Hessenderby am Sonntag zum 30. Mal

MT Melsungen in Wetzlar: Ein Dauerbrenner und viele unvergessene Duelle

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Das war 2007: Michael Allendorf (damals noch für Wetzlar) tritt zum Siebenmeter an. Links im Hintergrund zu sehen ist der Ex-Melsunger Spyros Balomenos. 

Es gehört zu den Höhepunkten in der Handball-Saison – das Hessenderby. Am Sonntag ab 16 Uhr (Rittal-Arena, Sky) werden sich die HSG Wetzlar und die MT Melsungen gegenüberstehen.

Einst Wetzlar, nun MT: Timm Schneider. 

Und das zum 30. Mal seit dem Bundesliga-Aufstieg der Gäste 2005 in einem Pflichtspiel. „Bei dieser Partie weißt du nie, wie sie ausgeht“, unterstreicht Melsungens Linksaußen Michael Allendorf die Bedeutung dieses Prestigeduells. 

Auch Teamkollege Timm Schneider, der wie Allendorf schon bei den Wetzlarern unter Vertrag stand, ist sich der Brisanz bewusst: „Für die Zuschauer ist dieses Spiel besonders wichtig. Da willst du den eigenen Fans natürlich einen Sieg schenken, darfst aber auch nicht überdrehen.“

Wir blicken in die Geschichte dieses Derbys.

Der Dauerbrenner

Es kann nur einen geben: Michael Allendorf. An 22 Hessenderbys war er direkt beteiligt. Weitere Begegnungen verpasste der Rechtshänder verletzungs- und krankheitsbedingt. Von 2006 bis 2010 trug er das Wetzlarer Trikot – in dieser Zeit spielte er siebenmal gegen Melsungen. Eine Partie stach heraus: Am 30. September 2007 gewann die HSG 34:23, und Allendorf erzielte für die Mittelhessen kurz nach seinem 21. Geburtstag zehn Tore, davon drei Siebenmeter.

Das ungleiche Duell

Im Februar 2013 dachten die MT-Verantwortlichen an alles – nur nicht an das anstehende Gastspiel in Wetzlar. Der Grund: Ein Grippe-Virus setzte mehr als die Hälfte der Melsunger Mannschaft außer Gefecht. Die Leistungsträger Patrik Fahlgren, Nenad Vuckovic, Malte Schröder, Michael Allendorf, Daniel Kubes und Grigorios Sanikis reisten erst gar nicht mit, einige ihren Mitstreiter liefen körperlich geschwächt auf. Das Team des damaligen Trainers Michael Roth verlor – komplettiert durch Spieler aus der Bezirksoberliga-Reserve – deutlich 26:29.

Der bittere Gang

Sein erstes Auswärtsspiel als Melsunger Chefcoach führte Heiko Grimm 2018 nach Wetzlar. Die knappe 28:31-Niederlage schmeichelte den Nordhessen noch. In der 27. Minute hatten sie bereits 9:16 zurückgelegen. „Nach dem Spiel sind wir noch zu unseren Fans hin. Das war kein leichter Gang“, erinnert sich Allendorf.

Der traurige Moment

Verkündete 2011 den Spielabbruch: Wetzlars Björn Seipp.

Am letzten Spieltag der Saison 2010/11 wurde die Partie zur Pause beim Stand von 11:10 für Wetzlar abgebrochen. Ein Zuschauer war während des Spiels zusammengebrochen. „Die Ärzte kämpfen um das Leben eines Zuschauers. Daher müssen wir das Spiel in Absprache mit den Beteiligten abbrechen“, erklärte HSG-Manager Björn Seipp – verbunden mit dem Appell: „Bitte beten Sie für unseren Gast.“ Aber: Weder die Gebete noch die Wiederbelebungsversuche halfen.

Das Siebenmeterduell

Allendorf war mal Siebenmeterschütze Nummer eins bei der MT. 2013 hatte er im Derby in Wetzlar seinen großen Tag und stahl damit auf der Gegenseite einem gewissen Tobias Reichmann die Schau. Allendorf verwandelte gegen den späteren Europameister Andy Wolff alle acht Strafwürfe und war beim klaren 30:25-Erfolg mit insgesamt zehn Treffern bester MT-Schütze. „Gerade die Spiele, in denen es nicht so heiß her geht, sind mir in besonderer Erinnerung geblieben“, sagt der Außen rückblickend.

Quelle: HNA

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