MT-Außen trifft heute auf Lemgo-Coach

Melsungens Timo Kastening über Lemgos Trainer Kehrmann: Flo ist menschlich ein überragender Typ

Trost vom Gegner: Timo Kastening (Mitte) erhält aufmunternde Wort von Lemgos Coach Florian Kehrmann. Links daneben: Silvio Heinevetter.
+
Trost vom Gegner: Timo Kastening (Mitte) erhält aufmunternde Wort von Lemgos Coach Florian Kehrmann. Links daneben: Silvio Heinevetter.

Die MT Melsungen tritt heute (19.05 Uhr) beim TBV Lemgo Lippe an. Es ist der Gegner, gegen den die Nordhessen im Pokalfinale erst vor Kurzem unterlegen war.

Es waren Bilder, die man nicht vergisst. Kurz nachdem die Melsunger Bundesliga-Handballer das Pokalfinale in Hamburg gegen den TBV Lemgo Lippe verloren hatten, kauerte Timo Kastening arg gefrustet am Spielfeldrand. Der MT-Rechtsaußen war nicht allein. Neben ihm verbarg Torwart Silvio Heinevetter seine Enttäuschung hinter einem Handtuch, das er sich über den Kopf gelegt hatte.

Auch Lemgos Trainer Florian Kehrmann war nicht verborgen geblieben, wie sehr Kastening die Niederlage und insbesondere seine Reservistenrolle im Endspiel schmerzte. Anstatt den Triumph in vollen Zügen auszukosten, ging er zu Melsungens Nummer 73 und spendete Trost.

„Flo ist menschlich ein überragender Typ. Es war eine große Geste, das er mir in diesem Augenblick Mut zugesprochen hat“, betont Kastening. Sie kennen sich bereits seit mehr als acht Jahren. Als Kastening noch für Hannovers Nachwuchs spielte, traf er oft auf ein Lemgoer Jugendteam, für das Kehrmann seinerzeit tätig war. „Timo war für mich bei den Olympischen Spielen der konstanteste deutsche Spieler. Es ist schön, wenn da meine Aufmunterung etwas geholfen haben sollte“, sagt der TBV-Coach. Heute kann er es Kastening noch einmal persönlich sagen. Ab 19.05 Uhr trifft Lemgo zum Bundesliga-Auftakt in der Phoenix-Contact-Arena auf Melsungen.

Anders als die Gäste haben die Lipperländer schon ein Pflichtspiel in den Knochen. Im Supercup wehrten sie sich bei der 29:30-Niederlage gegen Kiel tapfer. „Wir haben gegen den THW eine gute Leistung gezeigt“, sagt Kehrmann rückblickend. Daran wollen die Gastgeber nun heute Abend anknüpfen: „Die MT hat eine Riesenpower. Aber wir werden sie vor schwierige Aufgaben stellen.“ Ein enges Duell ist garantiert.

„Der Druck bei Melsungen ist noch etwas größer als bei uns“, betont der Lemgoer Trainer. In Bestbesetzung kann sein Team nicht antreten: Die Rekonvaleszenten Tim Suton und Andreas Cederholm fallen vorläufig noch aus.

Allerdings verpflichtete der TBV einen interessanten Rückraumspieler: Der erst 21 Jahre alte Österreicher Lukas Hutecek nahm im Januar an der WM in Ägypten teil. Dem Supercup drückte er ebenfalls den Stempel auf und setzte an der Seite des wurfgewaltigen Jonathan Carlsbogard einige Akzente.

„Das Spiel hat gezeigt, dass man keinen Gegner unterschätzen darf“, warnt Melsungens Silvio Heinevetter vor dem Auftaktgegner. „Da kommt gleich einiges auf uns zu“, ergänzt Finn Lemke, der früher selbst mal genauso wie Co-Trainer Arjan Haenen das TBV-Trikot trug. Ein Wiedersehen mit seinem Bruder Jari Lemke wird es nur abseits des Feldes geben. Der 24-Jährige beendete nach dem dritten Kreuzbandriss seine Karriere. Ebenfalls nicht mehr dabei: Routinier Christoph Theuerkauf. Zudem verließen unter anderen Dani Baijens (nach Hamm) und der talentierte Fynn Hangstein (nach Eisenach) Lemgo. (Björn Mahr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare