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Handball-EM mit unserem Experten Finn Lemke - „Beeindruckend, was Simo seiner Mannschaft gibt“

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Von: Björn Mahr

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Top-Leistungen in Serie: Montenegros Torwart Nebojsa Simic.
Top-Leistungen in Serie: Montenegros Torwart Nebojsa Simic. © Imago Images/Pixsell

Ein exzellenter Torwart, eine große Turnier-Überraschung und jede Menge überzeugende Leistungen – unser EM-Experte, der verletzte Melsunger Nationalspieler Finn Lemke, blickt diesmal nicht nur auf die deutsche Mannschaft, sondern auch andere Teilnehmer.

Kassel - Ein exzellenter Torwart, eine große Turnier-Überraschung und jede Menge überzeugende Leistungen – unser EM-Experte, der verletzte Melsunger Nationalspieler Finn Lemke, blickt diesmal nicht nur auf die deutsche Mannschaft, sondern auch andere Teilnehmer. Lemke über...

Nebojsa Simic und Montenegro: „Simo zeigt bisher die beste Torhüterleistung bei dieser Europameisterschaft – und das sage ich nicht, weil er bei der MT mein Teamkollege ist. Es ist beeindruckend, was er in wichtigen Phasen seiner Mannschaft gibt. Immer wenn das Momentum zu kippen droht, hält er es auf. Ich habe ihm nach seiner Gala-Vorstellung gegen Kroatien sofort gratuliert – und dazu noch geschrieben: Jetzt auf ins Halbfinale! Wenn eine Mannschaft aus einem kleinen Land wie Montenegro erst Nordmazedonien und dann Kroatien, also zwei große Handball-Nationen auf dem Balkan, schlägt, dann ist das fast der pure Wahnsinn.“

das niederländische Team: „Für mich bislang die Überraschung dieser Europameisterschaft. Ich hatte der Mannschaft in der Vorrundengruppe mit Island, Portugal und Ungarn keinen einzigen Sieg zugetraut. Sie war allen Gegnern körperlich unterlegen. Den Nachteil haben die Holländer aber mit Spielwitz und Schnelligkeit wettgemacht. Sie zeigen einen richtig schönen Handball. Besonders hervorzuheben ist der Magdeburger Kay Smits.“

Finn Lemke
Unser Experte: Finn Lemke. © Andreas Fischer

das frühe Aus des Co-Gastgebers Ungarn: „Die größte Enttäuschung. An diesem Beispiel zeigt sich, welchen Druck ein Team manchmal aushalten muss. Die 20 000 Zuschauer sollten die Mannschaft eigentlich beflügeln, letztlich wurde sie dadurch gehemmt.“

das Niveau bei diesem Turnier: „Viele Mannschaften hatten im Vorfeld der EM kein einziges Testspiel. Deshalb habe ich gedacht, dass dadurch die Leistungen erheblich beeinflusst werden und die Teams taktisch nicht gut eingespielt sein werden. Doch mit der Vermutung lag ich falsch. Die Mannschaften waren sofort voll da – das trifft zum Beispiel ganz besonders auf die Isländer zu. Zu unserem Team muss ich sagen: Es wird mal wieder deutlich, welche großartige Breite wir in Deutschland einfach haben. Da sind so viele Spieler coronabedingt ausgefallen – und wir konnten dennoch immer wieder nachschießen.“ (Björn Mahr)

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