Viel Lob vom Ex-Coach

Das sagt Melsungens Trainer Gudmundur Gudmundsson über Welthandballer Niklas Landin

Niklas Landin vom THW Kiel wurde zum Welthandballer des Jahres 2019 gewählt. Im Bild bejubelt er eine Parade.
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Top-Torwart: Niklas Landin vom THW Kiel wurde zum Welthandballer des Jahres 2019 gewählt.

Kassel – Wenn Welthandballer Niklas Landin vom THW Kiel auf seine Anfänge zurückblickt, dann erwähnt er vor allem den Namen eines Trainers: Melsungens Gudmundur Gudmundsson.

„Darauf bin ich sehr stolz“, sagt der Handball-Lehrer. Der Isländer ist so etwas wie der Entdecker des dänischen Torwarts – aber zu bescheiden, um das selbst so zu formulieren.

Angemessen wäre es auf jeden Fall. Als Gudmundsson Trainer des dänischen Erstligisten GOG Svendborg war, schenkte er dem damals 19-Jährigen das Vertrauen, nahm ihn in sein Team und berief ihn sogar zur Nummer eins. Jetzt, mehr als ein Jahrzehnt später, gehört Landin (31) zu den Großen in seinem Sport. Seit Samstag ist er der Welthandballer des Jahres 2019.

Sechs Jahre haben sie zusammengearbeitet

„Ich freue mich sehr für Niklas“, erklärt der mittlerweile bei der MT Melsungen unter Vertrag stehende Gudmundsson. „Er war immer schon ein guter Torwart, aber er hat sich noch beständig gesteigert. Er hat Ausstrahlung, mehr Erfahrung – er ist nicht ohne Grund der Kapitän der dänischen Nationalmannschaft.“

Sechs Jahre hat Gudmundsson mit Landin zusammengearbeitet: Erst bei Svendborg, später in der Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen und dann noch in Dänemarks Nationalmannschaft, mit der sie zusammen unter anderem Olympia-Gold in Rio de Janeiro gewannen.

Trainer der MT Melsungen und früherer Coach von Niklas Landin: Gudmundur Gudmundsson.

„Niklas ruht zumeist in sich. Und dann geht er aber auch mal aus sich heraus, bringt Leidenschaft rein, wenn es gebraucht wird – er findet die richtige Balance“, betont der 59-jährige Gudmundsson.

2019 war für Landin ein herausragendes Jahr

2019 gewann Landin mit der Auswahl die Heim-WM und wurde zurecht ins Allstar-Team gewählt. Einige Monate später holte er mit Kiel noch zwei Vereinstitel. „Die Wahl zum Welthandballer ist ein herausragendes Ereignis meiner Karriere“, wird Landin auf der THW-Internetseite zitiert. „Ich möchte mich bei den Fans bedanken, die mit ihrer Stimme diese Ehre möglich gemacht haben. Und ich möchte mich bei meinen Mitspielern in Kiel und in der dänischen Nationalmannschaft bedanken, ohne die dieses Jahr und die Wahl nicht möglich gewesen wären.“

Zwei Wochen lang hatten die Fans auf der Homepage der Internationalen Handball-Föderation (IHF) abstimmen können. Neben Landin standen auch seine Landsleute Rasmus Lauge und Mikkel Hansen sowie der Kroate Luka Cindric und der Norweger und zukünftige Kieler Sander Sagosen zur Wahl. Zum Welttrainer wurde ebenfalls ein Däne gekürt: Landins aktueller Nationalcoach Nikolaj Jacobsen.

Vor Kiels Schlussmann erhielten erst vier Torhüter diese Auszeichnung: Arpad Sterbik, Slawomir Szmal, Thierry Omeyer sowie der Deutsche Henning Fritz bekamen diesen Titel je einmal verliehen. Wenn Landin seine prächtige Form trotz Coronapause konservieren konnte, dürfte er wieder ein heißer Kandidat sein. Gudmundur Gudmundsson würde sich wieder mit ihm freuen.

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