Anwurf heute um 19 Uhr

Viele Fragezeichen und ein Rückrundenspiel: Handball-Bundesligist MT Melsungen erwartet HC Erlangen

Die MT-Melsungen-Profis Marino Maric (links) und Lasse Mikkelsen beim Heimspiel gegen Bergischer HC.
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Bereit fürs nächste Heimspiel: die MT-Profis Marino Maric (links) und Lasse Mikkelsen.

Die MT Melsungen ist weiterhin noch Wochen davon entfernt, die Hinrunde abzuschließen. Heute ab 19 Uhr trifft das Team von Trainer Gudmundur Gudmundssson in Kassel allerdings auf ein Team bereits zum zweiten Mal in dieser Saison. Beim HC Erlangen kassierten die Nordhessen Mitte Oktober eine heftige 21:31-Niederlage.

Kassel – Die MT Melsungen ist weiterhin noch Wochen davon entfernt, die Hinrunde abzuschließen. Heute ab 19 Uhr trifft das Team von Trainer Gudmundur Gudmundssson in der Kasseler Rothenbach-Halle allerdings auf ein Team bereits zum zweiten Mal in dieser Saison. Beim HC Erlangen kassierten die Nordhessen Mitte Oktober eine heftige 21:31-Niederlage. Es war eine Pleite, die damals viele Fragen aufwarf.

Gefühlt sind vor dem Rückspiel die Fragezeichen über der Entwicklung der MT aber nicht weniger geworden.

Nach Minuspunkten stehen die Nordhessen zwar immer noch ganz ordentlich da. Aus der Hinserie fehlen aber unter anderem noch die drei Duelle gegen die Top-Mannschaften Kiel, Flensburg und Rhein-Neckar Löwen. „Wir müssen uns vom Tabellenstand freimachen. In unserer Situation brauchen wir einfach erst mal Siege“, sagt Kapitän Finn Lemke. „Wir fühlen ja, dass das Selbtvertrauen etwas fehlt. Wir müssen weiter kämpfen, kämpfen, kämpfen“, ergänzt Kreisläufer Marino Maric. „Im Training läuft es bei uns gut.“

Weitere Erfolgserlebnisse wären wichtig für das spürbar ramponierte Selbstbewusstsein. Im Februar gab es zwei Siege und drei Niederlagen. Zweimal gingen die Melsunger dabei sogar in eigener Halle leer aus. „Das merkt man natürlich. Ich hoffe sehr, dass wir vor der Nationalmannschaftspause noch einmal gewinnen“, sagt Rückraumakteur Lasse Mikkelsen. Gegen Magdeburg war seine Mannschaft am Sonntag an der eigenen Abschlussschwäche gescheitert.

Wir blicken auf die Melsunger Probleme:

Der Druck: Ist bei der MT immer ein bisschen höher als bei ähnlich ambitionierten Klubs. Was zum einen mit der wechselhaften und eher ernüchternden Bilanz der vergangenen Jahre zusammenhängt. Immer noch kämpft das Team um die nötige Konstanz. In dieser Saison ließen die Melsunger schon einige Punkte unnötigerweise liegen.

Zum anderen hat die Mannschaft einige der besten deutschen Handballer im Kader – und mit dem Ruf als „MT Deutschland“ wird eine gewisse Erwartungshaltung geweckt, der die Melsunger jedoch nicht gerecht werden.

Der Kader: Ist für diese Saison nicht breit genug, auch wenn sich Spieler wie Youngster Ole Pregler und Stefan Salger sehr bemühen. Speziell im Rückraum fehlen die Alternativen. Umso mehr, als das Team nicht von Verletzungen verschont geblieben ist. Spielmacher Domagoj Pavlovic fiel etliche Wochen aus. Und Mikkelsen verletzte sich im Hinspiel gegen Erlangen am linken Handgelenk. „Es ist nicht hundertprozentig, aber es stört mich auch nur wenig“, erklärt der Däne, der unter Gudmundsson jedoch klar im Schatten von Pavlovic steht.

Der Isländer will die Belastung im Team weiter verteilen. Zudem führte Gudmundsson in den vergangenen Tagen „einige Einzelgespräche“. Gegen Erlangen ist Tobias Reichmann wieder einsatzbereit. Lediglich Michael Allendorf fehlt verletzt.

Die Gegner: Ohne Zuschauer ist ein Heimspiel kein wirklicher Vorteil. Das bekommt auch die MT zu spüren – die Kontrahenten reisen inzwischen mit viel Zuversicht nach Kassel. Nur ligisch, dass sich auch Erlangen einiges in der Rothenbach-Halle ausrechnet.

„Das Team hat sehr gute Rückraumspieler und schnelle Außen“, warnt Gudmundsson. So tritt der HCE mit fünf WM-Teilnehmern an: Sebastian Firnhaber, Antonio Metzner (beide Deutschland), Petter Overby (Norwegen), Klemen Ferlin (Slowenien) und Sime Ivic (Kroatien). (Björn Mahr)

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