Zu früh die Nerven verloren 

Schnellcheck: MT Melsungen verliert 26:34 bei Rhein-Neckar Löwen

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Gut freigespielt: Melsungens Marino Maric setzt sich gegen die Löwen-Spieler Ilija Abutovic (links) und Alexander Petesson durch.

Mannheim. Das zweite Topspiel in der noch jungen Saison – und schon die zweite Niederlage für die Handballer des Bundesligisten MT Melsungen. Bei den Rhein-Neckar Löwen gab es eine 26:34 (13:17)-Pleite. Unser Schnellcheck:

Haben die Melsunger ihre gute Serie gegen die Mannheimer ausbauen können?

Nein ist die Antwort. Nach zwei Siegen in der Vorsaison hatte die MT diesmal klar das Nachsehen und steht nun vor dem nächsten Heimspiel am Sonntag ab 16 Uhr (Kassel) gegen den SC DHfK Leipzig bei 2:4 Punkten.

Gab es denn eine personelle Überraschung in der Startsieben der MT?

Ja, aber ungewollt. Rechtsaußen Tobias Reichmann hatte wegen Fiebers die Reise nach Baden nicht antreten können. So durfte im Angriff der junge Dimitri Ignatow ran.

Wie war das Spiel der Melsunger?

Etwas Kurioses vornweg: Wie bei den beiden Duellen in der vergangenen Saison leiteten auch diesmal die Unparteiischen Robert Schulze und Tobias Tönnies die Partie, und sie ließen auch diesmal von Beginn an viel durchgehen. So entwickelte sich eine intensive Begegnung.

Dabei war die MT gleich gut im Spiel. Der Rückraum mit Domagoj Pavlovic, Michael Müller und Julius Kühn setzte schnell die ersten Akzente. Pavlovic, vor zweieinhalb Jahren in der Champions League mit Zagreb siegreich, bereitete sehenswert das 5:5 von Marino Maric vor. Die erste Melsunger Führung warf Kühn heraus (8:7, 13.).

In der Abwehr gingen die Gäste nicht zimperlich zur Sache. Zwar wehrte Johan Sjöstrand einige Würfe der Heimmannschaft ab, das reichte aber nicht, um mit einer Führung oder einem Unentschieden in die Pause zu gehen. In einigen Situationen war die MT nicht clever genug. Zumal der Ex-Melsunger Mikael Appelgren im Löwen-Kasten ebenfalls schnell auf Betriebstemperatur war. In der Offensive glänzte bei den Hausherren im ersten Durchgang vor allem Steffen Fäth – dieser trug maßgeblich dazu bei, dass der Pokalsieger zur Pause vorn lag.

Je länger die Partie dauerte, desto höher wurde die Fehlerzahl bei den Nordhessen. Außerdem passte auch die Körpersprache nicht – was MT-Trainer Heiko Grimm seinen Mannen auch wiederholt zu verstehen gab. Er stellte auf einigen Positionen um, baute die Deckung um und nahm früh seine letzte Auszeit. Allein, es half nichts: Es spielte nur noch ein Team – das der Löwen. In der 42. Minute war bereits eine Vorentscheidung gefallen: Spielmacher Andy Schmid stellte auf 26:16 – das Negativerlebnis aus der vergangenen Serie war endgültig vergessen.

In der Schlussphase waren die Melsunger nur noch geduldete Gäste bei der Löwen-Party. Ab und an ein herrliches Tor von Simon Birkefeldt – viel mehr Positives gab es nicht von den Nordhessen. Die Ausrufezeichen setzten auf der Gegenseite Jannik Kohlbacher und seine Mitstreiter.

Wie fiel das Fazit der Melsunger aus?

Manager Axel Geerken stellte enttäuscht fest: „Die erste Halbzeit war gar nicht so schlecht. Wir machen aber dann zwei, drei Flüchtigkeitsfehler und verlieren zu schnell die Nerven.“

Wie war die Stimmung in der Arena?

Dafür, dass in Baden-Württemberg noch einige Tage Sommerferien sind und lediglich 5866 Zuschauer gekommen waren, war es ziemlich laut. Und das schon vor dem Anwurf, als Hallensprecher Kevin Gerwin den Zuschauern vor allem eines mit auf den Weg gab: „Wir haben mit der MT noch eine Rechnung offen. So eine Niederlage wie im Mai darf nicht noch einmal passieren.“ Und das passierte dann auch nicht.

RN-Löwen: Appelgren (26 GT/14 P.), Palicka (n.e.) - Schmid 8/1, Lipovina, Sigurdsson 6/3, Radivojevic, Tollbring, Abutovic, Mensah 2, Fäth 4, Groetzki 2, Taleski, Guardiola, Petersson 6, Nielsen, Kohlbacher 6. Melsungen: Simic (14 GT/4 P.), Sjöstrand (20 GT/4 P.) - Maric 3, Kühn 6, Lemke, Ignatow, Kunkel 2, Mikkelsen 3/2, Danner, P. Müller, Schneider, Allendorf, Birkefeldt 6, M. Müller 4, Pavlovic2 Schiedsrichter: Schulze/Tönnies (Magdeburg/Barleben). 

Zuschauer: 5866

Siebenmeter:

5/4:2/2. Zeitstrafen: 2:2 Minuten

Spielstände: 1:0 (1.), 5:3 (8.), 7:8 (13.), 10:8 (18.), 14:10 (24.), 17:13 - 21:14 (35.), 26:16 (42.), 34:26.

Den Spielplan der MT Melsungen finden Sie hier

Quelle: HNA

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