MT Melsungen geht in die WM-Pause

Erst Derbysieg, dann Ja-Wort: Melsunger Yves Kunkel hat doppelten Grund zur Freude

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Mit breiter Brust: MT-Linksaußen Yves Kunkel steuerte fünf Treffer zum Derbysieg bei.  

Gelungener Abschluss für die MT Melsungen - und besonders für Yves Kunkel. Keine 24 Stunden nach dem Derybsieg gab der Linksaußen seiner Freundin das Ja-Wort.

Erschöpft waren sie, aber glücklich. Und Heiko Grimm fand die passenden Worte: „Ich bin froh, dass jetzt erst mal Pause ist“, sagte der Trainer der MT Melsungen nach dem verdienten 26:24 (13:10)-Derbysieg gegen die HSG Wetzlar. Logisch, dass beim heimischen Bundesligisten und bei den Fans in der Kasseler Rothenbach-Halle beste Laune herrschte nach diesem erfolgreichen Abschluss des Handballjahres.

Besonderen Grund zur Freude hatte Yves Kunkel. Nicht nur, weil er fünf Treffer zum Erfolg beisteuerte. Als der MT-Linksaußen nach der mitreißenden Partie am Donnerstagabend von seiner Freundin geherzt wurde, eilte Kunkels Vater herbei, klopfte seinem Sohnemann anerkennend auf die Schuler und sagte: „Jetzt kannst du heiraten.“ Und das sollte kein lustiger Spruch sein. Keine 24 Stunden später gab der 24 Jahre alte Profi seiner Selina das Jawort.

Passenderweise sprach Kunkel von einem „schönen Abschluss“. Damit meinte er aber zunächst die zuvor absolvierten 60 Minuten gegen den hessischen Rivalen. „Wir haben geackert, und die Abwehr stand super“, bilanzierte der Linksaußen. So kam die MT mehrfach zu ihrem Tempospiel und leichten Toren. Und damit wären die wichtigsten Gründe für den Erfolg zusammengefasst. Oder wie es Gästetrainer Kai Wandschneider ausdrückte: „Wir haben uns an der 6:0-Deckung die Zähne ausgebissen – und an Nebojsa Simic.“ Wie schon beim Sieg in Gummersbach erwischte der MT-Schlussmann einen Sahnetag und brachte den Gegner mit teils spektakulären Paraden zur Verzweiflung.

Der Vulkan aus Montenegro verabschiedete sich ebenfalls mit einem guten Gefühl in die WM-Pause. Er vermisse seine Familie und freue sich auf die Heimat, sagte Simic: „Ich werde viel Zeit auf dem Sofa verbringen, gut essen und das eine oder andere Bierchen trinken.“ Sobald er zurück ist, werde er wieder trainieren. Am 10. Januar fängt für die MT-Profis die Vorbereitung an.

Das eine oder andere Bierchen gönnten sich auch die Fans in der Halle. Dafür hatten sie vor dem Anwurf genügend Zeit. Weil der Bus der Wetzlarer Mannschaft im Stau feststeckte, begann das Spiel mit 45-minütiger Verspätung. „Die Zuschauer haben Geduld bewiesen und dann für grandiose Stimmung gesorgt. Wir haben ein tolles Derby erlebt“, lobte Wandschneider.

Tatsächlich nahmen sowohl Spieler als auch Fans die Verzögerung gelassen hin. Beide Mannschaften zeigten sich von Beginn an hellwach. Die Warterei sei gar nicht so dramatisch gewesen, sagte beispielsweise Kunkel. Und Markus Martin vom Fan-Klub der MT-Trommler fand es richtig und wichtig, auf die Gäste zu warten: „Die Halle ist voll, und letztlich wollen wir doch alle Handball sehen“, sagte er in jener ungewissen Phase, als die Partie sogar auf der Kippe stand.

Für den Catering-Service hatte die Verspätung zudem etwas Gutes. An einer Theke gab es unmittelbar vor dem Anwurf kein Bier mehr. Solch einen Umsatz hatte es in der Rothenbach-Halle vermutlich noch nicht gegeben. „Wie ruhig und entspannt die Leute geblieben sind, hat mich wirklich beeindruckt“, sagte MT-Manager Axel Geerken und ergänzte mit Blick auf das turbulente Jahr: „Jetzt haben wir uns einen ruhigen Jahreswechsel verdient.“

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Quelle: HNA

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