Gegner mit 27:16 gut bedient

Pflichtsieg der MT Melsungen gegen Lübbecke mit Spaßfaktor

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Überlistet: Melsungens Jeffrey Boomhouwer (rechts) überwindet hier Lübbeckes Torwart Peter Tatai.

Kassel. Auch ein Pflichtsieg kann Vergnügen bereiten. Wenn der Sieger Spaß am Siegen hat und seine Spielfreude die angepeilten zwei Punkte veredelt. Wie beim Melsunger 27:16 (14:6) gegen den TuS N-Lübbecke, wobei der heimische Handball-Bundesligist etwas Anlaufzeit brauchte, um auf Touren zu kommen.

War‘s der immer noch ungewohnte Anwurftermin? Oder die vorausgegangene Zeitumstellung, so dass die Jungs auch noch eine Stunde früher ran mussten? Erklärungsmuster für einen beiderseits zähen Start, bei dem nur die beiden Torhüter gleich auf Betriebstemperatur waren. Und sich ein packendes Fernduell lieferten, bei dem Nebojsa Simic nach 21 Minuten mit 6:5-Paraden die Nase gegenüber Peter Tatai vorn hatte.

Seine Mannschaft führte zu diesem Zeitpunkt mit 7:6 – und hatte in der Offensive noch nicht so recht Tritt gefasst. Ihr fehlte das Tempo und die Breite. Auch die Maßnahme, Torjäger Kühn von Dener Jaanimaa per Manndeckung rausnehmen zu lassen, zahlte sich aus Lübbecker Seite durchaus aus.

Dann aber nahm der Melsunger Express (gewaltig) Fahrt auf. Natürlich angeschoben vom montenegrinischen Torwart. Die Ballgewinne, die auf seine Reaktionen zurück gingen, waren der Treibstoff für die erste und zweite Welle der Gastgeber, die die Ostwestfalen schier zu überrollen drohte. Dabei taute nun auch Julius Kühn auf. Selbst eine Zeitstrafe gegen Tobias Reichmann tat dem vorzüglichen Melsunger Umschaltspiel keinen Abbruch. Die Folge: ein 7:0-Lauf bis zur Pause zum 14:6. „So etwas gefällt mir“, freute sich MT-Trainer Roth.

Die Spannung war raus, der Spaßfaktor stieg. Weil sich beide Mannschaften nicht unnötig weh taten und trotzdem nicht lumpen ließen. Auch der Unterlegene nicht. Gieraks kunstvoller Rückhandpass mit anschließendem Tor vom Kreis von Nils Torbrügge (zum 15:7) hatte genauso ein Raunen der Zuschauer zur Folge wie Jaanimaas Gewaltwurf (zum 15:8). Wiederum waren die Roth-Schützlinge alles andere als explosiv aus den Startlöchern gekommen, um dann aber doch noch einige sehenswerte Akzente zu setzen.

Beim 2:0 in Unterzahl zum 19:9 beispielsweise, als sich erst Marino Maric in der Nahwurfzone gegen drei Gegenspieler durchsetzte und danach Tobias Reichmann Jeffrey Boomhouwers geklauten Ball zum erfolgreichen Tempogegenstoß nutzte. Da musste dann auch TuS-Torwart Tatai kapitulieren (und wurde durch Joel Birlehm ersetzt), während seine Kollege weiterhin jede Menge Szenenapplaus einheimste.

Es passte ins entspannte Bild, dass Johannes Golla Sekunden nach seiner Einwechslung dank einer Energieleistung zum 23:12 traf (47.). Und das kurz darauf wiederholte (25:13). Bei 4:6-Konstellation holte der zukünftige Flensburger einen Siebenmeter raus, den Michael Allendorf zum 26:14 (52.) verwandelte. Was den Stimmungspegel in der Halle noch mal ansteigen ließ. Und den Spaß des Publikums an einem Pflichtsieg ihrer Helden dokumentierte.

Lesen Sie dazu: Interview mit MT-Manager Axel Geerken: "Wir treten auf der Stelle" (Das Interview wurde vor dem Spiel gegen Lübbecke geführt).

Ergebnisse, Tabellen, Statistiken zur Handball-Bundesliga

MT Melsungen schlägt Lübbecke klar mit 27:16

Quelle: HNA

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