Turnier vom 12. bis 14. März in Berlin

Viel Erfahrung und vier Melsunger: Bundestrainer Alfred Gislason gibt Kader für Olympia-Qualifikation bekannt

Die deutschen Handball-Nationalspieler Julius Kühn (von links), Uwe Gensheimer, Fabian Böhm und Timo Kastening.
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Bei der Qualifikation in Berlin dabei: Julius Kühn (von links), Uwe Gensheimer, Fabian Böhm und Timo Kastening.

Handball-Bundestrainer Alfred Gislason hat den Kader für die Olympia-Qualifikation bekanntgegeben. Vier Spieler der MT Melsungen sind dabei.

Kassel – Eine olympische Medaille hat Julius Kühn schon gewonnen. 2016 holte er mit der deutschen Handball-Nationalmannschaft Bronze in Rio. Nun hofft der Profi vom Bundesligisten MT Melsungen, dass er im Sommer in Tokio erneut um Edelmetall spielen wird. Anders als vor fünf Jahren, als die DHB-Auswahl als Europameister automatisch einen Startplatz bekam, muss sie diesmal erst noch die Qualifikation absolvieren.

Mitte März richtet der Deutsche Handballbund (DHB) in Berlin eines von insgesamt drei Turnieren aus. Gegner in der Max-Schmeling-Halle sind Schweden (12. März, 15.15 Uhr, ARD), Slowenien (13. März, 15.35 Uhr, ZDF) und Algerien (14. März, 15.45 Uhr, ZDF). Die beiden Erstplatzierten sind in Japan dabei. „Das Turnier ist ungemein wichtig für den deutschen Handball“, sagt Kühn.

Seit gestern weiß der Torjäger, dass er zu den Hoffnungsträgern gehört. Denn Bundestrainer Alfred Gislason gab seinen 19-köpfigen Kader für den Wettbewerb in der Bundeshauptstadt bekannt. Der Isländer hat zwar auch viele Teilnehmer von der WM im Januar nominiert, er kann aber auch auf einige Akteure zurückgreifen, die für Ägypten abgesagt hatten. So sind die Kieler Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Steffen Weinhold sowie der Berliner Fabian Wiede wieder dabei – vier Spieler mit viel Erfahrung. „Ich musste keinen Spieler überreden. Alle haben sofort zugesagt und sind stolz, für Deutschland zu spielen“, erklärte Gislason.

Nicht eingeladen wurde Melsungens Tobias Reichmann. Der Rechtsaußen hatte sich beim WM-Auftakt gegen Uruguay einen Außenmeniskusanriss zugezogen und musste vorzeitig abreisen. „Ich habe mit dem Bundestrainer telefoniert, und wir sind uns einig, dass ein solches Turnier für mich jetzt zu früh kommt“, erklärt Reichmann, „er hat mir aber auch gesagt, dass die Tür zu Olympia für mich noch nicht zu ist.“

Der deutsche Kader

Der Kader, Tor: Wolff (Kielce/POL), Bitter (Stuttgart), Heinevetter (Melsungen) Linksaußen: Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Schiller (Göppingen) Rückraum links: Drux (Berlin), Kühn (Melsungen), Heymann (Göppingen), Fabian Böhm (Hannover-Burgdorf) Rückraum Mitte: Philipp Weber (Leipzig), Juri Knorr (Minden) Rückraum rechts: Häfner (Melsungen), Weinhold (Kiel), Wiede (Berlin) Rechtsaußen: Kastening (Melsungen), Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) Kreis: Wiencek (Kiel), Pekeler (Kiel), Golla (Flensburg-Handewitt)

Den Job auf der rechten Außenbahn teilen sich sein MT-Kollege Timo Kastening und der erfahrene Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen. „Die Teilnahme an der Olympia-Quali bedeutet mir viel. Es ist natürlich schade, dass wir nicht vor Zuschauer spielen werden“, betont der Ex-Hannoveraner. Auch wenn Finn Lemke und Reichmann fehlen, stellt Melsungen mit vier Profis die meisten Spieler für das deutsche Aufgebot ab.

Insgesamt werden noch sechs Startplätze vergeben. Neben der Veranstaltung in Berlin gibt es noch zwei weitere Turniere im französischen Montpellier sowie in Podgorica. Montenegro ist zwar selbst nicht dabei, sprang aber als Gastgeber für Norwegen ein. Wegen der strengen Corona-Einreisebeschränkungen kann ein Wettbewerb in Trondheim nicht ausgetragen werden. Die Norweger bekommen es nun fernab der Heimat mit Brasilien, Chile und Südkorea zu tun. Die Franzosen erwarten derweil Kroatien, Tunesien und Brasilien zum Vierer-Turnier. (Björn Mahr)

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