Handball-Landesliga 

Werra WHO ohne Emotion und Willen

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Gleich zieht er ab: Andreas Krause und sein Bruder Michael (Nummer fünf) trafen beim Derbysieg gegen die WHO jeweils sechsmal für den TV Hersfeld. 

Obersuhl.  Nach der klaren 28:36 (11:20)-Schlappe in der Handball-Landesliga gegen den TVH gab es  lange Gesichter bei der Werra WHO. Der Schoppen danach schmeckte bitter. 

Beim klaren Spielverlauf deckten die Lullusstädter, die sichtlich sichtlich bemüht waren, die letzte Heimniederlage wieder gutzumachen, die Schwachstellen bei der WHO schonungslos auf. Und so, wie beim TVH dieses Vorhaben gelang, ging das bei den Gastgebern, vornehmlich im ersten Abschnitt, eher in die Hose. „Ich wäre mit einem Sieg mit einem Tor zufrieden gewesen, aber dass es so gut gelaufen ist ...“, freute sich Gästecoach Matthias Deppe zu Recht über den Coup seiner Jungs. Auch seine Spieler waren überrascht ob ihres Auftritts, wofür sie verschiedene Aspekte anführten.

Leichtes Spiel für den TVH

„Es war heute erstaunlich leicht, durch die WHO-Abwehr zu kommen. Da war kaum Gegenwehr. Und wenn, dann konnte ich den Platz für Schotti freisperren, der das super genutzt hat,“ zog Andy Krause sein Fazit. Mit „Schotti“ war Alexander Schott gemeint, der sich ebenso wie Krause treffsicher aus dem Rückraum präsentierte. Da wollte auch Bruder Michael im Trikot der Blauen nicht nachstehen und steuerte sechs Tore zum Erfolg bei Und der „kleine“ Krause zeigte auch zu Beginn, „wo der Barthel den Most holt“. Seine harte Abwehraktion gegen „Socke“ Strümpf war Beleg, wie heiß der TVH war.

Schottmann sauer

Angetrieben vom schnellen Lasse Reinhard, der die erste Hälfte als die bislang beste der neuen Serie bezeichnete, zog das Landesliga-erfahrene Team endlich das Spiel auf, das seinem Können entspricht und bislang kaum abgerufen wurde. „Wir haben in der Woche den richtigen Knopf gedrückt, das Ergebnis sieht man“, so Hersfelds Talent.

Das hätte die WHO liebend gerne auch getan, doch es gelang, wenn, nur phasenweise da der Neuling über weite Strecke kaum Gleichwertiges entgegensetzte. Vor allem die Abwehrarbeit trieb Torhüter Kevin Schottman, trotz der vielen Gegentore Bester seines Teams, den Zorn ins Gesicht. „Das war nix. Ich bin sauer und enttäuscht, keiner hat sich an Absprachen gehalten. Wir haben ohne Emotion und Willen agiert und haben leider keinen Führungsspieler, der das Ruder in die Hand nimmt“, sprudelte es aus ihm heraus.

Tatsächlich agierte die WHO oft fahrig und nervös, hatte zudem Schwierigkeiten, mit ihren enttäuschenden Rückraumspielern die Abwehr des TVH um den guten Tobias Kretz zu gefährden. Drei Spiele, null Punkte und jetzt geht es nach Großenlüder. Das Trainerteam Hartmut Knaut und Michel Reuchsel muss versuchen, auch den berühmten Reset-Knopf zu finden, den die Spieler dann drücken müssen.

Von Michael Rimkus 

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