe improvisieren und kam beim damaligen Magdeburger Teamkameraden Robert Weber unter – eine Kurzzeit-WG.

Am Sonntag ab 15 Uhr (Sky) gibt es für Lemke nicht nur mit dem schnellen Österreicher ein Wiedersehen. Wenn der 2,11-m-Hüne mit der MT Melsungen an die alte Wirkungsstätte zurückkehrt, dann trifft er gleich mehrere gute Bekannte – wie etwa auch Nationalmannschaftskollege Matthias Musche. „Schade, dass es das letzte Meisterschaftsspiel ist. Ich hätte die Partie gern etwas früher gehabt“, betont Lemke. Der 26-Jährige weiß, was so alles rund um einen Saisonabschluss passiert: „Da wird nicht viel Zeit zum Plaudern bleiben.“

Dabei hat er gute Erinnerungen an die Zeit in Magdeburg. Mit dem SCM gewann er 2016 den DHB-Pokal. Dennoch wird er keine Geschenke verteilen. „Das wird kein lockeres Ausklingen der Saison. Wir wollen auch weiter an unserer Auswärtsbilanz schrauben“, erwartet Lemke ein umkämpftes Spiel. Umso mehr, als sein Ex-Klub bei einer möglichen Heimniederlage hinter den Rekordmeister aus Kiel zurückfallen kann.

Lemke wird gegen den Traditionsverein voraussichtlich nur in der Abwehr zum Einsatz kommen. „Ich plane mit Finn auch offensiv, wichtiger aber ist, dass er zum Start in die nächste Saison topfit ist“, erklärt Trainer Heiko Grimm.

Lemke war wegen muskulärer Probleme in der Rückrunde mehrere Monate ausgefallen. Erst zum Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen stand der frühere Lemgoer wieder auf dem Feld. Seine größte Schwierigkeit: Vertrauen in die eigene Muskulatur zu finden. Jetzt hat er noch einiges aufzuholen. Mit Sprungwürfen hält sich der Europameister von 2016 nach wie vor zurück.

Weiter zum Nationalteam

Bereits am Montag geht es für ihn und seine beiden Melsunger Kollegen Julius Kühn und Tobias Reichmann direkt zur Nationalmannschaft. Am Mittwoch steigt ab 20 Uhr (live bei Sport1) ein Test in der Olympiahalle in München gegen Norwegen. „Das wird ein sehr attraktives Spiel“, sagt Lemke. Anschließend geht es mit der DHB-Auswahl auf eine zweiwöchige Japan-Reise. Da Deutschland als WM-Gastgeber bereits für die Weltmeisterschaft im kommenden Januar qualifiziert ist, muss das Team von Bundestrainer Christian Prokop keine Qualifikationsspiele mehr im Juni bestreiten.

Lemke hofft, dass er und seine Kameraden in Japan viele interessante Eindrücke sammeln können. Mit dem TBV Lemgo war er mal auf einer Promotion-Tour in China. „Und da“, bedauert der Hüne rückblickend, „haben wir wenig von Land und Leuten mitbekommen.“

Hintergrund

Im letzten Saisonspiel am Sonntag ab 15 Uhr beim SC Magdeburg muss Handball-Bundesligist MT Melsungen ohne seinen Torwart Nebojsa Simic auskommen. Der Montenegriner leidet erneut unter Wadenproblemen. So wird Johan Sjöstrand in die Startsieben rücken. Als Ersatz nimmt MT-Coach Heiko Grimm den 29-jährigen Fabian Meyfarth aus der Melsunger Reserve mit. „Fabian war oft bei uns und hat uns sehr geholfen. Das ist ein kleines Dankeschön“, erklärt Grimm. Ansonsten hat der Trainer alle Mann an Bord. Grimm rechnet mit einem engagierten Auftritt der Magdeburger: „Die werden dasselbe machen wie wir vor einer Woche in unserem letzten Heimspiel gegen Berlin und von der ersten Sekunde an aufs Tempo drücken.“ Für die MT besteht die Chance, ihre tolle Erfolgsserie auszubauen. Bei einem Coup in der Getec-Arena hätte Melsungen fünfmal in Folge gewonnen. 

Quelle: HNA

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