1. Hersfelder Zeitung
  2. Sport
  3. MT Melsungen

Der deutsche Co-Trainer Erik Wudtke im Interview: Wir müssen uns auf höchstem Niveau bewegen

Erstellt:

Von: Björn Mahr

Kommentare

Enger Austausch: Assistenzcoach Erik Wudtke (links) mit Bundestrainer Alfred Gislason.
Enger Austausch: Assistenzcoach Erik Wudtke (links) mit Bundestrainer Alfred Gislason. © IMAGO/KESSLER-SPORTFOTOGRAFIE

Vor dem Viertelfinale der Handball-WM zwischen Deutschland und Frankreich blickt der deutsche Co-Trainer Erik Wudtke über seine Zusammenarbeit mit Alfred Gislason und noch mehr.

Kassel - Es war ein harter Kampf gegen Norwegen – unter dem Strich stand für die deutschen Handballer im letzten Hauptrundenspiel gegen Norwegen eine 26:28-Niederlage. Wir haben danach mit dem deutschen Co-Trainer Erik Wudtke über die erste Niederlage der DHB-Auswahl im Turnier und die Aussichten für das Viertelfinale heute ab 20.30 Uhr (ZDF) gegen Frankreich gesprochen.

Wie schwer ist es Ihnen nach dem so intensiven Spiel gegen Norwegen gefallen, in den Schlaf zu finden?

Das war traditionell schwierig, weil man doch extrem emotional dabei ist. Und es galt ja auch, noch einiges aufzuarbeiten und einige Szenen videotechnisch zusammenzuschneiden. Die werden dann heute in Einzelgesprächen Thema sein.

Welche Erkenntnisse nimmt das Team mit?

Wir haben in Hälfte eins gegen Norwegen leider noch zu viele Nachlässigkeiten in der Abwehr an den Tag gelegt. Es ist uns da nicht gelungen, die nötige Aggressivität gegen die Rückraumschützen herzustellen. Das war erst nach der Pause besser. Deshalb: Wenn wir gegen Frankreich eine Chance haben wollen, dann müssen wir das von der ersten Sekunde an hinbekommen.

Wie schätzen Sie die Chancen gegen Frankreich ein?

Die Franzosen sind einer der drei Top-Favoriten auf den Titel. Demzufolge wird es eine schwierige Aufgabe. Aber ich denke, dass man in einem Spiel immer eine Chance hat, so ein Team wie Frankreich zu besiegen. Dafür muss bei uns aber alles hervorragend zusammenpassen: Abwehr, Umschaltspiel, Angriff, Rückzug. Wir müssen uns auf höchstem Niveau bewegen, um den Einzug ins Halbfinale schaffen zu können.

Was sagen Sie zu Juri Knorrs bisherigen Leistungen?

Juri spielt im Angriff wirklich eine tolle WM. Er ist einer der herausragendsten Torschützen in diesem Turnier, sehr torgefährlich und besticht auch als Passgeber in der Kooperation mit dem Kreisläufer. Zudem hat er eine beeindruckende Siebenmeter-Statistik, was für uns sehr wichtig ist, weil wir durch unser gutes Zusammenspiel mit dem Kreis immer wieder zu Strafwürfen kommen. Das größte Entwicklungsfeld, was Juri noch hat, ist sein Defensivspiel. Da wird er sich sicherlich noch steigern können. Insgesamt freue ich mich, dass mit ihm und Julian Köster zwei junge Spieler bei dieser WM gute Leistungen zeigen, die wir schon einige Jahre im DHB begleiten.

Inwiefern erschwert der Umzug nach Danzig die Vorbereitung?

Das ist nie so einfach. Es hängt logistisch viel dran. Man wird schon etwas aus dem Rhythmus herausgerissen. Ein Umzug beinhaltet auch immer eine Akklimatisierungsphase – die müssen wir so kurz wie möglich halten. Allerdings sind wir auch nicht das einzige Team, das einen Reisetag hat. Dieses Schicksal teilen wir mit anderen Teilnehmern. Deshalb nehmen wir es so, wie es das Turnier nun mal vorsieht.

Es wird viel über den Zusammenhalt im Team gesprochen. Inwieweit ist Ihre Zusammenarbeit mit Bundestrainer Alfred Gislason noch einmal auf ein anderes Niveau gestiegen?

Ich finde, dass man während eines Turniers immer eng zusammenwachsen muss, um erfolgreich zu arbeiten. Die Stimmung ist schon seit Beginn der Vorbereitung gut, die Zusammenarbeit mit Alfred läuft auch gut. Und deshalb werden wir uns auch weiterhin in dem Maße austauschen, wie es für die Mannschaft notwendig ist. Insofern hat sich da auch nichts geändert. Die bisherigen Erfolge sind Ausdruck einer guten Zusammenarbeit.

Zur Person: Erik Wudtke

Erik Wudtke (50) spielte von 2001 bis 2005 für den damaligen Zweitligisten MT Melsungen. Als Trainer arbeitete der Sportfachwirt unter anderem beim Hamburger Handball-Verband. Seit 2015 ist er Jugend-Bundestrainer, seit 2020 Co-Trainer der A-Nationalmannschaft. Wudtke ist verheiratet und hat zwei Kinder. 

Auch interessant

Kommentare