Handball-Landesliga

Wiegel: Wir bleiben ambitioniert

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Die Hersfelder Lasse Reinhardt (links) und Alexander Schott (rechts) versuchen Rotenburgs Boze Balic aufzuhalten. Reinhardt und Schott verlassen den TVH zur neuen Saison.  

Die Handballer des TV Hersfeld haben die vorzeitig beendete Saison in der Landesliga als Tabellenzweiter beendet. Wir blicken mit Teamkapitän Sven Wiegel zurück – und nach vorn.

Die beste Nachricht vorweg: Sven Wiegel, dem Rechtsaußen und Mannschaftskapitän des Handball-Landesligisten TV Hersfeld, geht es in diesen Tagen gesundheitlich gut. „Bei mir ist soweit alles in Ordnung“, berichtet er im Gespräch mit unserer Zeitung am Telefon. Denn auch alle Spieler des TVH waren zuletzt unter Quarantäne, nachdem ein Teamkollege unter Corona-Verdacht gestanden hatte.

Für Wiegel, der seit Februar als Lehrer am Obersberg in Bad Hersfeld Sport, Arbeitslehre und Gesundheit unterrichtet, ist die derzeitige Situation ebenso unwirklich wie unbefriedigend. „Wir sind alle plötzlich von 100 auf 0 runtergefahren. Ich versuche jeden Tag, irgendetwas für mich zu machen, um einigermaßen fit zu bleiben“, erzählt der 27-Jährige.

Wiegel und seine Teamkollegen hatten sich gerade in der Vorbereitung auf das Topspiel beim Meister Großenlüder/Hainzell befunden, als der Hessische Handball-Verband die Entscheidung traf, die Saison komplett zu beenden. Den ersten Corona-Fall im hessischen Handball hatte es übrigens ausgerechnet in Großenlüder gegeben. Für Sven Wiegel und Co. war danach sofort Schluss. „Die Situation ist natürlich außergewöhnlich. Sonst sieht man die ganzen Nasen drei- oder viermal die Woche. Jetzt verliert man sich trotz WhatsApp und Skype irgendwie ein bisschen aus den Augen“, sagt Wiegel.

Mit der vergangenen Saison ist der kleine, flinke Rechtsaußen jedenfalls zufrieden. „Ich muss dem Team ein Kompliment machen. Das war eine gute Saison, wenn man bedenkt, dass wir kurzfristig einen neuen Trainer bekommen haben, Leistungsträger verloren hatten und neue, junge Spieler integrieren mussten“, bilanziert Wiegel.

Trainer Christian Weiß stellt er ein gutes Zeugnis aus. „Er ist in große Fußstapfen getreten, aber hat das wirklich gut gemacht. Er ist sehr strukturiert und organisiert und versucht uns in jedem Training besser zu machen“, erzählt Wiegel. Leistungsträger Lasse Reinhardt (19), den es zum Drittligisten Eintracht Baunatal zieht, Mittelmann Jonas Rübenstahl (21) und den blutjungen Torhüter Niklas Kürten (18) hebt Wiegel heraus, wenn er über die positive Entwicklung der Hersfelder Youngster spricht.

Man habe zwar ein paar Punkte verschenkt, weil ab und an die Konstanz gefehlt habe, aber das sei aufgrund personeller Engpässe nicht zu ändern gewesen. „Uns sind immer wieder Leistungsträger wie Andreas Krause, Lasse Reinhardt oder auch Lukas Berger ausgefallen. Das hat sich natürlich insbesondere auf unseren Abwehr-Mittelblock nicht gerade positiv ausgewirkt“, sagt Wiegel.

Hersfelds Mannschaftskapitän Sven Wiegel.

Mit der Angriffsleistung war der Teamkapitän im Großen und Ganzen einverstanden. „Unser Positionsspiel und unsere zweite Welle sind schon echt okay gewesen“, findet er. Für Wiegel besteht aber kein Zweifel daran, dass Großenlüder/Hainzell ein verdienter Meister ist. „Daran gibt es nichts zu rütteln. Sie waren die ganze Saison über kaltschnäuzig und souverän und haben auch die engen Spiele gewonnen.“

Auch wenn die Situation in diesen Tagen noch so ungewöhnlich ist und sich die Planungen für die kommende Saison schwieriger denn je gestalten, bleibt Sven Wiegel zuversichtlich. „Der TVH hat in den vergangenen Jahren immer in der Spitzengruppe der Landesliga mitgespielt. Wir werden ambitioniert bleiben – ganz sicher“, stellt er klar.

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