WM: Handballer aus dem Kreis hoffen auf ein zweites Wintermärchen

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Sven Wiegel, der Teamkapitän des Landesligisten TV Hersfeld. 

Hersfeld-Rotenburg – Die Handball-WM in Deutschland und Dänemark beginnt am Donnerstag. Wir haben mit Handballern gesprochen, was sie vom Turnier und dem deutschen Team erwarten.

Sven Wiegel, Teamkapitän des Landesligisten TV Hersfeld, freut sich auf die WM. Und er ist zuversichtlich. „Deutschland hat in den Testspielen gute Leistungen gezeigt. Mit ein bisschen Glück können sie weit kommen und sogar Weltmeister werden“, meint er. Getragen von den Fans und der besonderen Atmosphäre einer Heim-WM sei das – wie beim Wintermärchen 2007 – durchaus möglich.

Wiegel weiter: „Natürlich freue ich mich als aktiver Handballer auf die WM. Es ist schön, dass unser Sport im Moment mehr mediale Aufmerksamkeit bekommt und eventuell neue Leute für den Sport begeistert werden.“ Als Favoriten nennt der 26-jährige Pädagoge Frankreich, Spanien, Dänemark – und Deutschland.

„Ich freue mich riesig auf die WM – gerade, weil sie in zwei Ländern stattfindet, die mir sehr am Herzen liegen“, sagt Simone Larsen Poulsen, die dänische Trainerin in Diensten der FSG Waldhessen. Sie hat gehört, dass die Spiele in ihrem Heimatland bereits ausverkauft sind und hofft, dass dort auch die Stimmung toll wird. „Denn in der Hinsicht können die Dänen von den Deutschen noch etwas lernen. In Deutschland ist es in den Hallen viel lauter.“ Lachend fügt sie an: „Dafür können die deutschen Handballer dann vielleicht von den dänischen lernen!“

Simone Larsen Poulsen , Spielertrainerin der FSG Waldhessen. Foto: Thomas Walger

Sie hofft, dass Dänemark sehr weit kommt, ist aber etwas skeptisch. Grund: Der zuletzt überragende Halbrechte Niclas Kirkelokke fällt verletzt aus. Und Rückraum-Shooter Mikkel Hansen wurde unlängst Vater: „Vielleicht ist er in Gedanken nicht so beim Spiel“, fürchtet Larsen Poulsen. Trotzdem ist sie, die selbst Bundesliga-Rückraumspielerin war, ein großer Fan Hansens. Und hofft, dass er zu einem entscheidenden Akteur bei der WM wird.

Ob es für die deutsche Mannschaft für ganz vorn reicht, weiß sie nicht. Einer ihrer Topfavoriten ist aber Weltmeister Frankreich – und das kurioserweise trotz des Ausfalls von Superstar Nikola Karabatic: „Ich bin ein großer Fan von ihm, aber er hat das französische Spiel zu sehr an sich gerissen und so auch kaputtgemacht“, lautet ihre überraschende These. Jetzt freut sich Larsen Poulsen auf das „unglaublich athletische und schnelle“ Spiel des Weltmeisters.

Auf eine bessere Platzierung als bei der EM 2018 (Aus in der Hauptrunde) und der WM 2017 (Aus im Achtelfinale gegen Katar) hofft Marco Naumann, Trainer des Bezirksligisten MSG Bebra/Lispenhausen. „Bundestrainer Prokop steht da auch unter Druck“, glaubt der Trainer. Immerhin zählt Naumann die deutsche Mannschaft mit zum Kreis der Favoriten.

Marco Naumann, Trainer der MSG Bebra/Lisp. Foto: Walger

Am Montag wird er live in Berlin die deutsche Auswahl beim Spiel gegen Russland anfeuern können. Top-Favorit sind allerdings auch für ihn die Franzosen. „Allerdings bringen solche Turniere auch Überraschungen hervor, vielleicht spielt sich eine Mannschaft nach vorn, mit der man nicht sofort rechnet.“

Florian Strümpf von der HSG Werra WHO. Foto:eyert/Ar

Bereits am Samstag werden sich Florian Strümpf und Robin Schneider von der HSG Werra WHO mit ihren Freundinnen die Partie Deutschland gegen Brasilien anschauen. Strümpf sieht der Heim-WM durchaus optimistisch entgegen. „Ich traue Deutschland das Halbfinale zu. Im eigenen Land und mit der Unterstützung der Fans müsste da was drin sein“, sagt der 26-Jährige. Den Kader sieht er gut aufgestellt, räumt aber ein: „Im Rückraum hat Deutschland schon etwas Probleme.“ Strümpfs Top-Favorit: Spanien.

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