NACHSPIELZEIT

Wenn NICHTS passiert

Rainer Henkel

In unserer Wochenend-Kolumne geht es diesmal - überraschenderweise - um Corona. Und um Sport. Der nicht stattfindet ...

Normalerweise entstehen die Texte, die Sie samstags an dieser Stelle finden, in etwa so: Ein Kollege blättert die Zeitungen der vergangenen sieben Tage noch einmal durch. Er schaut: Was gab es Bemerkenswertes im Sport? Ein mit Spannung erwartetes Derby? Eine Überraschung, ein dramatischer Spielverlauf? Glückspilze, Pechvögel? Interessante Geschichten über Sportler, die nicht jede Woche im Fokus stehen? Und dann die Frage: Worüber haben wir denn am Mittagstisch, zwischendurch oder überhaupt diskutiert, gejubelt, den Kopf geschüttelt?

In der vergangenen Woche gab es von alledem: NICHTS.

Es gab nur das eine Wort, das uns zum Hals heraushängt nach den vergangenen Wochen. Das sich wie eine dunkle schwere Decke nicht nur über den Sport, sondern unser ganzes Leben zu legen scheint: Corona.

Es ist aber nicht nur die Zeit, in der ansonsten Jahr für Jahr die Ligen in ihre entscheidende Phase treten, Entscheidungen reifen, Weichen für die Zukunft gestellt werden. Es ist auch die Zeit, in der es auch die, die über den Winter hinweg den Sport vernachlässigt haben, hinauszieht: Laufen, Radfahren, Skaten. Lassen wir uns das nicht nehmen!

Wir wissen, dass der Sport nur ein Teil der Gesellschaft ist. Dass Siege, Niederlagen, Tabellen, Auf- und Abstiege in diesen Tagen unwichtig sind, weil es um Gesundheit und Menschenleben geht.

Und dennoch hoffen wir, dass eines Tages all das zurückkehrt zu uns. Weil es Teil unserer Gesellschaft, unserer Art zu leben ist. Weil wir das nicht verlieren möchten.

Bleiben Sie gesund!

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare