Tischtennis: Heringer Johannes Rühlmann verliert bei den US-Open erst im Finale

Der „Vize“ von Vegas

Freute sich über einen zweiten Platz bei den offenen US-Meisterschaften: Johannes Rühlmann mit Urkunden und Tischtennisschläger auf dem Balkon im Elternhaus in Heringen, im Hintergrund die Lager- und Produktionshallen der Kali & Salz-AG. Foto: Wenzel

Heringen. San Francisco, die Nationalparks wie Yosemite oder der Crand Canyon, das Spielerparadies Las Vegas: Es sind vielfältige Eindrücke, die Johannes Rühlmann in seinem Jahr als Austauschschüler in den USA gesammelt hat. Erst vor kurzem ist er wieder zurückgekommen.

Nicht nur zahlreiche Fotos mit Postkarten-Atmosphäre von seinen Touren quer durch die Bundesstaaten von Colorado bis an die Westküste sind auf seinem Laptop abgespeichert. Sondern auch Ordner, die von „seiner“ Sportart, dem Tischtennis – Johannes Rühlmann gehört zusammen mit seinem Bruder Maximilian zum Kader der Heringer Hessenligamannschaft – zeugen. Fast wäre dem Heringer, der am Freitag vor einer Woche 18 Jahre alt geworden ist, im Tischtennis in Amerika ein ganz großer Wurf gelungen.

Denn Johannnes Rühlmann ist der Vizemeister von Las Vegas. Bei den offenen US-Meisterschaften, die im Convention-Center in dem Spielerparadies von Nevada – einem riesigen Gebäudekomplex ähnlich eines Messegeländes, ausgetragen wurden – kam er in zwei Leistungsklassen bis ins Finale.

Beide Endspiele verlor er nur hauchdünn. „Es wäre schön gewesen, wenn es geklappt hätte mit einem Sieg. Aber auch so war ich sehr zufrieden. Ich hab’ alles gegeben“, meint Johannes. Und er präsentiert stolz die beiden Urkunden. Dass er bis ins Finale vordrang, führt er zunächst auf sein Trainingspensum zurück. Das Turnier gewann mit jeder weiteren Runde an Niveau. Das gefiel Johannes. Die echten „Kracher“ als Gegner gab es im Finale. „In einer Leistungsklasse habe ich gegen einen Kontrahenten gespielt, dessen Vater eine Hausnummer im US-Tischtennis war. Er hat unter anderem auch eine neue Schlägerhaltung eingeführt“, erzählt der Heringer.

Tischtennis ist in den USA mehr eine Breitensportart. Echte Profis, wie zum Beispiel im Football, Basketball oder Golf gibt es selten. „Der Stellenwert ist gering, Tischtennis wird irgendwie nicht richtig als Sport angesehen. Trotzdem ist es sehr bekannt. In vielen Haushalten steht eine Platte im Keller. Aber richtig gut wird nur in den Zentren gespielt, wo viele Einwanderer aus Asien sind. Und in Kalifornien“, sagt Rühlmann.

Manchmal hilft die Suche im Internet: Um seinen Leistungsstand zu halten, hat Rühlmann in der Nähe seines Highschool-Ortes Longmont in der Nähe von Denver in Colorado einen Verein gesucht – und gefunden. „Für die meisten dort ist Tischtennis nur ein Ausgleichssport. Aber ich war nicht alleine, durfte spielen und verbesserte meine Englischkenntnisse“, erzählt er. Rühlmann gab auch seine Erfahrungen an die Schüler in dem Verein weiter, gab Tipps und Hilfestellungen.

„Tischtennis ist in den USA sehr bekannt. Für die meisten ist es aber nur ein Ausgleichssport.“

Johannes Rühlmann

Das Wochenende verbrachte er bei einem Freund in Denver. Es ist einer, der ihn im Tischtennis auch forderte. Der Freund wird ihn besuchen und sogar für eine Zeit beim TV 03 spielen. Somit hat sich die Reise nicht nur für Rühlmann gelohnt, sondern auch für die Heringer Hessenligamannschaft.  

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Von Hartmut Wenzel

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