Handball

21:26 - MT legt Nervosität nie ab und kassiert nächste Pleite gegen Stuttgart

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Das Bruderduell: Stuttgarts Max Häfner (li.) stoppt den Vorstoß seines Melsunger Bruders Kai Häfner. Foto: ANDREAS FISCHER

Herber Rückschlag für die MT Melsungen: Der Handball-Bundesligist verlor erneut gegen Angstgegner TVB Stuttgart. Nach schwachem Auftritt diesmal 21:26 (9:13).

Zu viele Fehlwürfe, zu viel Respekt vor Torwart Johannes Bitter und dem nachverpflichteten Christian Zeitz, über 60 Minuten außerdem viel zu brav – die Handballer der MT Melsungen haben die Negativserie gegen ihren Angstgegner TVB Stuttgart nicht beenden können und eine schmerzhafte 21:26 (9:13)-Heimniederlage einstecken müssen. Damit ist die Mannschaft erst mal raus aus dem Kampf um die besten Bundesliga-Plätze. Und die Vorfreude auf die Europacup-Partie am Samstag ab 17.15 Uhr (MEZ) bei Benfica Lissabon ist auch arg getrübt.

Zeitz, Weltmeister 2007, war erst am Spieltag vom insolventen Drittligisten Nußloch nach Stuttgart gewechselt – als kurzfristiger Ersatz für den verletzten EM-Teilnehmer David Schmidt. Zeitz stand bei seinem neuen Klub direkt in der Startsieben und war nicht nur der Schütze des ersten Gästetreffers (1:1, 4.).

Aber auch die Gastgeber traten dezimiert auf. Da Linksaußen Michael Allendorf und Allrounder Timm Schneider krankheitsbedingt ausfielen, rückte Fin Backs ins Team. Der Youngster besitzt ein Zweitspielrecht für den Zweitligisten Rimpar. Anders als zuletzt im Europacup-Heimspiel gegen Oppeln schickte Trainer Heiko Grimm diesmal die nominell stärkste Formation auf das Spielfeld. Von Julius Kühn über Kai Häfner bis hin zu Lasse Mikkelsen – alle dabei.

Das 1:0 erzielte allerdings Yves Kunkel (1.) – im Fußball wäre es als Abstauber durchgegangen. Eine gewisse Nervosität war bei den Melsungern von Beginn an spürbar. Was sicher mit Zeitz, aber vor allem mit der ernüchternden Bilanz der vergangenen Jahre zu tun hatte: Vier von fünf Partien gegen Stuttgart hatten die Schwaben gewonnen.

Auch jetzt gelang es der MT nicht, sich abzusetzen. Im Gegenteil. Weil Nationaltorwart Johannes Bitter im TVB-Kasten sofort auf Betriebstemperatur war und seine Vorderleute konsequent verteidigten, führte der Außenseiter 8:5 (15.). Von der Leidenschaft, die die MT exakt eine Woche zuvor bei den Rhein-Neckar Löwen gezeigt hatte, war nichts zu sehen.

Das konnte Grimm nicht gefallen. Nach 16 Minuten gab es die erste Melsunger Auszeit. Es kam Domagoj Pavlovic für Kühn ins Spiel. Kurz darauf räumte auch Schlussmann Nebojsa Simic seinen Kasten für Johan Sjöstrand. Dennoch war es abenteuerlich, wie viele Fahrkarten sich die Nordhessen gegen Bitter leisteten. Der Angstgegner setzte sich bis auf 13:8 ab (29.).

Das einzig Gute zur Pause: Die MT hatte noch 30 Minuten Zeit, es besser zu machen. Andererseits war auch klar: Es gibt keine Chance, Kräfte zu schonen für Lissabon.

Nach der Pause verkürzten die Melsunger durch Kunkel (2) und Marino Maric auf 12:13 (35.). Sie kämpften um ihre Chance, doch ihre Mittel waren oft untauglich. In vielen Szenen entstand der Eindruck, die Spieler hätten Bleigewichte an Armen und Beinen. Treffer wie das 15:20 durch den Ex-Stuttgarter Stefan Salger, den den Ball in den rechten Winkel wuchtete, hatten Seltenheitswert (45.).

Bereits mit dem 22:15 der Stuttgarter durch Patrick Zieker war eine Vorentscheidung gefallen. (48.). Dass die Unparteiischen etliche fragwürdige Entscheidungen trafen, konnte keine Entschuldigung für den schwachen Auftritt der MT sein. Immerhin: Gegen Stuttgart muss sie in dieser Saison nicht mehr antreten.

MT Melsungen -

TVB Stuttgart

21:26 (9:13)

Melsungen: Simic (11 GT/1 P.), Sjöstrand (15 GT/9 P.) - Maric 4, Kühn 3, Lemke, Reichmann 3/2, Ignatow 1, Kunkel 3, Mikkelsen 1, Sidorowicz 1, K. Häfner 2, Backs, Salger 2, Pavlovic 1.

Stuttgart: Bitter (20 GT/18 P.), Lehmann (1 GT/0 P.) - M. Häfner 2, Asgeirsson, Weiß 2, Faluvegi 1, Späth 1, Lönn 3, Markotic 2, Röthlisberger, Zeitz 3, Foege, Zieker 6/2, Pfattheicher 5, Pesevski 1, Wieling.

Schiedsrichter: Otto/Piper (Syke-Barrien/Kiel) - Zuschauer: 3797

Siebenmeter: 3/2:2/2 - Zeitstrafen: 8:8 Minuten

Spielstände: 1:0 (1.), 3:2 (6.), 5:8 (15.), 6:10 (18.), 8:11 (23.), 9:13 - 12:13 (35.), 12:16 (37.), 13:19 (42.), 15:20 (45.), 18:23 (50.), 21:26.

Bittere Niederlage: Die MT Melsungen hat im EHF-Cup auch das Spiel gegen Benefica Lissabon mit 26:29 verloren - Kapitän Finn Lemke war mit Grippe ausgefallen.

Quelle: HNA

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