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Freude bei Florian Drosten, Sorge um Domagoj Pavlovic: MT Melsungen nach Niederlage beim SC Magdeburg

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Von: Björn Mahr

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Das erste Tor für Melsungens Profis: MT-Talent Florian Drosten schließt gegen Magdeburg ab.
Das erste Tor für Melsungens Profis: MT-Talent Florian Drosten schließt gegen Magdeburg ab. © ALIBEK KÄSLER

Florian Drosten, Handball-Talent der MT Melsungen, hat viel Lob für erste Bundesliga-Tore bekommen. Sorgen bereitet Domagoj Pavlovic, der verletzungsbedingt erneut fehlte. Am Donnerstag geht es gegen den TBV Lemgo Lippe.

Kassel – Glückwünsche nahm der junge Handballer Florian Drosten auch gestern Morgen noch entgegen. Als der 17-Jährige in Melsungen zum Unterricht kam, gratulierten ihm Mitschüler zu seinen ersten Bundesliga-Toren für die MT-Profis. „Alle haben sich für mich gefreut“, berichtete der Linksaußen. Unmittelbar nach der 26:33-Niederlage beim Spitzenreiter SC Magdeburg gab es für ihn schon Lob von Kapitän Kai Häfner und den anderen erfahrenen Kollegen.

In der Schlussphase des Auswärtsspiels hatte Trainer Roberto Garcia Parrondo den gebürtigen Wermelskirchener für Michael Allendorf eingewechselt. Und der Youngster dankte es ihm mit zwei hervorragenden Abschlüssen gegen den dänischen Weltmeister-Torwart Jannick Green. Drosten half dadurch mit, dass sich die 26:33-Niederlage der stark ersatzgeschwächten MT noch im Rahmen hielt.

Der Rechtshänder hatte zuvor schon bei einigen Begegnungen auf der Melsunger Bank gesessen – erstmals eingesetzt wurde er nun in der Getec-Arena. „Kiel war schon beeindruckend. Aber die Kulisse in Magdeburg war absolut faszinierend“, stellte Drosten fest. Auch die weiteren MT-Talente Manuel Hörr, Florian Potzkai und Rohat Sahin genossen die besondere Atmosphäre beim SCM.

„Für unsere jungen Spieler sind solche Spiele ein Riesenerlebnis. Sie gehen damit allerdings sehr gut um“, freute sich Melsungens Manager Axel Geerken. Ähnlich klingt es bei Parrondo. „Das Gute an unserer schwierigen Situation ist, dass wir den jungen Spielern die Chance geben, Erfahrungen zu sammeln und sich verbessern zu können“, sagt der Spanier. Im vorletzten Saison-Heimspiel der MT am Donnerstag ab 19.05 Uhr gegen den Tabellennachbarn TBV Lemgo Lippe dürfen einige Nachwuchskräfte mit weiteren Einsatzzeiten rechnen.

Zwar gab der Portugiese Andre Gomes nach fast zweimonatiger Verletzungspause ein gelungenes Comeback, die Not auf der Spielmacher-Position bleibt aber bestehen. Neben Elvar Örn Jonsson ist nun auch Domagoj Pavlovic wieder außer Gefecht gesetzt: Nachdem der Kroate erst vor Kurzem von einer langwierigen Schambeinverletzung genesen ist, schmerzt es nun wieder im Adduktorenbereich. „Wir müssen noch abwarten, was die Ärzte sagen. Aber es sieht bei Domba nicht gut aus“, erklärt Parrondo. Anders ist die Lage bei Marino Maric. Der Kreisläufer (Rückenprobleme) sollte gegen die Lipper wieder einsatzbereit sein.

Unabhängig davon, dass die Melsunger durch ihre Niederlagenserie auf den zehnten Rang ab- und hinter Lemgo gerutscht sind, ist es ein wichtiges Spiel. „Es ist unsere Pflicht, alles reinzuhauen. Es geht darum, eine kämpferische, eine leidenschaftliche Leistung zu zeigen“, betont Geerken.

Im vergangenen Heimspiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf hatte das Melsunger Team eine erschreckend schwache Vorstellung geboten. So schlecht hatten sich die Nordhessen noch nicht präsentiert, seitdem Parrondo das Sagen hat. Direkt danach hatte auch Barbara Braun-Lüdicke, die Aufsichtsratsvorsitzende der MT, in der Kabine deutliche Worte gefunden.

„Die Leistung in Magdeburg“ ist laut Geerken nicht gut gewesen. Aber dort habe das Team alles gegeben, was drin gewesen sei. Das Ziel muss es nun sein, sich „vernünftig aus der Saison zu verabschieden“. Ein guter Auftritt gegen Lemgo würde die MT nicht nur in der Tabelle nach vorn rücken lassen, sondern wäre auch Werbung in eigener Sache.

Denn für das letzte Heimspiel dieser Spielzeit am Mittwoch, 8. Juni, gegen die HSG Wetzlar hoffen die Melsunger Verantwortlichen auf eine schöne Kulisse. Dann werden einige verdiente Spieler verabschiedet. Zudem gilt es, den Dauerkartenverkauf für die nächste Runde anzukurbeln. Das gelingt besser mit überzeugenden Vorstellungen. Allerdings helfen dazu auch ein paar Akzente der Nachwuchsspieler – wie Florian Drosten es einer ist. (Björn Mahr)

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