Vor Heimspiel am Sonntag um 12.30 Uhr gegen Lemgo

Heiliger Ort in der Halle: MT-Trainer Michael Roth zeigt die Kabine der Melsunger Handballer

Kassel. Schlager in der Handball-Bundesliga: Die MT Melsungen hat am Sonntag den TBV Lemgo zu Gast. Wir haben uns vor der Partie mit Trainer Michael Roth in der MT-Kabine getroffen.

Eine lange rote Sitzbank links, eine lange rote Sitzbank rechts. Auf den ersten Blick unterscheidet sich die Kabine der MT Melsungen in der Kasseler Rothenbach-Halle kaum von anderen Umkleideräumen. Es kommt auf Details an. Die Wände sind nicht in Weiß gehalten, sondern haben einen modernen grauen Anstrich. In der Dusche warten zwei große gelbe Behälter darauf, randvoll mit Eis und Eiswürfeln befüllt zu werden - die Eistonnen für die Regeneration der Spieler. Und über der Tür, die zum Sanitärbereich führt, steht in dicken schwarzen Lettern: MT - da geht was. Das Motto des Bundesligisten. „Es ist nicht so steril, so kann sich das Team ein bisschen heimisch fühlen“, erläutert Roth. Jeder Spieler hat seinen festen Platz: von Johan Sjöstrand bis Michael Müller, von Johannes Golla bis Felix Danner. An den Spieltagen hängen schon die passenden Trikots an den Haken darüber.

In ihrem kleinen Reich wird der Coach sein Team auch am Sonntag zur Begegnung mit dem TBV Lemgo einstimmen. Anpieksen nennt Roth das. „Man merkt, wie die Stimmung steigt, jeder soll ja wissen, worum es geht“. Andere Trainer, so erzählt er, schreiben schon mal einen provokanten Spruch des gegnerischen Kollegen auf die Leinwand. Roth mag diese Spielchen nicht. Er versucht auf anderem Weg, das Team zu packen. Von ihm kommen eher solche Sätze: „Jungs, da draußen warten 4000 Fans auf euch, die wollen euch kämpfen und laufen sehen, also kämpft und lauft noch mehr.“ So viele sind es mittlerweile, die den ambitionierten Erstligisten anfeuern.

Hinweis: Falls Sie das Video nicht abspielen können, probieren Sie bitte einen anderen Browser aus.

Bis vor geraumer Zeit lag der Schnitt der Melsunger bei etwa 3000 Besuchern. Sonntag wird’s mit tausend Anhängern mehr noch heißer. Sonntag wird’s voll - voraussichtlich zum neunten Mal in dieser Saison ist die Rotenbach-Halle bei einem MT-Heimspiel ausverkauft.

Während sich seine Spieler dann auf dem Spielfeld aufwärmen, wird Roth den Innenraum komplett meiden - wie immer. „Ich bin lieber an der frischen Luft“, erzählt der 56-Jährige. „Bei Heimspielen ist die Anspannung noch größer als bei Auswärtspartien. Du willst ja auch die eigenen Fans zufriedenstellen.“

Erst kurz vor Beginn kehrt er für die Teamansprache in die Kabine zurück. Er hat keinen vorgefertigten Text, den er dann nur noch von einer DIN A4-Seite ablesen müsste: „Ich will authentisch bleiben.“

Es darf jeder etwas sagen - das letzte Wort hat allerdings der Trainer. „Schon in der Kabine sind bei verschlossener Tür die Fans zu hören“, sagt Roth, der sich im Schatten der Scheinwerfer und fernab jeder Fernsehkamera auf den Weg Richtung Ersatzbank macht. „Ich kriege gar nicht mehr mit, was für Musik in der Halle läuft“. Während Pressesprecher Bernd Kaiser einen MT-Profi nach dem anderen aufruft, damit diese an den Melsunger Cheerleadern vorbei im gleißenden Licht auf das Feld einlaufen, ist Roth schon in Gedanken im Spiel.

Handball-Bundesligist MT Melsungen muss auch im Heimspiel am Sonntag ab 12.30 Uhr (auch auf Sky) gegen den TBV Lemgo auf Torwart Nebojsa Simic verzichten. Auch Spielmacher Timm Schneider droht gegen seinen Ex-Klub wegen einer Schambeinentzündung auszufallen. „Timm macht Fortschritte“, erklärt Coach Michael Roth. Zudem litten Philipp Müller und Jeffrey Boomhouwer am Donnerstag unter einem grippalen Infekt. Unklar, ob sie bis zum Anwurf des Handball-Bundesligaspiels vollkommen fit sind. Unabhängig davon möchten die Melsunger an die überzeugende Vorstellung vom 28:20-Heimsieg Mitte Februar gegen den SC DHfK Leipzig anknüpfen. „Wir sind der Favorit und wollen dieser Rolle auch gerecht werden“, fordert Roth volle Konzentration von seinem Team.

Ergebnisse, Tabellen, Statistiken zur Handball-Bundesliga

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © Fischer

Kommentare