Handball-Bundesliga

28:29 in Göppingen: MT Melsungen geht wieder leer aus

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Bekam in der Schlussminute einen möglichen Siebenmeter nicht: Michael Müller.

Kassel. Wieder ein bitterer Donnerstagabend für die Bundesliga-Handballer der MT Melsungen: Bei Frisch Auf Göppingen verlor die Nordhessen 28:29 (11:14) und damit den Anschluss an die führenden Mannschaften. 

Unser Schnellcheck. Den Verlauf des Spiels können Sie auch in unserem Liveticker nachlesen

Wie ging denn der Abend für die Melsunger los?

Mit einer Auszeichnung. Toptorjäger Julius Kühn bekam vor dem Spiel von Sky Sport den Preis „Kretzsche des Monats“ verliehen. Es ist bereits das zweite Mal, dass dem 24-Jährigen diese Ehre zuteil wurde. Schon nach dem Saisonstart hatten die meisten Fans für den MT-Hünen gestimmt.

War denn Kühn nach Schulterproblemen zuletzt wieder einsatzbereit?

Ja. In der Anfangsformation stand der 24-Jährige aber nicht. Trainer Michael Roth vertraute dem Team, das am vergangenen Samstag Minden besiegt hatte. Wie erwartet fehlte Finn Lemke (Oberschenkelverletzung). Der Abwehrchef war aber zur moralischen Unterstützung in Begleitung von Manager Axel Geerken nachgereist. Im Tor rückte der zuletzt grippekranke Johan Sjöstrand in die Startsieben, besser war aber später Nebojsa Simic.

Wie war das Spiel in der EWS-Arena?

Es ließ sich für die Nordhessen gut an: Tobias Reichmann traf zum 1:0, Michael Müller zum 2:0. In Überzahl markierte der Kapitän sogar das 6:2 (9.). Genau so hatten sich die Melsunger dies vorgestellt. Ärgerlich nur: Danach fehlte dem Roth-Team der nötige Killerinstinkt. Die Mannschaft verfiel in Hektik, Kühn war offenkundig noch nicht wieder der Alte – der Vorsprung schmolz dahin. Die Göppinger kamen in der erwartet kampfbetonten Partie auf. Aus einem 7:9 machten die Schwaben um den starken Daniel Fontaine eine 11:9-Führung (25.). Am Ende mussten die Gäste sogar froh sein, dass sie nach 30 Minuten lediglich mit drei Treffern zurücklagen (11:14).

Bekam in der Schlussminute einen möglichen Siebenmeter nicht: Michael Müller.

„Wir haben gut begonnen. Dann wurde die Partie ruppiger, das hat uns etwas aus der Bahn geworfen“, bilanzierte MT-Manager Geerken zur Pause. Im zweiten Durchgang erhielt nicht nur Kühn eine neue Bewährungschance, sondern auch Nebojsa Simic. Er löste Sjöstrand ab, und der Montenegriner setzte gleich mal einige Ausrufezeichen. So schafften es die Melsunger, nach zwischenzeitlichem 13:19-Rückstand wieder in die Partie zurückzufinden. Es keimte wieder Hoffnung auf, als Lasse Mikkelsen zum 18:20 traf (43.). Es passte ins Bild, dass Simic einen Siebenmeter von Kresimir Kozina entschärfte (43.). Für den 20:20-Ausgleich sorgte Kühn, der Kretzsche des Monats (46.) – Spielausgang wieder offen.

Im Vorjahr siegte die MT 30:29 in Göppingen – nun bahnte sich wieder ein Handball-Krimi an. Zumal Kühn nun seine Schulterprobleme aus dem Kopf verbannte und genauso eiskalt vollendete wie Reichmann und Jeffrey Boomhouwer. In Kiel vor zwei Wochen belohnte sich Melsungen nicht – und verlor? Diesmal geriet die MT 45 Sekunden vor Schluss durch ein Gegentor von Tim Kneule mit 28:29 in Rückstand. Viel Pech dann, dass ein hartes Foul an Michael Müller nicht mit einem Siebenmeter belohnt wurde. Zwar hatte Kühn noch einen Wurf, der wurde aber abgefälscht und war damit keine Gefahr für FAG-Keeper Daniel Rebmann.

Gab es denn auch einen Aufreger?

Etliche. Auf beiden Seiten wurde ordentlich zugelangt. Die Unparteiischen Marcus Hurst und Mirko Krag sprachen im ersten Durchgang sieben Zeitstrafen aus. Dabei hätte in der einen oder anderen Szene aber wohl auch eine Ermahnung gereicht. Kurios: Mit Reichmann und Göppingens Joscha Ritterbach wurden im ersten Abschnitt zwei Außen bereits zweimal vom Feld gestellt.

Wie war die Liveübertragung bei Bezahlsender Sky?

Wir geben an dieser Stelle nur das Fazit von Kommentator Markus Götz wieder: „Wir wussten, dass es ein emotionales Spiel werden würde. Aber das Ende sprengte alle Erwartungen.“

Unseren Live-Ticker zum Nachlesen finden Sie an dieser Stelle.

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Quelle: HNA

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