Ditter Derbysieg in dieser Saison

Mit etwas Verspätung: MT Melsungen feiert 26:24-Erfolg gegen Wetzlar

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200. Bundesliga-Spiel: Finn Lemke (rechts) feierte gegen Wetzlar ein besonderes Spiel

Exakt um 21.20 Uhr – und damit deutlich später als geplant – war am Donnerstag das Handball-Jahr für die MT Melsungen beendet. Und es war ein erfolgreicher Abschluss.

Aktualisiert um 21.41 Uhr - Im Bundesliga-Hessenderby setzte sich der Tabellensechste mit 26:24 (13:10) gegen die HSG Wetzlar durch. Nach dem Hinspielsieg und dem Pokalcoup im Oktober war es bereits der dritte Erfolg der Nordhessen in dieser Saison.

Nein, ein ganz normaler Handball-Abend war es nicht. Konnte es aber auch nicht werden, weil der Mannschaftsbus aus Wetzlar am frühen Abend auf der Autobahn 7 in einer Vollsperrung feststeckte und erst kurz vor 19 Uhr die Kasseler Rothenbach-Halle erreichte. Also zu dem Zeitpunkt, als die Teams eigentlich zum mittlerweile 29. Hessenderby einlaufen sollten. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wir waren früher immer pünktlich da“, kommentierte Wetzlars Sportlicher Berater Horst Spengler, der Weltmeister-Kapitän von 1978, die Ereignisse schmunzelnd.

Die Begegnung begann schließlich mit 45-minütiger Verspätung. Als es dann losging, war die Stimmung auf den Rängen so aufgeheizt wie immer – die Fans aus beiden Lagern ließen sich die lange Wartezeit nicht anmerken.

An den Melsunger Angriffsspielern schien die Verzögerung allerdings nicht spurlos vorüber gegangen zu sein. Um im Bild zu bleiben: Es ging nur stockend voran. Zudem parierte HSG-Schlussmann Till Klimpke einige Würfe. Andererseits stand die Deckung der Gastgeber ganz passabel. Auch Torwart Nebojsa Simic zeichnete sich wiederholt aus. MT-Coach Heiko Grimm brachte für den Angriff den im Dezember verpflichteten Schweizer Roman Sidorowicz. Der Schweizer warf das 6:6 selbst und lief mit Linksaußen Yves Kunkel den Konter, der das 7:6 brachte – die erste Melsunger Führung an diesem Abend (17.).

Zwar gelang den Mittelhessen durch Vize-Weltmeister Kristian Björnsen postwendend der Ausgleich, aber wenig später stand es nach MT-Treffern durch Lasse Mikkelsen (2) und Tobias Reichmann 10:7 (24.). Die Basis für den Pausenvorsprung war jedoch die hervorragende Zusammenarbeit von 6:0-Deckung und Simic.

Finn Lemke in seinem 200. Bundesligaspiel, Felix Danner und ihre Nebenleute verteidigten verbissen. 13:10 stand es zur Pause – und es drängte sich die Frage auf, ob die Wetzlarer nach den Problemen auf der A7 nun auch noch einmal in der Halle ins Rollen kommen würden. Gäste-Coach Kai Wandschneider versuchte in Abwehr wie Angriff einiges. Aber: In der 33. Minute lag die MT erst mal 15:10 vorn – und die MT-Anhänger feierten Simic mit „Simo, Simo“-Sprechchören, nachdem dieser gegen Björnsen glänzend gehalten hatte.

Gegen Wetzlar: Dritter Derbysieg im Jahr 2018 für die MT Melsungen

Abschütteln ließen sich die Wetzlarer so leicht jedoch nicht – dank Klimpke und der schnellen Außen Emil Frend Öfors und Björnsen. Der Außenseiter kam auf 15:16 heran (41.). Grimm nahm eine Auszeit – und ging nun wieder strukturierter und konzentrierter vor. Davon profitierte vor allem der Halbrechte Simon Birkefeldt, der Mitte des zweiten Durchgangs seine anfänglichen Ladehemmungen ablegte (20:16, 46.). Zuvor hatte er immer wieder viel Zuspruch von seinem Mitstreiter Philipp Müller erhalten. Zehn Minuten vor Schluss war die Ziellinie für die Melsunger bereits in Sichtweite. Zumal sich Lemke in seinem Jubiläumsspiel nicht schonte. Er präsentierte sich vor allem im zweiten Durchgang in WM-Form.

Doch auch die Kollegen kämpften leidenschaftlich für einen gelungenen Jahresabschluss. Michael Müller markierte das 24:20 (54.). Spätestens nach dem Doppelschlag durch Tobias Reichmann und Mikkelsen zum 26:21 (58.) war klar, wer das Feld als Sieger verlassen würde – an einem ungewöhnlichen Handball-Abend.

Von Björn Mahr

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Quelle: HNA

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