Rückstand zur Pause

Viel Herz und viel Kampf: MT Melsungen bezwingt Minden

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Machte eine starke Partie im linken Rückraum als Ersatz für den verletzten Julius Kühn: Philipp Müller.

Kassel. Der zweite Sieg im Jahr 2018 ist unter Dach und Fach. Trotz großer personeller Probleme feierte Handball-Bundesligist MT Melsungen mit viel Kampf, großem Herz und starkem Willen einen 31:27 (13:14)-Heimerfolg gegen GWD Minden.

Die MT musste nicht nur den grippekranken Torwart Johan Sjöstrand ersetzen, sondern kurzfristig auch noch ihren Top-Torjäger Julius Kühn wegen einer Zerrung im Schulterbereich ersetzen. So bot Trainer Michael Roth im Rückraum mal wieder die Aufbaureihe auf, die im vergangenen Jahr das volle Vertrauen genoss: Philipp und Michael Müller sowie Timm Schneider. Spielmacher Lasse Mikkelsen hatte wegen eines grippalen Infekts in dieser Woche kaum trainiert.

Obwohl sich Rekonvaleszent Nebojsa Simic mit den Kollegen locker aufwärmte, war der nachverpflichtete Mathias Lenz erste Wahl zwischen den Pfosten. „Wir haben die Verantwortung, eine gute Abwehr hinzustellen. Und wir müssen unserem Keeper helfen“, sagte Melsungens Linksaußen Michael Allendorf vor der Partie. Und wie war das Zusammenspiel zwischen Deckung und Tormann? Es fing nicht gut an. Zunächst hatten die Ostwestfalen Vorteile und führten nicht ohne Grund 2:0 und 5:2. Nach einer Viertelstunde kam Felix Danner ins Spiel – und mit ihm im Mittelblock wurden die Hausherren aggressiver. Aus einem 6:9 machten Tobias Reichmann, Philipp Müller und Michael Allendorf den erstmaligen Gleichstand (9:9). Danach bestand sogar die Möglichkeit, in Führung zu gehen. Doch die Melsunger zeigten sich in einigen Offensivaktionen nicht abgeklärt genug. So wuchs der Rückstand wieder auf 11:14 an. Immerhin: Mit dem Pausenpfiff verwandelte Timm Schneider einen Freiwurf direkt zum 13:14 – sehr selten und deshalb auch sehr sehenswert.

Ein Mutmacher für den zweiten Abschnitt? Die Melsunger mussten in Defensive und Offensive zulegen. Und taten das auch vor 4168 Zuschauern. Die Folge: der starke Philipp Müller, sein Zwillingsbruder Michael Müller sowie Marino Maric brachten die MT mit 18:15 (39.) in Front. Nun stimmte die Körpersprache, nun war Leben in der Bude – auf dem Feld und auf den Rängen. Auch Lenz machte hinter einer sich steigernden Deckung eine gute Figur.

Einziges Problem: Es waren noch 20 Minuten zu gehen. Und Minden machte nicht den Eindruck, dass es sich kampflos in sein Schicksal ergeben wollte. Torwart Espen Christensen hätte auf 21:22 verkürzen können, sein Wurf vom eigenen Kasten klatschte aber an den Pfosten des verwaisten Melsunger Gehäuses (46.).

In der entscheidenden Phase hatten die Gastgeber ein ums andere Mal das Glück des Tüchtigen. Jeffrey Boomhouwer besorgte das wichtige 29:25 (55.). Die Mindener wurden in der Abwehr offensiver. Doch das reichte nicht mehr, um die MT aufzuhalten.

MT: Lenz, Simic, Meyfarth – Maric 5, Lemke, Golla, Reichmann 5/2, Mikkelsen, Danner 1, P. Müller 8, Boomhouwer 2, Schneider 2, Allendorf 2, M. Müller 6, Haenen, Langhans.

MT Melsungen ringt Minden nieder

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Den Spielplan der MT Melsungen finden Sie in diesem Artikel

MT Melsungen - der Kader der Saison 2017/2018

Quelle: HNA

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