MT feiert ersten Saisonsieg

Handball-Bundesligist MT Melsungen gewinnt in Bietigheim 33:24

Unnachahmlich: MT-Torjäger Julius Kühn (links) nimmt Maß, Bietigheims Patrick Rentschler (rechts) reißt die Arme hoch, und Felix Danner beobachtet seinen Teamkollegen.

Bietigheim. Geht doch. Erst mühte sich die MT Melsungen, doch dann gewann der heimische Handball-Bundesligist souverän 33:24 (17:16) bei der SG Bietigheim. Unser Schnellcheck: 

Da ist er, der erste Saisonsieg der MT Melsungen. Bei Aufsteiger SG Bietigheim findet der heimische Handball-Bundesligist anfangs schwer in Tritt, gewinnt dann aber souverän 33:24 (17:16). Unser Schnellcheck:

Kurz vorab: Hat Heiko Grimm personelle Änderungen vorgenommen?

Die zuletzt kritisierte 6:0-Formation stellte der MT-Trainer um. Anstatt wie gegen Magdeburg mit zwei Außenspielern zu verteidigen, rückten nun zwei Kreisläufer und drei Rückraum-Akteure in die Deckung. Domagoj Pavlovic, Marino Maric, Felix Danner und Finn Lemke im Mittelblock, Julius Kühn sowie Yves Kunkel sollten die Bietigheimer am Torerfolg hindern. Außerdem setzte Grimm in der Offensive zunächst auf Neuzugang Pavlovic auf der Spielmacher-Position.

Stand die Abwehr in Bietigheim besser als beim Saisonauftakt?

Erst mal nicht. 16 Gegentreffer ließen die Nordhessen im ersten Durchgang zu – zu viel. Vor allem der überragende Robin Haller fand immer wieder Lücken in der MT-Deckung. Auch die Umstellung auf eine 5:1-Variante mit Maric an der Spitze brachte nicht mehr Stabilität. Und weil Bietigheims Schlussmann Domenico Ebner mehrfach klarste MT-Chancen vereitelte, schafften es die Gäste nicht, zwischenzeitliche Drei-Tore-Vorsprünge weiter auszubauen. Wie erwartet, ging der Aufsteiger aus Württemberg bissig zu Werk. Und die MT hatte ihre liebe Mühe.

Und wie lief das zweite Saisonspiel der MT sonst?

Ein Selbstläufer war das Gastspiel in Bietigheim jedenfalls nicht. Dank des gut aufgelegten Pavlovic und dank des endlich wieder treffsicheren Kühn marschierte der Favorit voran, schüttelte den Aufsteiger aber nicht ab. 17:16 hieß zur Pause aus MT-Sicht.

MT-Trainer Grimm sprach von einem harten Gang, der im Verlauf der zweiten Hälfte aber zunehmend leichter wurde. Denn endlich bekam die 6:0-Deckung Zugriff, und der der eingewechselte MT-Torwart Johan Sjöstrand parierte mehrmals glänzend. So kehrte Ruhe ein ins MT-Spiel. Außerdem brachte Regisseur Lasse Mikkelsen frischen Wind von der Bank. Nach einem 6:1-Lauf dank der Treffer von Birkefeldt, Danner, Maric, zweimal Mikkelsen und Tobias Reichmann führten die Gäste in der EgeTransArena 26:19 (49. Minute) – und damit entwickelte sich die Partie doch noch zu einer klaren Sache.

Vom Außenseiter kam keine Gegenwehr mehr. Die Bietigheimer hatten ihr Pulver verschossen, und die MT spielte den Rest locker runter.

Gab es einen Aufreger in Bietigheim?

Nun ja, vielleicht ein Aufregerchen. Das Schiedsrichter-Gespann Lars Geipel und Marcus Helbig zeigte Michael Müller bereits nach einer Viertelstunde die Rote Karte. Der Melsunger hatte Bietigheims Jonas Link mit der Faust im Gesicht erwischt. Entscheidung vertretbar.

Welcher MT-Spieler trat noch in Erscheinung?

Da kommen mehrere Nordhessen infrage. Allen voran Julius Kühn. Nach Ladehemmung gegen Magdeburg meldete sich der Torjäger mit acht Treffern zurück. Außerdem ließ Domagoj Pavlovic ab und an seine Klasse aufblitzen. Auch Marino Maric hat sich als kaltschnäuziger Kreisläufer ein Sonderlob verdient. Youngster Dimitri Ignatow freute sich über seine ersten Spielminuten in der Bundesliga. Nur Finn Lemke gab erneut Rätsel auf. Wie schon gegen Magdeburg verschwand der MT-Kapitän ziemlich schnell von der Bildfläche und kehrte bis zur Schlusssirene nicht mehr zurück aufs Spielfeld.

Und wie war die Live-Übertragung bei Sky?

Kommentator Dennis Baier erledigte seinen Job sehr ordentlich. Dass er sich während der ersten Hälfte vom Außenseiter aus Bietigheim berauschen ließ – geschenkt. Zumindest im ersten Durchgang lieferte die MT Melsungen ja keinen Grund für euphorische Ausbrüche.

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