Nachspielzeit

Von Rekorden, Kopfsachen und Mutmachern

Hartmut Wenzel

Sportliche Highlights, die auch überregional für Schlagzeilen sorgen, sind bei uns im Kreisgebiet rar gesät. In den vergangenen Tagen und Wochen aber hat sich das ein wenig geändert.

Ein Rekord nach dem anderen purzelte. Erst erkämpfte sich der Sportkegler Justin Ehling in den Niederlanden den WM-Titel. Und jetzt sahnte auch Jaqueline Orth bei den Weltmeisterschaften der Sportschützen in Südkorea gleich mehrere Goldmedaille ab. Und so ganz nebenbei angemerkt: Auch Flynn Thamer ist Europameister der Schüler – auf Inlinern. Im spanischen Villablino zeigte er der Konkurrenz in einem spannenden Rennen die Hacken.

Überdies weiß der 15-jährige Thamer inzwischen, wie sehr er seine Nerven beherrschen muss, um solche Rennen zu gewinnen. Denn: Erstens geht es um die Zeit auf dieser Strecke und zweitens hat er in Villablino lernen können, was südländische Begeisterung heißt. Ehling, Orth und Thamer haben eines gemeinsam – Titel in Einzelsportarten sind nicht nur eine Frage der Kondition, sondern vor allem eine Sache des Kopfes. Nur wer mit klaren Gedanken sein Ziel verfolgt, ragt zum Schluss aus dem Kreis der Konkurrenten heraus.

Zu einer Kopfsache wird auch ein Langstreckenschwimmen, wie zum Beispiel eine Durchquerung des Bodensees. Jürgen Müller-Wolff aus Friedewald hat das geschafft. Als 73-Jähriger war er zwar nicht der schnellste, aber der älteste Teilnehmer eines Schwimmwettbewerbs, der von Friedrichshafen in Deutschland bis nach Romanshorn in der Schweiz ging.

In dem Moment, wo in der Mitte des Sees kein Festland mehr in Sicht ist, muss man klare Gedanken behalten. Sein Ziel wollen, zu sagen „ich pack’ das“, ist Müller-Wolffs Anliegen. Damit möchte er vor allen Dingen denjenigen Mut machen, die längere Strecken vorhaben, aber oft dazu neigen, früh aufzugeben.

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