MT-Spiel gegen Kiel

Der MT Melsungen fehlt gegen Kiel das Besondere

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Überragende Leistung gegen Kiel: Melsungens Spielmacher Lasse Mikkelsen. 

Handball-Bundesligist MT Melsungen hält gegen den THW Kiel beim 25:29 gut mit. Unter Strich fehlten aber ein paar Prozent. 

Anerkennenden Beifall ernteten alle Spieler der MT Melsungen. Sie kämpften aufopferungsvoll, sie blieben lange Zeit dran, doch am Ende mussten sie eine verdiente 25:29 (14:16)-Niederlage gegen den THW Kiel hinnehmen. Nicht nur Heiko Grimm fand, dass für den heimischen Handball-Bundesligisten vor ausverkauften Rängen in der Kasseler Rothenbach-Halle mehr drin gewesen wäre.

Dafür aber hätte der MT-Trainer an diesem Donnerstagabend mehr Typen eines Lasse Mikkelsen in seinen Reihen haben müssen. Der Spielmacher verdiente sich einen Sonder-Applaus. Acht Treffer und mindestens genauso viele entscheidende Pässe – der 30 Jahre alte Däne war einmal mehr Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Nordhessen. „Wir haben gut dagegengehalten. Aber wir sind nie in einen Lauf gekommen“, fasste Mikkelsen treffend zusammen.

Keine Frage, angesichts der angespannten Personallage zog sich die MT gegen den großen Favoriten mehr als achtbar aus der Affäre. Auch Axel Geerken lobte die Disziplin und den Einsatz der Mannschaft. Aber: „Das Besondere hat heute gefehlt“, sagte der MT-Manager. Die Melsunger Handballer wussten, dass alles optimal laufen muss, um Kiel zu schlagen. Grimm drückte das Problem so aus: „Wir hatten zu wenig Spieler, die die Partie positiv beeinflusst haben.“ Damit meinte der MT-Trainer sowohl die Feldspieler als auch die Torhüter.

Gegen die meisten Bundesliga-Kontrahenten wäre die MT mit solch einer Leistung sicherlich als Sieger aus der Halle gegangen. Gegen Kiel reichte sie nicht. Am Ende hätte ein bisschen die Kraft gefehlt, sagte Felix Danner, der nicht nur wegen seiner vier Treffer positiv auffiel. „Was Felix fast 60 Minuten am Kreis durchzieht – davor muss man den Hut ziehen“, lobte Kollege Philipp Müller. Beide Abwehr-Strategen waren sich einig, dass es ein paar Prozent mehr bedurft hätte, um den THW ernsthaft in Verlegenheit zu bringen.

Denn spätestens ab Mitte der zweiten Hälfte spulten die Kieler ihr Pensum mit aller Routine herunter. Das Spiel plätscherte dahin, wie Grimm analysierte. Genau in dieser Phase hätte die MT den einen oder anderen besonderen Moment gebraucht – eine spektakuläre Parade, einen Block, einen schnellen Ballgewinn. Am besten drei, vier Erfolgserlebnisse am Stück. Nicht zuletzt, um das Publikum noch einmal richtig in Fahrt zu bringen. „Die schnellen und einfachen Tore sind uns heute leider nicht gelungen“, sagte Mikkelsen.

Dennoch müssen die MT-Profis nicht die Köpfe hängen lassen. „Wir nehmen schon Positives mit aus diesem Spiel“, sagte Danner. Aber erst mal erhalten die Handballer Zeit zum Durchschnaufen. Am Freitag stand Regeneration auf dem Programm, an den folgenden drei Tagen müssen nur Läufe selbstständig absolviert werden. „Die Pause wird uns ganz guttun“, sagte Grimm. Erst am übernächsten Donnerstag wartet auf die MT der nächste Heimkracher – dann sind die Füchse Berlin in Kassel zu Gast.

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Quelle: HNA

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