MT-Handballer steht vor einem besonderen Spiel

Melsungens Julius Kühn und eine Herzenssache

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Der Torjäger der MT Melsungen: Julius Kühn erwartet mit der MT am Samstag den Zweitligisten HC Rhein Vikings.

Kassel. Julius Kühn von der MT Melsungen trifft mit dem Handball-Bundesligisten am Samstag auf den HC Rhein Vikings aus Düsseldorf - durchaus ein besonderes Spiel für den 25-Jährigen. 

„Ich verdanke der Stadt Düsseldorf viel.“ Der Satz stammt nicht von irgendwem, sondern von Julius Kühn. Der Torjäger des Handball-Bundesligisten schaffte vor sechs Jahren nicht nur bei der HSG Düsseldorf den Sprung ins Profigeschäft, sondern feierte zuvor auch den ersten großen Erfolg in seiner Laufbahn. Mit der A-Jugend der Rheinländer gewann er 2010 die Deutsche Meisterschaft.

In diesen Tagen wird über seine Düsseldorfer Vergangenheit etwas öfter gesprochen – und geschrieben. Die MT tritt zum Auftakt des DHB-Pokals am Samstag ab 19.30 Uhr in der Melsunger Stadtsporthalle gegen den HC Rhein Vikings an. Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss der beiden Klubs ART Düsseldorf und Neusser HV – wobei der Allgemeine Rather Turnverein (ART) einst ein Teil der HSG war – der HSG um Jungprofi Julius Kühn.

„Von den Spielern der Rhein Vikings kenne ich kaum welche, unter den Offiziellen wird es eher noch das eine oder andere bekannte Gesicht geben“, sagt der 25-Jährige. Eine Saison lang spielte er in der 2. Männer-Bundesliga für die HSG, ehe er 2012 zu Tusem Essen wechselte. Dennoch hinterließ er bei den Düsseldorfern einen bleibenden Eindruck – obwohl er nie in der rheinischen Metropole lebte. Solange er bei der HSG war, pendelte er immer aus seinem Heimatort Aldekerk – teilweise nutzte er Busse und Bahnen, um ins knapp 50 Kilometer entfernte Düsseldorf zu kommen. „Julius betrieb schon damals einen riesigen Aufwand, um seine Karriere voranzutreiben“, erinnert sich der damalige HSG-Pressesprecher Markus Hausdorf. Heute ist Kühn Nationalspieler, WM-Hoffnungsträger und Publikumsliebling.

Vor allem aber ist er die personifizierte Tormaschine der Melsunger – und als solche sind seine Wurfqualitäten am Wochenende gefragt. Wenn die MT gegen den Zweitligisten Rhein Vikings gewinnt, steht am Sonntag ab 16 Uhr das Endspiel an – entweder gegen den Longericher SC aus Köln oder den ThSV Eisenach.

Die Gastgeber sind haushoher Favorit, und Kühn ist nicht nur wegen der Aufgabe am Samstag hochmotiviert. „Ich war noch nie beim Final Four in Hamburg dabei, und einige Kollegen haben mir schon vorgeschwärmt, was für ein tolles Erlebnis diese Veranstaltung ist“, erklärt der Zwei-Meter-Mann.

Nach fünfwöchiger Vorbereitung ist Kühn guter Dinge, dass er und seine Mannschaft erfolgreich in die Saison starten. „Ich habe das Gefühl, dass jeder bei uns noch professioneller arbeitet und jeder die Erwartungen an sich selbst weiter hochgeschraubt hat“, sagt der Vorjahreszweite der Bundesliga-Torschützenliste. Am nächsten Donnerstag geht es ab 19 Uhr in der Liga in Kassel mit dem Schlager gegen den SC Magdeburg los.

Tags zuvor blickt der gebürtige Duisburger Kühn aber noch mit besonderem Interesse auf die Partie des Super Cups zwischen Meister SG Flensburg-Handewitt und Pokalsieger Rhein-Neckar Löwen. Denn das Spiel findet in Düsseldorf statt – und der 25-Jährige von der MT ist ein Werbeträger dieser Veranstaltung. Dazu passt folgender Satz von ihm: „Starker Handballsport in Düsseldorf ist eine Herzenssache für mich.“

Quelle: HNA

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