Beide Teams nun punktgleich

MT Melsungen schlägt die Füchse Berlin mit 26:22 - Lasse Mikkelsen überragt

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Überragte gegen die Füchse Berlin: Melsungens Lasse Mikkelsen erzielte neun Treffer.

Um 20.39 Uhr war es am Donnerstag geschafft: Mit 26:22 (12:8) gewinnt die MT Melsungen gegen den Tabellen-Nachbarn Füchse Berlin.

Handball-Bundesligist MT Melsungen ist nach dem Heimsieg nun wieder mittendrin im Kampf um den wichtigen fünften Rang, der einen Platz im Europapokal bedeutet. Die 4300 Zuschauer in der ausverkauften Kasseler Rothenbach-Halle feierten die Mannschaft stehend, aus den Boxen dröhnte: „Oh, wie ist das schön.“

Wer das Ergebnis nach den ersten drei Minuten betrachtete, musste den Eindruck bekommen, die Melsunger hätten schlecht ins Spiel gefunden. Doch weit gefehlt: Trotz des 0:2-Rückstands war die MT von der ersten Sekunde an zur Füchsejagd bereit. Das zeigte die Leidenschaft, mit der der Gastgeber in der Defensive arbeitete. Schnell auf den Beinen, aggressiv im Zweikampf – das ist der Stoff, aus dem Melsunger (Abwehr-)Träume sind. Unter diesen Voraussetzungen nahm Torwart Nebojsa Simic mehrere freie Bälle weg.

Die Hausherren wandelten das 0:2 durch Regisseur Lasse Mikkelsen (3), Tobias Reichmann und Michael Müller in eine 5:2-Führung um und bereiteten den Hauptstädtern trotz einiger umstrittener Schiedsrichter-Entscheidungen einiges Kopfzerbrechen. Dabei kam es den Nordhessen entgegen, dass auf der Gegenseite die angeschlagenen Fabian Wiede und Frederik Simak nicht rechtzeitig fit wurden. Bei der MT standen indes die Sorgenkinder Yves Kunkel, Michael Allendorf und Timm Schneider wieder im Kader. Gebraucht wurde vor allem Linksaußen Kunkel – und der Ex-Leipziger trug mit zwei Toren zu einer 11:5-Führung bei (21.). 4300 Fans in der Rothenbach-Halle waren begeistert.

Doch die Berliner kämpften sich in die Partie. Wobei Nationaltorwart Silvio Heinevetter einige Würfe entschärfte. Allerdings hatte der Routinier auch etwas Glück, dass er überhaupt noch auf dem Feld war. Nach einem weiten Ball war Kunkel mit Heinevetter ein Stück vor dem Kreis zusammengekracht. Dafür haben Schiedsrichter schon die Rote Karte gezückt. Immerhin: Der letzte Treffer der ersten Hälfte zählte für den Tabellensechsten. Schütze? Na klar: Mikkelsen, der Mann für (fast) alle Fälle bei der MT.

MT Melsungen schlägt Füchse Berlin

Und der Däne machte nach dem Wechsel direkt weiter: 14:9, 15:9 – jeweils Mikkelsen. Zuvor hatte Roman Sidorowicz den zweiten Durchgang mit dem 13:8 eröffnet. Melsungen wollte nun die schnelle Vorentscheidung (17:10, 37.). Umso mehr, weil die Hintermannschaft um Kapitän Finn Lemke und Felix Danner kaum nachließ. Und „Simo“ war ohnehin ein starker Rückhalt – elf Paraden in den ersten 40 Minuten.

Gäste-Coach Velimir Petkovic ließ nun Mikkelsen kurz decken. Das zeigte Wirkung – der Vorsprung der Heimmannschaft schmolz (18:16). Die MT war auch teilweise nicht clever genug – mal wieder. Sie kassierte nun ihre Gegentreffer viel zu schnell. Nach dem 20:21 durch Mattias Zachrisson war die Begegnung wieder völlig offen.

Entspannung in die Mundwinkel von Melsungens Trainer Heiko Grimm kam erst, als Berlins bis dahin zuverlässiger Siebenmeterschütze Hans Lindberg einen Strafwurf an den Pfosten setzte (56.) und Mikkelsen auf der Gegenseite von der Linie auf 24:20 stellte. Das 25:21 durch Reichmanns fantastisches Tor von Rechtsaußen war die Entscheidung.

MT Melsungen gegen Füchse Berlin: Vor dem Spiel

Unseren Vorbericht zum Spiel lesen Sie auf dieser Seite. Ein Interview mit dem Spielmacher der Hauptstädter Paul Drux lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten rund um den Handballsport in Deutschland gibt es in unserem Handball-Spezial. Den Spielplan der MT Melsungen finden Sie in diesem Artikel

Quelle: HNA

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