WHO ist nach großem Kampf tief enttäuscht

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Tief enttäuscht: Der Ex-Rotenburger Jan-Uwe Berz, der ein gutes Spiel machte, aber in der letzten Minute per Siebenmeter den Ausgleich verpasste.

Die Handballer der Werra WHO sind nach der knappen Niederlage in der Landesliga bei der TG Rotenburg tief enttäuscht. Trainer Fischer klagt über fehlendes Glück.

Rotenburg - Jörg Fischer, der Trainer des Handball-Landesligisten HSG Werra WHO, war enttäuscht. Aber er lächelte tapfer, wenn auch ein bisschen gequält nach dem unglücklichen 24:26 (12:20) im Abstiegsduell bei der TG Rotenburg. „Wir hatten die Rotenburger trotz unserer vielen verletzten Leistungsträger am Rande einer Niederlage. Sie waren eigentlich schon tot. Meine Spieler haben gekämpft wie die Bären“, sagte er, nur das Quäntchen Glück habe gefehlt.

„Ganz bitter war diese blöde Zeitstrafe, als wir plötzlich einen Spieler zu viel auf dem Feld hatten“, stellte Fischer fest. Seine Mannschaft hätte es nach ihren Leistungen in den vergangenen Wochen verdient gehabt, ein zweites Jahr in der Landesliga spielen zu dürfen. Aber daraus werde jetzt wohl nichts mehr.

„Meine Spieler hatten im Kopf gehabt, dass ein Sieg in Rotenburg ihre letzte Chance sein würde, den Abstieg doch noch zu verhindern. Fast hätten sie diese genutzt. Trotz einer ellenlangen Verletztenliste. Und obwohl ab der 35. Minute auch noch Schlüsselspieler Antonio Jelusic ausfiel und Robin Schneider, der im Gesicht getroffen wurde, fünf Minuten passen musste - die WHO blieb bis zur letzten Minute im Spiel.

Dass es nichts wurde mit einem Punktgewinn, schreibt im WHO-Lager nicht nur Coach Fischer auch den Schiedsrichtern zu. Sie hätten in einigen Situationen mit zweierlei Maß gemesssen - zum Nachteil seiner WHO. „Die TGR ist mit Hilfe der beiden Neutralen wieder ins Spiel gekommen“, sagte er.

Was sein Gegenüber Robert Nolte anders sieht. Der TGR-Trainer bescheinigt den Spielleitern ein gute Leistung, auch wenn sie der WHO zu wenige Angriffe wegen Zeitspiels abgepfiffen häten. Die Siebenmeter - über manchen hatten sich die Gäste und ihr Anhang sehr aufgeregt - seien durchaus berechtigt gewesen.

Was die Leistung seiner TGR angeht, fasste Robert Nolte diese in einem Satz anschaulich zusammen: „55 Minuten lang war heute unsere Angst, zu verlieren, größer als die Lust, zu gewinnen.“ Vor dem Gegner zeigte er großen Respekt: „Die WHO ist von ihren Verletzungen her am Limit, aber die Mannschaft hat toll gekämpft.“

Nolte sah Licht (Abwehr) und Schatten (Angriff) bei seinem Team. Eine gute Vorstellung bescheinigte er Rechtsaußen Petar Cutura: „Er hat Wucht und Leidenschaft gezeigt und der WHO bewiesen, dass es ein Fehler gewesen ist, ihn im Sommer nicht behalten zu haben. Martin Harbusch hat das Spiel gut gelenkt, auch Luca Schuhmann hat seine Sache sehr gut gemacht.“ Viele taktische Kniffe seien im Spiel gewesen. Auf die der TGR habe der Gast klug reagiert. „Jörg Fischer ist schon ein Fuchs“, sagte Nolte anerkennend. Für sein Team „war es wichtig, wieder zu erleben, wie es sich anfühlt, zu gewinnen.“

Rotenburgs wie immer unermüdlich rackernder Kreisläufer Jan-Oliver Holl bilanzierte: „Für uns ging es heute schon beinahe ums Überleben. Wir haben uns alle so einen Druck gemacht, dass uns im Angriff fast nichts gelungen ist und wir viele Bälle weggegeben haben. Die WHO hat ihre Tore durch unsere Fehler gemacht.“

Robert Nolte, so Holl weiter, habe bei der taktischen Einstellung ganze Arbeit geleistet: „Wir wussten genau, was die machen.“ Entscheidend war aus seiner Sicht der Srafwurf, den Jan-Uwe Berz in der Schlussminute nicht zum Ausgleich der Gäste verwerten konnte. „Bei unseren Siebenmetern hat Martin Harbusch die Nerven behalten, Jan-Uwe hat sie beim letzten der WHO verloren.“

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