Wiedersehen, Höhenflug und ein nicht klassisches Clasico

Rainer Henkel

In der Sportkolumne  in der HZ geht es um eine Wiedergutmachung der Handballer des TV Hersfeld, ein Geschenk der Mengshäuser Luftgewehrteams sowie über ein deutsches "Clasico". 

Wiedersehen macht Freude, titelte der Kollege vor der Partie des TV Hersfeld bei der HSG Großenlüder/Hainzell. Und meinte damit, dass TVH-Trainer Matthias Deppe sich mit Sicherheit auf und über das Wiedersehen mit seiner ehemaligen Mannschaft gefreut hat.

Die Freude wich dann allerdings doch ziemlicher Ernüchterung. Großenlüder/Hainzell gilt als Titelkandidat und obendrein enorm offensivstark, aber mit einem 27:36 aus Sicht der Hersfelder dürften auch die ärgsten Pessimisten nicht gerechnet haben. Es ist Zeit für Wiedergutmachung.

Im Höhenflug befanden sich die Luftgewehrschützen der SGi Mengshausen nach vier Siegen aus vier Duellen. Nach dem dritten Doppel-Wettkampftag steht allerdings die erste Niederlage zu Buche, und die Tabellenführung ist erstmal futsch. Die Mengshäuser werden aber, da dürfen wir fast sicher sein, mit dem Abstiegskampf diesmal nichts zu tun haben. Und das ist schon einmal ein vorweihnachtliches Geschenk an ihre treuen Fans.

El Clasico – so nennen die Fußballfans in Spanien das Aufeinandertreffen ihrer beiden seit Jahrzehnten dominierenden Teams: Real Madrid und FC Barcelona. Eine Rivalität auf höchstem Niveau, die Tradition hat.

Weil nun auch das Duell der beiden stärksten deutschen Klubs, Borussia Dortmund und Bayern München, anscheinend einen griffigen Namen braucht, ist die Rede vom „Deutschen Clasico“. Was zum einen sprachlich ein ziemlicher Tiefschlag ist, zum anderen aber auch sachlich falsch, denn klassisch ist die Rivalität der Borussen und der Bayern keinesfalls. Auf Augenhöhe begegnen sich beide erst seit den 90er-Jahren – mit Unterbrechungen in jüngster Vergangenheit.

Wie das Ding auch heißt – seien wir, auch die Bayern, froh, dass in der Bundesliga wieder so etwas wie Spannung an der Spitze herrscht.

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