WM-Kolumne: Ich bin dann mal raus

+
HZ-Sportchef Sascha Herrmann hat keine Lust mehr auf die WM.

Felix Kroos. Kennen wir. Rani Khedira. Ist auch Fußballprofi. Warum aber haben alle deutschen Nationalspieler ihre Geschwister zur WM nach Russland geschickt?

Und dass auch Jogi Löw einen Zwillingsbruder hat, der plötzlich seltsame und viele falsche Entscheidungen trifft, wusste ich gar nicht.

Südkorea also. Es geht ums Achtelfinale. Und es passiert lange Zeit – nichts. Kennen wir schon. Woran liegt’s? Die eigene Frau könnte Schuld sein. Trägt kein Deutschland-Trikot. Vielleicht schnell noch ins Sportgeschäft um die Ecke und eins besorgen, flachsen wir. Naja, spätestens morgen. Reicht fürs Achtelfinale.

Mitte der zweiten Halbzeit – Schweden führt mittlerweile 2:0 gegen Mexiko – dann der Hammer. Beinahe beiläufig berichtet die Frau, sie hätte vielleicht mittags doch lieber nicht beim Asiaten essen sollen. Beim ASIATEN. Vorm Spiel gegen SÜDKOREA. Hallo?! Wenig später ist die WM für uns vorbei. Unfassbar!

Auf dem Heimweg noch schnell beim Griechen des Vertrauens vorbei. Ein Ouzo als Stimmungsaufheller. Und ein Smalltalk mit Vater Mustafi. Wir sprechen über einen Torwart, der ein Jahr nicht im Tor gestanden hat – und doch unser Kapitän ist. Die unumstrittene Nummer eins von Barcelona, die deshalb unsere Nummer zwei ist. Über die Wahlhelfer Özil und Gündogan. Über Süles, Rüdigers und Rudys, die bei ihren Clubs ganz gern einmal auf der Bank sitzen. Über Wagners, Petersens und Sanes.

Erinnern uns an 2014 – an Schweini, Klose, Lahm und Mertesacker. Und an den Titel. Über einen, der aus Bebra kommt, Stammspieler bei Arsenal ist und für dieses historische Debakel nicht gut genug sein sollte, sprechen wir nicht.

Viel Spaß noch bei der WM. Ich bin dann mal raus.

Kommentare