18 Paraden

Starker Rückhalt: Melsungen Torwart Simic glänzt in Gummersbach mit 18 Paraden

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Spektakulär: MT-Torwart Nebojsa Simic (rechts) pariert gegen Marvin Sommer. Links im Bild: Melsungens Felix Danner. 

Kassel. Beim 28:23-Sieg des Handball-Bundesligisten MT Melsungen in Gummersbach war Torwart Nebojsa Simic nach zuvor durchwachsenen Leistungen ein starker Rückhalt. 

In den vergangenen Bundesliga-Spielen war es den Handball-Torhütern der MT Melsungen nicht gelungen, über sich hinauszuwachsen. Die Leistungen von Nebojsa Simic und Johan Sjöstrand waren allenfalls durchschnittlich. Beim 28:23-Auswärtssieg gegen den VfL Gummersbach explodierte allerdings Simic: Mit 18 Paraden war er der erhoffte Rückhalt beim elften Saisonsieg der Nordhessen.

Dabei hätte der Montenegriner wohl nicht in der Startsieben gestanden, wenn Sjöstrand fit gewesen wäre – der Schwede litt allerdings unter einer Blockade im Halswirbelbereich und hatte seit der 26:28-Niederlage am Sonntag in Lemgo nicht trainiert. Trainer Heiko Grimm wählte bei der Ansprache vor der Partie dennoch ganz bewusst deutliche Worte. Er forderte nicht zuletzt von den Schlussleuten, dass sie „über die Schmerzgrenze hinaus gehen“ müssen. „Ich wollte meine positive Wut auf die Mannschaft übertragen“, erklärte Grimm. Die Botschaft kam an.

Simic zeigte von Beginn an die nötige Präsenz. In der vierten Minute leitete er mit einem weiten Pass auf Tobias Reichmann den ersten Melsunger Treffer ein (1:1). Kurz darauf parierte er den Wurf des frei vor ihm auftauchenden Moritz Preuss (6.). Und bei Würfen aus der Distanz ist der 25-Jährige ohnehin nur schwer zu überwinden. Diese Erfahrung machten etwa die Gummersbacher Rückraumakteure Ivan Martinovic (9.) und Pouya Norouzi (13.). Teilweise hatte Simic im ersten Durchgang eine Quote von 60 Prozent gehaltene Würfe – der Handball-Fachmann redet bei einem solchen Wert von weltklasse. „Die Torwartleistung war diesmal der Unterschied zu den vorangegangenen Spielen“, befand der Chefcoach.

Zu Simics Galavorstellung gehörten am Donnerstagabend auch zwei Siebenmeter-Paraden: erst gegen Martinovic (25.), dann gegen Eirik Köpp (47.). Als er in der 57. Minute einen Ball von Norouzi abgewehrt hatte, gab es an der Seitenlinie viel anerkennenden Beifall von Grimm und dessen Assistenten Arjan Haenen.

„Ich war super-motiviert“, sagte Simic, „der Erfolg war nicht nur wichtig für unsere Moral, sondern auch für mich.“ Simic strich ganz besonders den Teamgeist heraus: „Trotz der schwierigen personellen Situation haben wir es richtig gut gemacht.“ Tatsächlich brachten sich alle eingesetzten Akteure voll ein. Bezeichnend: die Ausbeute auf den Außenpositionen, wo Yves Kunkel und Reichmann auf insgesamt neun Treffer kamen. In der Schlussphase, als weder Felix Danner noch Finn Lemke (siehe auch Hintergrund) zur Verfügung standen, überzeugte die MT mit einer 5:1-Abwehrformation. Philipp Müller und Lasse Mikkelsen verteidigten zentral, der Schweizer Neuzugang Roman Sidorowicz deckte in vorgezogener Position und erfüllte diese Aufgabe genauso abgeklärt wie die im Angriff.

Direkt nach Weihnachten am 27. Dezember bestreiten die Melsunger ab 19 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle ihr letztes Spiel des Jahres gegen Wetzlar - wir übertragen das Spiel live per Internetradio. Nebojsa Simic ist sich seiner verantwortungsvollen Rolle bewusst: „Ich muss der Mannschaft noch einmal den Rücken stärken wie in Gummersbach.“

Quelle: HNA

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