Wann und wohin rollt der Fußball?

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Jubeln sie auch, falls die Saison nicht fortgesetzt werden sollte? Die Fußballer der SG Neuenstein – hier mit von links Florian Hemel, Daniel Schwarz und Christian Pfeiffer, waren auf ihrem Weg in die Kreisoberliga eigentlich nicht zu bremsen. 

Wie geht es weiter mit dem Amateurfußball in Hessen? Wird die Saison, so wie bei den Handballern, endgültig gestoppt und der aktuelle Tabellenstand zur Grundlage gemacht?

Oder wird abgebrochen, ohne dass es Auf- oder Absteiger gibt? Oder wird die Saison trotz Corona fortgesetzt? Diese Fragen stellen sich zurzeit auch die Verantwortlichen beim Hessischen Fußball-Verband (HFV).

Sie haben noch nichts entschieden, sondern fühlen jetzt erst einmal vor, was an der Basis gedacht wird. Deshalb habe die Führung des HFV, so berichtet Hersfeld-Rotenburgs Kreisfußballwart Karl-Heinz Blumhagen, ihn und die Chefs der anderen hessischen Fußball-Kreise gebeten, unter den Klubs eine Meinungsumfrage zu starten. Er ist gespannt darauf, ob die Vereine, die jetzt Stellung nehmen, bei ihren Antworten über den Tellerrand hinausschauen oder nur ihre eigenen Interessen im Blick haben – sofern sie in den Kampf um den Aufstieg oder gegen den Abstieg verwickelt sind. „Ich habe die Vereine schon angeschrieben und sie gebeten, mir bis zu diesem Donnerstag zu antworten“, sagt Karl-Heinz Blumhagen. Über das Meinungsbild wird dann am 4. April gesprochen.

Das ist der Tag, an dem in Grünberg eine Vorstandssitzung des Verbandes anberaumt war. Sie findet auch statt, allerdings als Videokonferenz, berichtet Blumhagen. Der 79-Jährige wollte ja eigentlich gar nicht mehr in Amt und Würden sein. Doch der Kreisfußballtag, an dem sein Nachfolger gewählt werden sollte, fiel vor Wochen wegen der Corona-Pandemie aus.

Zunächst war die Fußballsaison in Hessen nur bis Ostern ausgesetzt. Als das vor Wochen verkündet worden war, hatte sich Blumhagen gleich ans Werk gemacht und einen Spielplan erstellt, nach dem die Saison schon Mitte Juni beendet gewesen wäre. Mittlerweile glaubt er aber nicht mehr daran, dass der Ball noch im April wieder rollen wird. Auch sind die Sportstätten ja noch geschlossen.

Kreisfußballwart Karl-Heinz Blumhagen.

Die Situation sei auch viel komplizierter, als sie auf den ersten Blick erscheine, gibt Karl-Heinz Blumhagen zu bedenken. Er führt als ein Beispiel die Wechselfristen an. Die meisten Spieler hätten in der ersten Novemberhälfte ihre letzte Partie um Punkte bestritten. Sechs Monate später, also Mitte Mai, könnten sie laut den Statuten wechseln, ohne dass eine Vergütung zwischen den Klubs fällig würde.

Würde die Saison fortgesetzt, so könnten sich demnach die Kicker, die diese Halbjahresfrist einhalten, noch vor dem Ende der Serie einem anderen Klub anschließen. Und sie wären vielleicht sogar sofort spielberechtigt. Außerdem müsse laut Blumhagen auch damit gerechnet werden, dass es erst im Mai/Juni weitergehen kann mit der Punkterunde. Dann könnte die Sommerpause komplett wegfallen.

Wird die Saison dagegen nicht fortgeführt, ergeben sich ebenfalls Probleme. Zum Beispiel fragt sich Blumhagen: Was passiert mit den Spielern, die noch eine Sperre aus dem vergangenen Jahr absitzen müssen? Einige könnten erst im September oder Oktober wieder auflaufen, falls sie nicht begnadigt werden.

Viele Fragen, noch mehr mögliche Antworten. Vielleicht bringt ja die Videokonferenz des Verbandes am 4. April einen ersten Fingerzeig, in welche Richtung es für die Amateurfußballer gehen wird.

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