Anwurf am Sonntag um 12.30 Uhr

Lübbeckes Jaanimaa: „Schade, dass die MT mit mir nicht mehr geplant hat“

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Spielte bis Mitte Januar noch für die MT: Dener Jaanimaa, der am Sonntag mit dem TuS N-Lübbecke in Kassel zu Gast ist.

Als einige Handballer des TuS N-Lübbecke vor kurzem für einen Magazinbeitrag gefragt wurden, welcher Spieler ihres Bundesliga-Teams immer zu spät erscheint, antwortete die Mehrheit mit einem Lächeln: Dener Jaanimaa.

Es mag kurios klingen, aber genau diese Reaktion seiner Kollegen zeigt vor allem eines: Jaanimaa ist in Lübbecke angekommen. Nach seinem kurzfristigen Abschied Mitte Januar von der MT Melsungen ist er bereits vollkommen akzeptiert.

„Es braucht natürlich noch ein bisschen Zeit, bis ich meine Nebenleute richtig kennengelernt habe“, sagt der 28-Jährige, „aber ich versuche einfach, mein Ding zu machen und meine Qualität voll einzubringen.“ So wie beim Gastspiel des TuS in Hannover, wo Jaanimaa ein fantastisches Tor gelang. In der Schlussphase sprang der Linkshänder wuchtig mit beiden Beinen ab und jagte das Leder unhaltbar zum 26:27 ins kurze Eck. Da machte er seinem Spitznamen „Denger“ mal wieder alle Ehre. Ärgerlich nur: Kurz darauf markierte die gastgebende TSV das Tor zum 28:26-Endstand.

Das kommende Auswärtsspiel ist für Jaanimaa die Rückkehr an die alte Wirkungstätte. Am Sonntag ab 12.30 Uhr (live beim Bezahlsender Sky und bei uns im Liveradio) gastiert er mit den Ostwestfalen in der Kasseler Rothenbach-Halle bei der MT Melsungen. Er hegt keinen Groll gegen die MT. „Es war einfach schade, dass man mit mir nicht mehr geplant hat“, sagt der estnische Nationalspieler, „aber so ist nun mal das Leben als Profi.“

Im Herbst hatte der Klub mitgeteilt, dass der am Saisonende auslaufende Vertrag nicht mehr verlängert wird. Dabei war Jaanimaa im Herbst ein hervorragender Ersatz für den wochenlang verletzten Michael Müller – speziell in der Aufbaureihe mit Lasse Mikkelsen und Julius Kühn blühte der Balte voll auf. „Wir haben einen schnellen Ball gespielt“, sagt der 28-Jährige rückblickend. Aus dem alten Team steht er nun vor allem noch mit Kreisläufer Johannes Golla und Linksaußen Jeffrey Boomhouwer in regelmäßigem Kontakt.

„Das ist ein Bonusspiel für uns. Wir kommen als krasser Außenseiter nach Kassel“, erklärt Jaanimaa. Sein neuer Verein steckt noch mitten im Abstiegskampf: „Wenn man die Melsunger ärgern will, dann geht das vielleicht im Tempospiel.“ Ob er seinem Coach Aaron Ziercke im Vorfeld ein paar Tipps für die Partie gegen die MT geben muss, vermag er noch nicht zu sagen.

Wenn Jaanimaa nicht im Dienste des TuS N.-Lübbecke unterwegs ist, geht er auf Wohnungssuche. Noch wohnt er in Lübbecke - er möchte aber demnächst ins 20 Kilometer entfernte Minden umziehen. Die Kreisstadt hat 80.000 Einwohner. Und der Este mag es in dem Punkt lieber etwas größer. Mit Ausnahme seiner ersten beiden deutschen Stationen Aue/Sachsen und Eisenach lebte er immer in Großstädten: Hamburg, Kiel und Kassel.

Bleibt nur noch die Frage, ob Dener Jaanimaa trotz längerem Anfahrtsweg dann immer pünktlich zum Training kommt. Der wurfgewaltige Handballer gibt sich entspannt: „Die Jungs haben das nur gesagt, weil ich an dem Tag, als die Interviews gemacht wurden, tatsächlich einmal zu spät dran war.“

Jaanimaa steht bei 64 Saisontoren

In dieser Saison erzielte Dener Jaanimaa insgesamt 64 Treffer. 41 davon warf der Este im Trikot der MT Melsungen. Allein neun Tore gelangen ihm am neunten Spieltag beim 22:19-Sieg in Lübbecke. Am vergangenen Sonntag war er mit sechs Treffern bester TuS-Schütze bei der 28:38-Heimpleite gegen den amtierenden Meister Rhein-Neckar Löwen.

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Quelle: HNA

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