Es droht ein ungemütlicher Herbst

MT kassiert heftige Heimniederlage gegen Berlin

Freie Bahn: Melsungens Timo Kastening (Mitte) kommt hier vor den Berlinern (von links) Tim Matthes, Lasse Andersson und Jacob Holm zum Wurf.
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Freie Bahn: Melsungens Timo Kastening (Mitte) kommt hier vor den Berlinern (von links) Tim Matthes, Lasse Andersson und Jacob Holm zum Wurf.

Die Saison in der Handball-Bundesliga ist gerade einmal eine Woche alt – bei der MT Melsungen wird es nach der deutlichen 25:33 (9:15)-Heimpleite gegen die Füchse Berlin aber schon unruhig.

Kassel - Unter den Zuschauern war auch der frühere Melsunger Publikumslieblings Thomas Klitgaard, der als Sportlicher Leiter von Skjern nicht nur einige seiner dänischen Landsleute auf Berliner Seite unter die Lupe nahm. Er machte sich auch ein Bild von seinem ehemaligen Spielers Elvar Örn Jonsson – und der MT-Neuzugang brachte die Gastgeber 1:0 in Führung.

Doch die Antwort der Hauptstädter ließ nicht lange auf sich warten: zwei Tore durch Mijajlo Marsenic (2:1). Beide Mannschaften gingen in der Abwehr nicht zimperlich zuwerke. Die MT brauchte gute Ideen in der Offensive. Nicht immer sah es allerdings so überlegt aus wie in der 13. Minute, als Arnar Freyr Arnarsson, am Sonntag erstmals Vater geworden, auf Zuspiel von Julius Kühn erfolgreich war (4:4.). Oder bei den Abschlüssen von Rechtsaußen Timo Kastening. Zudem war Berlins Torwart Dejan Milosavljev ein starker Rückhalt. Gleich reihenweise parierte der Serbe Würfe aus dem Melsunger Rückraum. Es war auch sein Verdienst, dass die Berliner nach 17 Minuten 8:4 vorn lagen.

Umstellungen ohne Wirkung

MT-Coach Gudmundur Gudmundsson nahm vorübergehend Kai Häfner und Kühn vom Feld. Dafür kamen Domagoj Pavlovic und Alexander Petersson ins Spiel. Marino Maric löste Arnarsson am Kreis ab. Allerdings: Die Angriffsleistung war auch weiterhin alles andere als erbaulich. Die Hausherren hatten Milosavljev längst warm geworfen.

Am eigenen Kreis taten sich auch immer mehr eklatante Lücken auf. Und Melsungens Schlussmann Nebojsa Simic stand nach seiner starken Leistung zuletzt beim 26:33 gegen Kiel diesmal im Schatten seines Gegenübers. Dabei mangelte es nicht an der nötigen Unterstützung von den Rängen. 2447 Zuschauer trieben ihr Team unentwegt auch noch an, als der Rückstand auf 7:14 (29.) angewachsen war.

Die Frage zur Pause war, ob die Stimmung bei den Fans schon unmittelbar nach dem Seitenwechsel kippen würde. Denn: Mit einer solch schwachen Vorstellung im ersten Durchgang hatten die wenigsten im Publikum gerechnet. Doch die Probleme bei den Nordhessen zogen sich schon durch die Vorbereitung. Und: Gudmundsson ist es bislang nicht gelungen, eine wirkliche Trendwende einzuleiten.

Am Ende wird es richtig deutlich

Zu Beginn des zweiten Abschnitts gab es die ersten Unmutsbekundungen. „Wir wollen euch kämpfen sehen“, forderten die Fans auf der Stehtribüne. Es war ein Weckruf, wie sich zeigte. Melsungen sendete Lebenszeichen. Durch Kühn. Durch Kastening. Durch Häfner. Und auch durch den eingewechselten Torwart Silvio Heinevetter, der einen Siebenmeter von Hans Lindberg parierte (37.). Bis auf 14:18 verkürzte die MT den Rückstand (39.).

Jetzt brachten sie die Gäste zum ersten Mal an diesem Abend etwas ins Grübeln. Doch die Füchse waren schlau – und wurden nicht hektisch. Vor dem 26:19 bauten sie so viel Druck auf, bis Marsenic am Kreis den nötigen Freiraum hatte und Heinevetter überwinden konnte (49.).

So war schon zehn Minuten vor Ende praktisch klar, dass die Melsunger auch nach drei Spieltagen noch keinen Sieg vorweisen können. Bis zum nächsten Heimspiel sind es neun Tage – am 26. September kommt Aufsteiger TuS N-Lübbecke in die Rothenbach-Halle. Es zeichnet sich aber schon ab: Der Herbst wird für die MT und ihren Trainer Gudmundsson ungemütlich.

Statistik:

MT Melsungen - Füchse Berlin 25:33 (9:15)

Melsungen: Simic (15 GT/3 P.), Heinevetter (18 GT/4 P.) - Maric 1, Kühn 5, Lemke, Reichmann, Kunkel 2, Jonsson 3, Arnarsson 1, Allendorf, Häfner 4, Petersson, Kastening 7/3, Pavlovic 2.

Berlin: Milosavljev (21 GT/13 P.), Genz (3 GT/0 P.) - Wiede 4, Holm 4, Andersson 3, Lichtlein 2, Lindberg 6, Michalczik 2, Langhoff 1, Chrintz 1, Matthes, Kopljar, Vujovic 4/1, Koch 2, Marsenic 3, Drux 1.

SR: Kuttler/Merz (Meckenbeuren) - Z: 2447

Siebenmeter: 3/3:2/1- Zeitstrafen: 2:6 Minuten

Spielstände: 1:0 (2.), 1:2 (4.), 4:8 (18.), 6:12 (27.), 7:14 /19.), 9:15 - 11:16 (34.), 14:18 (39.), 16:22 (42.), 20:27 (50.), 25:33

Von Björn Mahr

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