Handball: Ein Wiedersehen im Frankenland

MT Melsungen trifft beim HC Erlangen auf alte Bekannte

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Hier noch im Hüttenberger Leibchen: Erlangens Trainer Adalsteinn Eyjolfsson trifft in dieser Saison zum dritten Mal auf die MT.

Kassel. Derbysieg gegen Wetzlar, Coup gegen den Meister – nach zwei überaus erfolgreichen Heimspielen steht für die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen am Samstag die Auswärtspartie in Nürnberg beim HC Erlangen auf dem Programm (20.30 Uhr/Sky).

Zugleich kommt es bei der Reise ins Frankenland zu einem Wiedersehen mit alten Bekannten:

Das Wiedersehen I: Vier Jahre spielte er für die MT, seit vergangenem Sommer trägt Johannes Sellin das Trikot der Franken. Wobei „ich in dieser Saison die Seuche habe“, sagt der Rechtsaußen. Soll heißen: Verletzungen setzten den 26-Jährigen gleich mehrfach außer Gefecht. Gegen die alten Kollegen aus Nordhessen wird er ebenfalls fehlen. Sellin trägt Gips, in seiner linken Wurfhand befindet sich ein Draht. Ein Band ist vom Daumenknochen abgerissen – der Gips soll voraussichtlich am 17. Dezember abkommen.

Auf das Wiedersehen mit den MT-Jungs freut sich Sellin trotzdem. Zu den Müller-Zwillingen hat er regelmäßig Kontakt, zu Physiotherapeutin Jenny Bajerke und vor allem zu Jeffrey Boomhouwer. „Ich hoffe doch sehr, dass wir uns vor und nach dem Spiel ein bisschen zusammensetzen können“, sagt der Rechtsaußen, für den es rein sportlich besser laufen könnte. Sellin sagt: „Ich glaube, wir hatten in dieser Saison nicht ein einziges Mal den kompletten Kader zusammen.“

Ungeachtet dessen hat sich der Handballer gut eingelebt. Zusammen mit seiner Frau Julia wohnt er in einem Häuschen in Uttenreuth ein paar Kilometer von Erlangen entfernt. „Wir fühlen uns hier sehr wohl“, sagt er. Jetzt muss es nur noch sportlich aufwärtsgehen.

Johannes Sellin

Das Wiedersehen II: Mit Hüttenberg traf Trainer Adalsteinn Eyjolfsson zweimal in dieser Spielzeit auf die MT – beim Test im Juli in Eschwege und beim Punktspiel im September. Da der Isländer im Oktober zum HC Erlangen gewechselt ist und bei den Franken die Nachfolge des entlassenen Schweden Robert Andersson antrat, bekommt er es nun schon wieder mit Melsungen zu tun.

Der frühere Coach der SVH Kassel kennt den kommenden Gegner also bestens. Ein Vorteil? „Nein“, sagt Eyjolfsson, „je länger eine Saison dauert, desto schwieriger wird die Aufgabe gegen so ein Team wie das der MT. Überraschungen sind eher zu Beginn einer Serie möglich.“ Dennoch hofft er, dass sein drittes Kräftemessen erfolgreicher endet als die vorherigen Duelle.

Eyjolfsson wohnte anfangs im Hotel, inzwischen bezog er ein Haus in einem kleinen Ort bei Erlangen. Seine Familie, seine Frau und die beiden Kinder wohnen noch in Lahnau, werden aber Anfang Dezember nachkommen.

MT Melsungen - der Kader der Saison 2017/2018

Saison 2017/18, Trainingsauftakt MT Melsungen Handball Bundesliga, Porträt Portrait, Trainer Michael Roth, fotokochFoto:Koch
Saison 2017/18, Trainingsauftakt MT Melsungen Handball Bundesliga, Porträt Portrait, Johann Sjöstrand, fotokochFoto:Koch
Saison 2017/18, Trainingsauftakt MT Melsungen Handball Bundesliga, Porträt Portrait, Nebojsa Simic, fotokochFoto:Koch
Saison 2017/18, Trainingsauftakt MT Melsungen Handball Bundesliga, Porträt Portrait, Arjan Haenen, fotokochFoto:Koch
MT Melsungen - der Kader der Saison 2017/2018

Der Gastgeber: Finn Lemke, der Abwehrchef der Melsunger, sagt mit Blick auf den nächsten Gegner: „Vom Leistungsvermögen her müsste Erlangen viel besser in der Tabelle stehen.“ Aktuell stecken die Franken als Drittletzter aber in Abstiegsgefahr. Lemke warnt aus gutem Grund: „Die haben zwei super Torhüter, und Spielmacher Michael Haaß hat viel Erfahrung, zig Länderspiele bestritten und wahrscheinlich alle Spielsituationen schon einmal erlebt.“

Die Realität beim HCE sieht allerdings so aus, dass das Team noch nicht richtig auf Touren kommt. „Wir müssen viel besser in den Gegenstoß gehen“, weiß Eyjolfsson, „wir machen aus einer guten Deckung und guten Torleuten noch zu wenig.“ Zudem fehlen zurzeit gleich zwei Linkshänder: Nicolai Theilinger (Sehnenanriss) – und natürlich Sellin.

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