MT gewinnt gegen Oppeln

MT Melsungen hat Mühe, gewinnt aber 26:21 gegen Oppeln

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In der Bande gelandet: MT-Rechtsaußen Dimitri Ignatow. 

Die Handballer der MT Melsungen sind erfolgreich in der Gruppenphase des EHF-Cups gestartet. Gegen Gwardia Oppeln aus Polen hatte der Bundesligist zwar Mühe, gewann aber 26:21. 

Souverän sieht anders aus. Einen Schönheitspreis haben die Handballer der MT Melsungen auch nicht gewonnen. Dafür aber das Spiel gegen Gwardia Oppeln zum Auftakt der Gruppenphase im EHF-Cup. „Wir müssen nicht immer brillieren“, sagte MT-Trainer Heiko Grimm am Sonntag nach dem mühevollen 26:21 (12:10) gegen den Außenseiter aus Polen. Wichtig sei der Sieg, „und wir haben Kräfte geschont.“

Heißt: Im Vergleich zum Liga-Spiel bei den Rhein-Neckar Löwen am Donnerstag hatte Grimm seine Mannschaft komplett umgekrempelt. Johan Sjöstrand begann im Tor, außerdem standen Dimitri Ignatow, Stefan Salger, Domagoj Pavlovic, Roman Sidorowicz, Yves Kunkel und Timm Schneider in der Startaufstellung. Und die legten vor 2786 Zuschauern in der Kasseler Rothenbach-Halle prima los. Nach sechs Minuten führten die Gastgeber bereits 4:0.

Vom Oppelner Rückraum ging keine Gefahr aus. Wenn der Tabellensechste der ersten polnischen Liga erfolgreich war, dann über den Kreis oder Außen. Linksaußen Wiktor Kawka sorgte mit dem 4:1 für den ersten Treffer der Gäste (7. Minute). Die Nordhessen hatten die Sache aber im Griff. Rechtsaußen Ignatow verwertete ein Zuspiel von Schneider sogar mit der schwächeren rechten Hand zur 6:2-Führung (10.).

Die Schlagzahl hielten die Melsunger aber nicht durch. Sie ließen es schleifen. Agierten zu überhastet. Anstatt mehr miteinander zu spielen, rieben sich die MT-Profis in Einzelaktionen auf. „Wir haben alle einen Gang zurückgeschaltet und so den Gegner zurück ins Spiel gebracht“, sagte Ignatow. Nur auf Sjöstrand war Verlass. Der schwedische Schlussmann kam allein in der ersten Hälfte auf elf Paraden. Dennoch war er machtlos, als die Gäste in den letzten Minuten des ersten Durchgangs einen 4:0-Lauf hinlegten. 12:10 hieß es dann zur Pause – zu wenig aus Sicht des haushohen Favoriten.

Einer, der herausragte: MT-Torwart Johan Sjöstrand (Mitte).

Und es wurde nicht besser. Grimm sah sich bereits in der 40. Minute beim Stand von 16:15 gezwungen, eine Auszeit zu nehmen. Es lief nichts mehr zusammen bei den Nordhessen. „Es muss ausgesehen haben, als hätten wir das Handballspielen verlernt“, gab Ignatow zu. Erschreckend, wie beispielsweise Kunkel ein einfaches Zuspiel von Mikkelsen nicht zu fassen bekam. Das Ganze mündete in einer Frustaktion von Schneider, der Maciej Zarzycki im Gesicht traf und dafür die Rote Karte sah (41.). Unmittelbar danach gelang den Gästen dank Szymon Dzialakiewicz sogar der Ausgleich zum 16:16.

„So sind wir dann in die Bredouille gekommen“, sagte Grimm. Kaum zu glauben, aber nun war es ein offener Schlagabtausch. Die vermeintliche Pflichtaufgabe wurde für die MT zum Kraftakt. Die Polen ließen sich nicht abschütteln. Zum Glück aus MT-Sicht gab es da ja noch Sjöstrand. Das hätte vorher aber auch niemand gedacht, dass der Torwart in dieser Begegnung derart in den Blickpunkt rückt.

Sei es drum. Der Schwede hielt mehrfach glänzend, und irgendwie fing sich auch der Rest der Mannschaft. Ignatows Tor zum 24:20 (57.) war dann die Entscheidung. Der sagte anschließend: „Wir haben uns das heute sicherlich anders vorgestellt.“

Quelle: HNA

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