Interview nach Absage des Flensburg-Heimspiels

MT-Torjäger Kühn: „Schade, dass wir nicht spielen“

Erzielte bereits 107 Tore in dieser Saison: Melsungens Angreifer Julius Kühn.
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Erzielte bereits 107 Tore in dieser Saison: Melsungens Angreifer Julius Kühn.

Die Nachricht kam am Freitagmorgen: Das für Samstag geplante Bundesliga-Spiel der MT Melsungen gegen die SG Flensburg-Handewitt wird wegen der Coronafälle bei den Norddeutschen verlegt.

Damit müssen die Nordhessen weiter auf das erste Kräftemessen mit den Flensburgern in dieser Saison warten. Im November war bereits die Partie in der Flens-Arena kurzfristig abgesagt worden – damals hatte sich MT-Kapitän Finn Lemke bei einem Lehrgang des deutschen Nationalteams mit dem Coronavirus infiziert.

Durch die Verlegung haben die Melsunger Profis ein spielfreies Wochenende. Darüber haben wir mit Torjäger Julius Kühn gesprochen, der vor einer Woche noch mit der DHB-Auswahl in Berlin die Olympia-Qualifikation klargemacht hat.

Wie sehr trifft Sie die Absage des Heimspiels gegen Flensburg?

Natürlich ist es schade, dass wir nicht spielen. Aber es geht erst einmal um die Gesundheit der Flensburger Profis – die steht über allem. Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass uns die Absage nicht ganz ungelegen kommt. Denn bei uns hat auch der eine oder andere Spieler sein Wehwehchen. Komplett wären wir nicht gewesen.

In den vergangenen Tagen entstand allerdings der Eindruck, Sie würden am liebsten jeden Tag ein Pflichtspiel bestreiten. Wie steht es um Ihre Kräfte?

Ich merke auch, dass es hier und dort mal zwickt. Es ist zwar nichts Gravierendes, aber ein bisschen Erholung schadet mir auch nicht. (schmunzelt) Wenn du gegen Nordhorn gewinnst und dich für die Sommerspiele in Tokio qualifizierst, dann spürst du manche Schmerzen nicht ganz so stark.

Wie zufrieden waren Sie selbst mit Ihren Leistungen in der Olympia-Qualifikation?

Zum Auftakt gegen Schweden hätte es zwar besser laufen können, ich fand mich aber trotzdem ganz okay. Und in den weiteren Spielen hat es bei mir dann noch besser geklappt. Gerade die Partie gegen Slowenien verlief für uns als Mannschaft nahezu perfekt. Deshalb kann ich für mich von einem absolut gelungenen Wochenende sprechen. Das Entscheidende war aber, dass wir uns für Tokio qualifiziert haben.

Wie erklären Sie sich Ihre derzeitige Top-Form?

Also ich muss erst mal vorwegschicken, dass ein Champions-League-Spieler aktuell immer noch eine höhere Belastung hat als ich. Allerdings war ich mit meiner WM-Leistung nicht zufrieden. Und danach wollte ich unbedingt zeigen, dass ich das Handballspielen nicht verlernt habe. Momentan läuft es gut für mich. Ich habe allerdings nichts geändert.

Die MT ist jetzt einigermaßen im Rhythmus. Welche Erwartungen haben Sie an die kommenden Wochen?

Natürlich wird sich der eine oder andere denken, dass die kommenden Aufgaben förmlich nach einer Serie schreien. Doch wir tun weiter gut daran, wenn wir nicht so weit nach vorn schauen. Unsere erste Aufgabe ist es, dass wir uns weiter stabilisieren.

Was bedeutet die Spielabsage für Ihre Wochenendplanung?

Es blieb noch nicht viel Zeit dafür, sich darüber Gedanken zu machen. Wir wurden ja auch erst am Freitagmorgen informiert. Außerdem legen wir am Samstag nicht die Beine hoch. Es stehen eine Lauf- und eine Krafteinheit auf dem Programm. Was ich allerdings sagen kann: Meine Freundin und ich freuen uns, dass wir an diesem Wochenende ein bisschen Zeit miteinander verbringen können.

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