Lasse Mikkelsen war der beste Mann

Nach Sieg gegen Berlin: MT Melsungen darf wieder von Europa träumen

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Die Entscheidung in der 57. Minute: Lasse Mikkelsen, bester Mann auf dem Feld, erzielt mit seinem zehnten Treffer das 24:20 gegen Berlins Silvio Heinevetter. Foto: DIETER SCHACHTSCHNEIDER

Nach dem 26:22-Sieg über die Füchse Berlin hat die MT Melsungen zum Fünften in der Handball-Bundesliga aufgeschlossen und darf von Europa träumen. Fakten zum Sieg in der Rothenbach-Halle.

Die Achterbahnfahrt: Von 0:2 auf 5:2, von 11:5 auf 11:8, von 18:11 auf 21:20 – die MT erlebte und durchlitt mit ihren Fans eine aufregende Achterbahnfahrt. Zweimal waren die Melsunger schon weit enteilt, zweimal „haben wir den Faden verloren, aber nicht die Nerven“, befand Tobias Reichmann. Manager Axel Geerken gestand Nervosität ein, als die MT in 16 Minuten nur vier Tore erzielt hatte und Berlin dem Ausgleich nahe war (53.).

Umstellungen in der Gästeabwehr, eine Steigerung des ewigen Laberers Heinevetter im Tor, „schwindende Kraft und Konzentration, Angst vor dem nächsten Fehler“ (Trainer Heiko Grimm), brachten den Melsunger Sieg in Gefahr.

Die Entscheidung: Es war der beste Mann auf dem Feld, der dann doch wieder für Entspannung sorgte. Er war einfach klasse, dieser Lasse Mikkelsen traf mit einem seiner unnachahmlichen Schlagwürfe zum 22:20 (55.), 47 Sekunden später erhöhte Yves Kunkel mit dem einzigen Tempogegenstoß nach der Pause auf 23:20. Dann, genau im rechten Moment, wehrte der umjubelte Simic den einzigen von acht (!) Strafwürfen Lindbergs ab, und schließlich traf der clevere Mikkelsen vom Strich zum 24:20 (57.)

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Die rote Mauer: Es war die „fantastische Abwehrarbeit“, aus der Sicht von Grimm „in Halbzeit eins sogar die Beste in dieser Saison“, mit der die Hausherren den Grundstein zum Sieg gelegt hatten. Lasse Mikkelsen, Finn Lemke, Felix Danner und Michael Müller bildeten im bissigen, beweglichen Block und im Verbund mit den Außen sowie dem starken „Simo“ Simic ein Bollwerk. Sieben Gegentore aus dem Feld nur bis zur Pause, Nationalspieler Drux erzielte seinen ersten Treffer von zwei erst nach 41 Minuten, Tempospiel über Lindberg wurde total unterbunden.

Der Respekt: „Es war wie immer gegen Berlin ein Spiel auf des Messers Schneide“, bilanzierte Finn Lemke. „Diese Füchse geben einfach nie auf, egal, wie weit sie hinten liegen. Auch nicht, wenn vier Stammspieler fehlen.“ Der MT-Kapitän zollte dem Gegner großen Respekt. Und dennoch konnte er strahlen: „Wir sind in der entscheidenden Phase recht kühl geblieben für unsere Verhältnisse.“

Das Jubiläum: Vom Trainer gab’s ein Sonderlob für „60 Minuten mit sehr vielen guten Aktionen für das Team“, von den Fans Glückwünsche zum Jubiläum: Michael Müller erzielte seinen 555. Treffer im MT-Trikot. Und das nächste steht in Leipzig am Sonntag nächster Woche bevor: Kreisläufer Felix Danner steht aktuell bei 664 Toren.

Der Weg nach Europa: Aufgrund der europäischen Nationenwertung, die vom DHB angeführt wird, stehen deutschen Klubs 2019/20 fünf Plätze im Europapokal zu – zwei in der Champions League, drei im EHF-Pokal. Von diesen drei werden nur zwei anhand der Bundesliga-Tabelle vergeben, der dritte über den DHB-Pokal. Somit ist Rang fünf nicht zwingend ausreichend zum Einzug in den EHF-Cup! Aber: Mit Kiel gegen Berlin und Magdeburg, das im Halbfinale am 6. April gegen Hannover spielt, sind noch drei Teams im DHB-Pokal dabei, die in der Rangliste vor der MT Melsungen stehen. Außerdem hat Kiel in eigener Halle beste Chancen, den EHF-Pokal 2019 zu gewinnen. Und: In der Vergangenheit gab es häufig zusätzliche Wildcards für attraktive deutsche Mannschaften in der Champions League. Die Chance für den Bundesliga-Fünften zum Sprung nach Europa sind also sehr gut; auch der Sechste darf hoffen.

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Quelle: HNA

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