WHO gegen Rotenburg: Chyba ist Publikumsliebling 

+
Im Anflug: Frantisek Chyba. Das schnelle Spiel ist die Sache des 24-jährigen Linksaußens der HSG Werra WHO. 

Obersuhl. In der Handball-Landesliga treffen am Samstag ab 17.30 Uhr die Werra WHO und Rotenburg in Obersuhl aufeinander. Frantisek Chyba ist einer der WHO-Leistungsträger. 

Mit 24 Jahren begann für einen jungen Mann aus Tschechien ein Abenteuer. Er verließ sein Heimatland und fand ein neues Zuhause: Deutschland. Frantisek Chyba, Handballer in Diensten des Landesligisten HSG Werra WHO 09, ist dort seit mittlerweile drei Jahren eine der tragenden Säulen.

Für Chyba war in frühen Jahren aber nicht klar, welche Sportart er eigentlich betreiben wollte. Er probierte vieles aus – zum Beispiel Tennis und Eishockey. Für ihn war dies alles aber nicht das Richtige. Durch seine Eltern hat er seine große Leidenschaft für sich entdeckt: den Handball. „Mein Vater ist sozusagen mein größter Fan und durch seine großartige Unterstützung habe ich eine bisher gute Handballkarriere hingelegt“, sagt Chyba und weiß, bei wem er sich bedanken muss.

In seiner Heimatstadt Liberec fing der Linksaußen mit sieben Jahren an. Er wechselte mit 16 Jahren zum HBC Jicin, mit dem er in der A-Jugend tschechischer Meister wurde. Die erste Mannschaft spielte damals in der ersten Liga, die zweite Mannschaft in der zweiten Liga. Chyba spielte in der Reserve, ein paar Partien bestritt er auch in der höchsten Liga. In seiner letzten Saison bei Jicin feierte er mit der ersten Mannschaft die Meisterschaft. Danach verließ er den Verein und wechselte zurück in seine Heimatstadt.

Seit 2015 bei der WHO

Seine letzte Station in Tschechien war Mlada Boleslav. Er hatte zu dieser Zeit einen Manager, der ihn nach Deutschland holte. Seine damalige Freundin Gabi, die heute seine Ehefrau ist, war einverstanden, die Zelte in Tschechien abzubrechen und in Deutschland ein neues Leben anzufangen. Er bekam ein Angebot aus Görlitz, um dort Handball zu spielen.

Nach langer Überlegung und einem Gespräch mit seinem Manager verzichtete er auf das Angebot und absolvierte mehrere Einheiten auf Probe in Erfurt und bei der HSG Werra WHO 09. Schlussendlich entschied er sich 2015 im Werratal zu spielen. „Von der ersten Sekunde an fühlte ich mich hier einfach wohl und wusste, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe.“

Und Chyba kam sofort an. Die Zuschauer waren begeistert von seiner Art, Handball zu spielen – der Tscheche avancierte schnell zum Publikumsliebling. Für ihn, sagt Chyba, sei der Verein wie eine zweite Familie. Sehr wichtig seien für „Franc“, wie er genannt wird, seine Freunde Marco Malsch und Ingo Breitbarth. Die Mitspieler wohnen genauso wie Chyba in Obersuhl. „Wir verbringen sehr viel Zeit miteinander, unsere Frauen verstehen sich sehr gut.“ Chyba ist privat mit seiner Frau Gabi und beruflich in der Region mittlerweile verwurzelt.

Am Aufstieg in die Landesliga war Linskaußen Chyba mit seinen 162 Toren maßgeblich beteiligt. „Auch wenn wir nicht aufgestiegen wären, wäre ich bei der WHO geblieben, das Gesamtpaket stimmt hier einfach“, sagt der Tscheche. Und: „Das große Ziel ist und bleibt der Klassenerhalt. Wir können in der Landesliga nur überraschen.“

Kretzschmar ist sein Idol

Doch für Frantisek Chyba gibt es im Leben natürlich nicht nur den Handball. Neben dem Sport verbringt Chyba viel Zeit mit seiner Frau Gabi und seinen Freunden. Eine weitere Leidenschaft: der englische Fußballklub Manchester United. Sein großes Idol ist aber ein Handballer: Stefan Kretzschmar. Mit elf Jahren sah er den Linksaußen zum ersten Mal spielen, ab da war klar: „Diesen Sport betreibe ich, solange ich spielen kann.“ Im Werratal würden sie sich freuen, wenn er das im WHO-Trikot machen würde.

Kommentare