Wachablösung im Westen: MT-Gegner Gummersbach klar hinter Bergischem HC

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Mit Gummersbach in Abstiegsgefahr: Trainer Denis Bahtijarevic (links) und Sportchef Christoph Schindler. 

Kassel. Wer sich die Abschlusstabellen der Handball-Bundesliga aus den vergangenen Jahren etwas genauer ansieht, dem wird eines ins Auge fallen: Der VfL Gummersbach schloss die jeweilige Saison immer mit einigem Vorsprung zum Nachbarn Bergischer HC ab.

In dieser Serie ist das komplett anders – Aufsteiger BHC liegt als Siebter neun Ränge vor dem VfL, der als 16. am Donnerstag ab 19 Uhr die MT Melsungen in der Schwalbe-Arena empfängt. Kündigt sich da eine Wachablösung im Bergischen Land an?

„Die beiden Klubs liegen nicht so nah beisammen und streben in unterschiedliche Richtungen“, sagt Axel Geerken. Der Manager der Melsunger war einst Geschäftsführer in Gummersbach und machte keine besondere Rivalität zwischen den beiden Vereinen aus. Auch im Bereich der Sponsorenakquise gab es laut Geerken keine Berührungspunkte. Wuppertal und Gummersbach liegen etwa 50 Kilometer entfernt.

Geerken früher Geschäftsführer beim VfL

Als der mittlerweile 46-jährige Geerken noch beim VfL tätig war (2010 bis 2012), war die sportliche Situation allerdings bei den Oberbergischen eine andere. Gummersbach spielte im Europapokal, und der erst 2006 gegründete BHC war neu in der 1. Bundesliga.

In den folgenden Spielzeiten hielt sich der VfL zumeist im gesicherten Mittelfeld – der Lokalrivale aus Wuppertal und Solingen musste indes immer mal wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten. Besonders dramatisch war es am letzten Spieltag der Serie 2016/2017. Denn an jenem 10. Juni benötigte der BHC die Schützenhilfe der Gummersbacher, um noch in der 1. Liga zu bleiben.

Ein Sieg des Altmeisters in Lemgo hätte dem Klub gereicht. Und der VfL gab auch buchstäblich alles: Trotz des elfmaligen Torschützen Julius Kühn, mittlerweile bei der MT unter Vertrag und zurzeit wegen eines Kreuzbandrisses außer Gefecht gesetzt, mussten sich die Oberbergischen dem TBV hauchdünn mit 31:32 beugen. Letztlich blieb der VfL dank der besseren Tordifferenz gegenüber dem BHC in der Klasse.

„Ich bin ein Freund von Traditionsvereinen“, sagte Kühn seinerzeit dem Online-Portal Handball World. Und: „Ich finde es immer schön, wenn solche Vereine in der Bundesliga vertreten sind, und Gummersbach und Lemgo sind einfach zwei Marken im deutschen Handball.“

Im aktuellen Aufgebot der Gummersbacher von Trainer Denis Bahtijarevic und Sportchef Christoph Schindler sind zumindest zwei ehemalige Spieler des Bergischen HC zu finden: Der flinke iranische Regisseur Pouya Norouzi und Kreisläufer Moritz Preuss standen sogar 2017 gemeinsam im Team des damaligen Absteigers.

Im kommenden Frühling könnte es die umgekehrte Situation geben und der VfL auf fremde Hilfe angewiesen sein. An einem der letzten Spieltage trifft der BHC beispielsweise auf den derzeitigen Tabellenletzten, die Eulen aus Ludwigshafen. 

Quelle: HNA

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