Anwurf um 19.05 Uhr

Ein 50:50-Spiel und ein Jubilar: Handball-Bundesligist MT Melsungen empfängt heute Füchse Berlin

Stehen mit der MT heute unter Zugzwang: Julius Kühn (im mittleren
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Steht mit der MT heute unter Zugzwang: Julius Kühn (links, hier gegen Kiels Patrick Wiencek.).

Die Heimspielwochen bei der MT Melsungen gehen weiter. Fünf Tage nach der 26:33-Niederlage gegen Meister THW Kiel erwartet der nordhessische Bundesligist das nächste Handball-Schwergewicht in der Kasseler Rothenbach-Halle. Heute ab 19.05 Uhr (Sky) muss das Team von MT-Coach Gudmundur Gudmundsson gegen die Füchse Berlin antreten.

Kassel – Die Heimspielwochen bei der MT Melsungen gehen weiter. Fünf Tage nach der 26:33-Niederlage gegen Meister THW Kiel erwartet der nordhessische Bundesligist das nächste Handball-Schwergewicht in der Kasseler Rothenbach-Halle. Heute ab 19.05 Uhr (Sky) muss das Team von MT-Coach Gudmundur Gudmundsson gegen die Füchse Berlin antreten. Den Fans steht ein reizvoller Abend auf dem Messegelände bevor.

Vor seinem 250. Bundesligaspiel: Melsungens Linksaußen Yves Kunkel.

Der Jubilar

Die Begegnung gegen die Füchse ist für Melsungens Linksaußen Yves Kunkel das 250. Bundesligaspiel in seiner Karriere. Wenn er zurückblickt, dann fallen ihm schmerzhafte Niederlagen während seiner Mindener Zeit ein – gerade in der entscheidenden Phase seines zweiten Profijahrs bei GWD. Bei den Ostwestfalen gab er auch sein Erstliga-Debüt – ihm gelangen drei Treffer gegen Emsdetten.

Gern erinnert er sich auch an ein Punktspiel im März 2017. Damals stand er bei HBW Balingen-Weilstetten unter Vertrag – und erzielte 15 Tore (davon sechs Siebenmeter) beim 24:24 gegen Coburg. „Da hatte ich einen Sahnetag“, sagt Kunkel. In der Saison 2016/17 wurde er zudem Siebter der Liga-Torschützenliste.

Als „krass“ bezeichnet er eine Situation in der vergangenen Saison. Da war die komplette Melsunger Mannschaft wegen Coronaproblemen zwei Wochen in Quarantäne – und musste aber nur vier Tage später ein Heimspiel gegen den Bergischen HC absolvieren.

Das Geburtstagskind

Bleiben wir bei den Melsunger Linksaußen. Heute feiert Michael Allendorf seinen 35. Geburtstag – nach dem Wechsel von Felix Danner zur HSG Wetzlar ist er der dienstälteste MT-Profi. Dass er auch im reiferen Handballer-Alter immer noch zu Top-Leistungen imstande ist, bewies er mit seinen sieben Toren gegen Kiel. Danach blühte bei den Linksaußen der Flachs. „Du musst doch Schulterschmerzen haben, so oft hast du doch schon lange nicht aufs Tor geworfen“, sagte Kunkel zu Allendorf. Das Spiel über die linke Außenbahn gehörte in den vergangenen Monaten nicht zu den Melsunger Stärken.

Trifft auf seinen Ex-Klub: Alexander Petersson.

Die Ex-Berliner

Neben Torwart Silvio Heinevetter hat auch Neuzugang Alexander Petersson eine Berliner Vergangenheit. Der Isländer wurde mit den Hauptstädtern in den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 jeweils Dritter. Zudem qualifizierten sie sich einmal für das Final Four der Champions League. „Ich hatte zwei schöne Jahre dort“, betont der mittlerweile 41-jährige Petersson.

Die Aufgabe

„Die Spiele gegen Berlin sind immer Prestigeduelle“, erklärt Melsungens Rückraumschütze Julius Kühn, „sie haben eine besondere Würze.“ Beim 32:35 der MT im Juni gegen die Füchse ging es besonders hoch her, nachdem Füchse-Boss Bob Hanning im Vorfeld mit scharfer Kritik an Melsungens Nationalspielern für Aufsehen gesorgt hatte.

Die Hausherren haben nach zwei Begegnungen erst einen Punkt auf dem Konto. „Wir stehen unter Zugzwang“, ergänzt Kühn. „Ich erwarte eine enge Kiste“, sagt Gudmundsson, „das ist ein 50:50-Spiel.“ Der Isländer hofft, dass sich sein Team weiter verbessert. Allerdings muss Gudmundsson auch demnächst Siege vorweisen – sonst wird der Druck auf den 60-Jährigen, der schon in der vergangenen Saison arg in der Kritik stand, wieder deutlich zunehmen.

Die Gäste gewannen ihre ersten beiden schweren Saisonspiele gegen Wetzlar und Leipzig jeweils nach einigen Anlaufschwierigkeiten noch souverän. „Die kämpfen bis zum Ende“, warnt Petersson vor dem Team um die erfahrenen Paul Drux, Jacob Holm und Hans Lindberg.

Zwar ist ein Premieren-Einsatz des Portugiesen Andre Gomes fraglich, Gudmundsson setzt dennoch auf die Breite im Kader. Mit Petersson und dem furios in Melsungen gestarteten Elvar Örn Jonsson hat die MT im Rückraum mehr Möglichkeiten. Und auf Linksaußen entwickelt sich ein interessanter Konkurrenzkampf – zwischen Allendorf und Kunkel. (Björn Mahr)

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