Handball-Bundesliga: Zwei Gesichter der Melsunger Mannschaft sorgen für Erklärungsbedarf - eine Analyse

Größte Baustelle im Rückraum

Hoffnungsträger für die Rückrunde: Christian Hildebrand, der nach seiner Bandscheibenoperation wieder einsatzfähig ist. Foto: Schachtschneider

Melsungen. Nein, so richtig genießen konnte Trainer Michael Roth seinen Weihnachtsurlaub nicht. Zum einen gestaltete er sich aufgrund des Spielplans der Handball-Bundesliga recht kurz. Zum andern: Wirkliches Abschalten nach einer stressigen Hinrunde war nicht. Erst lief‘s wie geschmiert (11:3-Punkte), dann fast gar nicht mehr (elf Spiele ohne Sieg). Zwei Gesichter einer Mannschaft, die entsprechende Baustellen im Kader offenbarten, denen der MT-Coach natürlich auf den Grund gehen musste. Eine Analyse per Rück- und Ausblick.

Torwart: Per Sandström war zu Beginn einer der Garanten des Fabelstarts, konnten an diese überragenden Leistungen aber in der Folge auch aufgrund einer Ellenbogenverletzung nicht mehr anknüpfen. Vertreter Mario Kelentric hielt, was zu halten, aber für die Wende zu wenig war.

Linksaußen: Michael Allendorf hatte nach gutem Beginn zunächst mit einer Formkrise und danach mit seiner Gesundheit zu kämpfen, dürfte aber im Vollbesitz seiner Kräfte wieder angreifen. Zudem hat sich Vertreter Christian Zufelde in seinen wenigen Einsätzen bewährt.

Rückraum links: Erst wirbelte er wie zu besten Zeiten, dann war nach einer Rückenverletzung gar nichts mehr von ihm zu sehen: Grigorios Sanikis spiegelt das Auf und Ab seiner Mannschaft wohl am besten wider. Da der Grieche weiterhin ausfällt, bleibt als einzige Alternative nur Nenad Vuckovic, der aber auch auf der Mitte gebraucht wird. Alin Sania scheint auf der Königsposition überfordert.

Rückraum Mitte: Patrik Fahlgren begann bärenstark, ging dann aber mit der Mannschaft unter und fällt noch einige Wochen verletzt aus. Ersatzmann Michael Schweikardt konnte seinen Coach nicht überzeugen und Nenad Vuckovic (siehe oben) wird auf der linken Seite gebraucht.

Rückraum rechts: Alexandros Vasilakis hatte seine lichten Momente, aber auch stets Aussetzer und war darüber hinaus zuletzt nicht fit. Eine Chance für Jens Schöngarth, die dieser aber nicht nachhaltig nutzen konnte. Sein Durchbruch würde dem Team enorm weiter helfen.

Rechtsaußen: Durch Christian Hildebrands Verletzung war Savas Karipidis der Alleinunterhalter. Er begann stark, zeigte dann aber in den kritischen Momenten des Spiels als Leistungsträger zu wenig Präsenz. Als der Grieche dann auch noch angeschlagen war, musste Landsmann Vasilakis am rechten Flügel aushelfen - kaum mehr als eine Notlösung. Mit einem gesunden Karipidis und einem wieder genesenen Hildebrand dürfte aber hier in der Rückrunde nichts mehr anbrennen.

Kreisläufer: Felix Danner und Anton Mansson machten ihre Sache ordentlich, während gleichzeitig ihr Mittelblock in der 6:0-Deckung bröckelte. Hier ließ sich besonders der junge Schwede zu oft den Schneid abkaufen.

Fazit

Die MT Melsungen braucht dringend einen Rückraumspieler, der das Spiel lenken kann, auch auf der Königsposition eine Alternative ist und den eigenen Mittelblock stabilisiert. Darüber hinaus Typen, die in der Lage sind, ihre Nebenleute gerade in kniffligen Situationen des Spiels mitzureißen.

Von Ralf Ohm

Quelle: HNA

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