Kroaten verpassen Sommerspiele

MT Melsungen vor Spiel bei der HSG Nordhorn-Lingen - Schock für Maric und Pavlovic in Olympia-Quali

Die kroatischen MT-Profis Marino Maric (linkes Bild, Nummer 3) und Domagoj Pavlovic (links) im Spiel gegen Tunesien.
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Die kroatischen MT-Profis Marino Maric (linkes Bild, Nummer 3) und Domagoj Pavlovic (links) im Qualifikationsspiel gegen Tunesien.

Die Länderspielwoche ist vorbei – für Handball-Bundesligist MT Melsungen geht es morgen ab 18 Uhr (Sky) bei der HSG Nordhorn-Lingen wieder um Punkte.

Kassel – Die Länderspielwoche ist vorbei – für Handball-Bundesligist MT Melsungen geht es morgen ab 18 Uhr (Sky) bei der HSG Nordhorn-Lingen wieder um Punkte. Wieso die Vorbereitung darauf nicht ganz einfach ist – eine Übersicht:

Kroatisches Drama: Als die Melsunger Profis Marino Maric und Domagoj Pavlovic am Sonntag gegen 22 Uhr mit der kroatischen Nationalmannschaft das Hotel in Montpellier verließen, um im Teambus zum Flughafen zu fahren, da waren sie frohen Mutes. Ein Blick auf ihre Handys verriet, dass die Franzosen zum Abschluss des olympischen Qualifikationsturniers mit drei Toren gegen Portugal führten. Und: Nur bei einer Niederlage würde der kroatische Olympia-Traum noch platzen.

Als Maric und Co. am Flughafen ankamen, hatte sich die Lage allerdings geändert. In der Schlussminute lag Gastgeber Frankreich lediglich mit einem Tor vorn. Dann gelangen den Portugiesen zwei kaum noch für möglich gehaltene Treffer. Ein letzter Wurf der Heimannschaft landete zwar auch noch im Netz, jedoch erst nach der Schlusssirene. „Das war ein Schock für die gesamte Mannschaft“, berichtete Maric gestern. Zwei Siege gegen Tunesien und Portugal hatten den Kroaten nicht zur Qualifikation gereicht.

„Beide werden sehr enttäuscht sein. Das ist jetzt schon eine besondere Herausforderung für einen Trainer“, sagte Melsungens Coach Gudmundur Gudmundsson. Die schnelle Rückkehr der beiden Kroaten nach Nordhessen kann aus Sicht von Manager Axel Geerken auch Vorteile haben: „Es ist eine Chance, auf positive Gedanken zu kommen.“

Glückliches Quartett: Ganz anders ist die Gefühlslage bei den deutschen Nationalspielern Silvio Heinevetter, Kai Häfner, Timo Kastening und Julius Kühn, die sich in Berlin für die Sommerspiele in Tokio qualifizierten. „Natürlich bin ich glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben. Auf der anderen Seite aber auch groggy, körperlich und mental, weil von uns eine Last abgefallen ist“, erklärte Torwart Heinevetter. Das erfolgreiche MT-Quartett ist nun darum bemüht, rasch wieder den Fokus für den Ligaalltag zu finden. Der 36 Jahre alte Schlussmann betont: „Wir müssen zusehen, dass wir uns in kurzer Zeit als Team finden. Da gilt es jetzt, das Thema Nationalmannschaft schnell beiseite zu legen.“

Handball-Nationaltorwart: Silvio Heinevetter von der MT Melsungen.

Kurze Einstimmung: Die Auswahlspieler erhielten bei Gudmundsson am Montagnachmittag einen sanften Einstieg. Der Rest absolvierte mit Blick auf die Aufgabe in der Lingener Emsland-Arena eine intensive Übungseinheit. „Wir müssen es professionell angehen. Es bleibt uns nichts anderes übrig“, sagt Geerken. Nach einem gemeinsamen Training heute Vormittag geht es anschließend bereits in Richtung Grafschaft Bentheim, wo die Nordhessen einen Tag später mit einem Sieg den Anschluss ans vordere Tabellendrittel herstellen möchten. Eine weitere Partie bestreitet die MT am Samstag ab 20.30 Uhr in der Kasseler Rothenbach-Halle gegen Meisterschaftsaspirant SG Flensburg-Handewitt.

Personelle Probleme: Bei dem zuletzt verletzt pausierenden Linksaußen Michael Allendorf besteht Hoffnung, dass er in Kürze wieder eingesetzt werden kann. Nach einem im Punktspiel gegen Erlangen erlittenen Bänderriss steht dagegen der Isländer Arnar Freyr Arnarsson vorerst noch nicht zur Verfügung.

Da gestern mit Felix Danner (Erkältung) ein weiterer Kreisläufer im Training fehlte, wird Marino Maric morgen direkt voll gefordert sein. „Das ist mein Job. Ich freue mich, wenn ich gebraucht werde“, erklärte der Kroate. Es dürfte ihm auch helfen, die Erlebnisse vom Wochenende schnell zu verarbeiten. (Björn Mahr)

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