Melsunger Handballer überzeugen im Gegenstoßspiel

MT Melsungen im DHB-Pokal: Zwischen Ivano Balic und Messi

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Durchgetankt: Melsungens Marino Maric (Mitte) kommt vor den Vikings-Spielern Ivan Milas (links) und Thomas Bahn zum Abschluss. 

Melsungen. Beim Pokalspiel der Melsunger Handballer in der Stadtsporthalle gegen den HC Rhein Vikings taten sich vor allem MT-Rechtsaußen Tobias Reichmann und Kreisläufer Marino Maric hervor.

Der Auftritt der Melsunger im Halbfinale gegen die Rhein Vikings bestätigte einige besorgniserregende Entwicklungen. So fand das Team nur schwer ins Spiel, und die Chancenverwertung im ersten Abschnitt war unzureichend. Zudem genügte auch die Torwartleistung der Nordhessen vor der Pause nicht den eigenen Ansprüchen.

Zur Geschichte dieses Spiels gehört aber auch, dass die MT nach der Umstellung von der 6:0- auf die 5:1-Deckung viele Ballgewinne generierte und das gewünschte Tempospiel aufzog. Dabei tat sich ein Akteur hervor, den seine Mannschaftkollegen auch gern „den kleinen Ivano Balic“ nennen: Marino Maric, als vorgezogener Verteidiger eingesetzt, leitete einige Konter ein und bediente in schöner Regelmäßigkeit vor allem Rechtsaußen Tobias Reichmann. Das eine oder andere Zuspiel erinnerte durchaus an den einstigen kroatischen Superstar Balic.

Zehnfacher Torschütze: Tobias Reichmann.

„Visuelle Kommunikation ist alles, und Tobi und ich haben ständig Augenkontakt“, erklärte Maric. Auch im Training harmonieren die Beiden gut. Wenn der Kroate seine linke Hand kurz an die linke Wange legt, weiß Reichmann Bescheid, dass sein Mitstreiter beim Tempogegenstoß anspielbar ist. So geschehen vor dem 31:20 gegen die Rheinländer (56.). Kurz darauf revanchierte sich Maric – unter den Augen seiner Ehefrau und den drei Kindern – und bereitete das 33:21 von Reichmann vor – es war dessen zehnter Treffer im Vorschlussrundenduell des Auftaktturnieres.

„Wir waren nach dem Wechsel viel aggressiver“, freute sich der Linkshänder. Und so kamen auch die leichten Tore aus erster und zweiter Welle zustande. Reichmann lobte aber nicht nur das Zusammenspiel mit dem kleinen Balic, sondern auch mit dem großen Finn Lemke. Der Kapitän hatte zuvor auf der Spitze der 5:1-Abwehr agiert und ebenfalls einige Gegenstöße initiiert oder selbst abgeschlossen.

Bei MT-Trainer Heiko Grimm bekommt Maric eher den Titel Lionel Messi – wohl auch weil dieser bei den Fußballspielen zum Aufwärmen im Training in die Trickkiste greift. „Ich weiß, dass Marino gern Spielmacher wäre“, sagt Grimm, „aber mir ist es lieber, dass er die Bälle einfach nur reinmacht.“

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Quelle: HNA

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