Spiel in ausverkaufter Halle

Unentschieden: MT Melsungen und TBV Lemgo trennen sich 33:33

+

Kassel. Knapp war’s. Spannend auch. „Aber am Ende ist dieser Punkt sehr glücklich“, sagte Julius Kühn von der MT Melsungen.

Aktualisiert um 18.25 Uhr -  Der heimische Handball-Bundesligist ist am Sonntag vor 4300 Zuschauern in der ausverkauften Rothenbach-Halle nicht über ein 33:33 (16:17) gegen den TBV Lemgo hinausgekommen. Sekunden vor dem Schluss hatte das MT-Rückraum-Ass sogar noch die Chance auf den Sieg.

Deshalb, und weil die MT jedes Heimspiel in der Restrunde gewinnen wollte, fasste Michael Müller die Stimmung so zusammen: „Das Unentschieden fühlt sich an wie eine Niederlage.“ Der Knackpunkt sei wie schon in Flensburg die eigene Abwehr gewesen, ergänzte der MT-Kapitän: „Wir haben heute nicht konsequent zugepackt.“ Was sonst auffiel beim 33:33:

Die MT rennt Rückständen hinterher: Unterhaltsam war die Partie allemal. In der 14. Minute gingen die Gäste nach dem Treffer von Tim Hornke zum 7:5 für Lemgo erstmals mit zwei Treffern in Führung. Abgesehen von der Anfangsphase, schafften es die Hausherren nur zweimal, die Nase vorn zu haben – nach dem Tor von Keeper Johan Sjöstrand zum 14:13 (26. Minute) und nach dem verwandelten Siebenmeter von Lasse Mikkelsen zum 20:19 (34.). Es sei anstrengend gewesen, permanent Rückständen hinterherzulaufen, sagte Kühn, der mit zwölf Treffern abermals bester MT-Schütze war.

Die Abwehr bekommt keinen Zugriff: Keine Frage, die flinken Gäste „haben ein Bomben-Spiel gemacht“, sagte MT-Trainer Michael Roth. Trotzdem fehlte der Abwehr ohne den verletzten Finn Lemke die nötige Aggressivität. „Wir haben in keiner Phase einen Zugriff bekommen“, sagte Johannes Golla. Lemgo gelang es reihenweise, Zuspiele an den Kreis und Würfe aus acht, neun Metern durchzubringen. Resigniert stellte Kapitän Müller fest: „Das war zu wenig.“ Zudem bitter: Abpraller und geblockte Bälle landeten fast allesamt beim Gegner.

Der Torwart erwischt einen schlechten Tag: Sjöstrand litt während der Woche an Knieproblemen, hat nicht trainiert und wurde für das Spiel fit gespritzt – das war deutlich zu spüren. Der Schwede erwischte alles andere als einen Sahnetag. In der 50. Minute nahm Roth ihn vom Feld. Dort bekam er sofort Zuspruch vom verletzten Kollegen Nebojsa Simic. Allein es half nichts. Nachdem er wieder in den Kasten kam, lief es immer noch nicht besser.

Der Angriff findet gute Lösungen: Zwar saß Mittelmann Timm Schneider nach überstandener Schambeinentzündung erstmals wieder auf der MT-Bank, eingewechselt wurde er nicht. Das war auch nicht nötig, weil der Däne Mikkelsen klug Regie führte und Kühn wiederholt in gute Wurfpositionen brachte.

Insgesamt acht verschiedene Feld-Torschützen hatten die Hausherren. Was beweist, dass sie schwer ausrechenbar waren. Wie in der 19. Minute, als Michael Müller Tobias Reichmann am Kreis erspähte – und der Rechtsaußen traf zum 8:9. „Wir finden leider noch nicht die Balance, um über 60 Minuten konstant gut zu spielen“, bedauerte Mikkelsen. Trotzdem: Die MT schlug nach Lemgoer Treffern postwendend zurück. Roth sagte: „Am Angriff hat es sicher nicht gelegen.“

Die Sache mit den Siebenmetern: Den ersten Melsunger Strafwurf in der Partie setzte Michael Allendorf neben den Kasten (13.). Deshalb hatten die Zuschauer damit gerechnet, dass beim nächsten Siebenmeter Reichmann übernimmt. Doch dann kam Mikkelsen. „Ich habe in Dänemark immer die Siebenmeter geworfen.“ Kein Wunder also, dass er drei Versuche sicher verwandelte.

Das Ende wird dramatisch: „Wir hätten das Spiel von Anfang an bestimmen müssen, die Spannung in der Schlussphase war nicht gut“, befand Kreisläufer Marino Maric. Es wurde laut in der Halle. Dramatik pur. Roth nahm 55 Sekunden vor Schluss eine Auszeit. Kühn traf danach zum 33:32. Lemgo blieben noch 39 Sekunden – Patrick Zieker glich aus. Noch sieben Sekunden. Noch ein Wurf von Kühn. Doch Piotr Wyszomirski war zur Stelle und hielt das Unentschieden, das sich wie eine Niederlage für die MT anfühlt.

So hat die MT Melsungen gespielt

MT: Sjöstrand 1, Lenz - Maric, Kühn 12, Golla 2, Reichmann 2, Mikkelsen 7/2, Danner 1, P. Müller 1, Boomhouwer, Schneider, Allendorf 4, M. Müller 3, Haenen, Langhans

MT Melsungen spielt gegen Lemgo nur 33:33

Mehr Nachrichten rund um den Handballsport in Deutschland gibt es in unserem Handball-Spezial. Auf der Facebookseite "Handball - die stärkste Liga der Welt" gibt es weitere Informationen. Außerdem verraten wir Ihnen, wie Sie die Spiele der MT Melsungen im TV und im Livestream ansehen können.

Unser nächster Liveticker: Rhein-Neckar Löwen und Frisch Auf! Göppingen.

Den Spielplan der MT Melsungen finden Sie in diesem Artikel. Aktuelle Tabellen, Statistiken und den Gesamt-Spielplan zur Liga gibt es hier.

MT Melsungen - der Kader der Saison 2017/2018

Quelle: HNA

Kommentare